Mercedes E-Klasse ungetarnt

Mercedes-Benz E-Klasse Mercedes-Benz E-Klasse

Erste Fotos Mercedes E-Klasse

— 18.08.2008

Die neue Eleganz-Klasse

Vom Sorgenkind zum Aushängeschild – mit der neuen E-Klasse will Mercedes zurück zu altem Glanz. Das Erfolgsrezept: Evolution in der Technik, Revolution im Design. Premierenfeier ist im März 2009.

Schon die Farbe steckt voller Symbolkraft. Auf unseren ersten geheimen Fotos erleben wir die E-Klasse in Weiß. Unschuldiges Weiß. Reines Weiß. Modisches Weiß. Ein Weiß, das vergangene Probleme überdecken soll. Denn ausgerechnet die E-Klasse, Mercedes’ Rückgrat und Renditebringer, plagten in den vergangenen Jahren Qualitätsprobleme. Die trugen dazu bei, dass der W 211, so der Werkscode, nie die Bedeutung früherer Jahre erreichte. Aber auch, weil BMW mittlerweile die moderneren Motoren besitzt, Audi das ansprechendere Design. Ein Neuanfang muss her, ein weißes Blatt Papier, besser: eine Mercedes-Oberklasse mit weißer Weste. Auf dem Automobilsalon in Genf (5. bis 15. März 2009) wird die neue E-Klasse erstmals dem Publikum präsentiert, schon kurz danach steht sie beim Händler. Ein Jahr später kommt das T-Modell.

Der wichtigste Imageträger behält das Vier-Augen-Gesicht

Schluss mit rund: Die neue Mercedes-Oberklasse hat vier eckige Augen.

Bis dahin müssen diese ersten Fotos reichen, um zu erkennen, dass vieles frisch, anderes aus der Familie kommt. Wie zum Beispiel die Front, typisch C-Klasse, mit glänzendem, kantigem Kühlergrill. Anders als die Mittelklasse behält der wichtigste Imageträger allerdings das markante Vier-Augen-Gesicht. Nur dass es nicht mehr aus runden Leuchten strahlt, sondern aggressiv eckig leuchtet. Diese Form kommt in Mode. Mazdas Limousine 6 trägt kantig, Lexus GS ebenfalls. Seitlich spannt sich ein Längsbogen, der exakt durch die Türgriffe verläuft – das Urheberrecht liegt beim Coupé CLS. Trotzdem wirkt E eigenständig und nicht bloß kopiert. Schließlich wird die Optik maßgeblich über den Erfolg entscheiden, technisch entwickelte Mercedes nur vorsichtig weiter.

Die S-Klasse spendiert zahlreiche Extras

Mehr drin: Viele Extras bekommt die E- von der S-Klasse.

Aufgrund des Fußgängerschutzes wächst die E-Klasse auf 4,91 Meter Länge, der Radstand verändert sich um zwei Zentimeter auf 2,87 Meter. Das Fahrwerk bleibt bei der Vierlenker-Achse vorn, Raumlenkerachse hinten und wurde lediglich neu abgestimmt. Entweder schwingt die neue E-Klasse auf Stahlfedern oder Luftkissen der verbesserten "Airmatic". Innen verspricht Mercedes einen Hauch mehr Platz, der Kofferraum legt leicht zu. Dafür zieht gegen Aufpreis gleich eine ganze Kolonne elektronischer Helfer ein: zum Beispiel Spurhalteassistent mit Lenkeingriff, Nachtsichtgerät, Müdigkeitssensor und Toter-Winkel-Überwachung. Extras, die bereits in der aktuellen S-Klasse zum Einsatz kommen oder im Rahmen von Modellpflegemaßnahmen noch angeboten werden sollen. Serienmäßig schützt die E-Klasse Insassen zum ersten Mal mit einem Knie-Airbag. Auch der zentrale Bedienknopf auf der Mittelkonsole stammt aus der S-Klasse. Statt eines Monitors sind die Instrumente klassisch rund, das Armaturenbrett ähnelt dem des neuen Geländewagens GLK.

Mit dem teilt sich die neue E-Klasse gleich mehrere Motoren. Sowohl bei den Dieseln als auch den Benzinern hat Stuttgart großen Nachholbedarf, von der Hybrid-Technik ganz zu schweigen. BMW setzte rechtzeitig auf "Efficient Dynamics" mit Start-Stopp-Automatik, Audi machte große Sprünge bei direkteinspritzenden Ottomotoren. Und endlich, ja endlich geht es auch bei Mercedes voran. Bei den Selbstzündern verfolgt Mercedes weiterhin die Bluetec-Strategie. Das heißt: Rußfilter plus zwei weitere Katalysatoren fangen Stickoxide im Abgasstrang, um die ab nächstes Jahr geltende Abgasnorm Euro 5 zu erfüllen. Der E 300 ist mit 211 PS der stärkste CDI bei Markteinführung, später folgt noch ein Sechszylinder mit 252 PS, 2010 voraussichtlich Mercedes’ erster Diesel-Hybrid. Bei den Benzinern ist die Elektrounterstützung noch nicht gleich lieferbar – Hybrid gibt es erst einmal in der S-Klasse und bei den großen SUV. Neu kommt ein V6 mit 204 PS, den Einstieg bildet der E 200 Kompressor (184 PS), und die Spitze markiert der E 500. Auf Benziner oberhalb von 400 PS verzichtet Mercedes erst einmal. Sonst klappt’s nicht mit der weißen Weste.

Das Fazit von AUTO BILD-Redakteurin Margret Hucko

Die E-Klasse wird Erster. Zumindest, wenn es um den Start der Neuauflage geht. BMWs 5er kommt Ende 2009, der ganz neue A6 erst 2011. Bei den Motoren sieht es für Mercedes allerdings nicht so rosig aus. Die Chance, als erster deutscher Hersteller einen Hybrid in dieser Klasse anzubieten, lässt Mercedes verstreichen. Mal sehen, wer schneller ist.
Die Motoren der neuen E-Klasse
Benziner
Modell E 200 K E 250 E 280 E 350 CGI E 500
Hubraum 1796 cm³ 2496 cm³ 2996 cm³ 3498 cm³ 5439 cm³
Leistung 135 kW/
184 PS
150 kW/
204 PS
170 kW/
231PS
215 kW/
292 PS
285 kW/
388 PS
Diesel
Modell E 200 CDI E 220 CDI E 250 CDI E 300 CDI
Bluetec II
E 320 CDI
Hubraum 2148 cm³ 2148 cm³ 2148 cm³ 2987 cm³ 2987 cm³
Leistung 100 kW/
136 PS
125 kW/
170 PS
150 kW/
204 PS
155 kW/
211 PS
185 kW/
252 PS

Autor: Margret Hucko

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