UPDATE: Fotos vom neuen Audi A8

Erste Fotos vom neuen Audi A8

— 01.12.2009

A8 bläst zum Angriff auf 7er und S-Klasse

Audi leistet sich den Luxus, sein Flaggschiff A8 noch größer und schwerer zu machen. Die Motoren sollen trotzdem bis zu 20 Prozent sparsamer sein. Wichtige Ökofragen beantwortet die VW-Tochter erst später.

Der Vorwurf trifft Audi mitten ins Mark, dort, wo es Ingolstadt besonders weh tut. Ausgerechnet zur Vorstellung des neuen A8 mosert die Konzernmutter über mangelnde Innovationskraft der schönen Tochter. Wichtige Entwicklungen seien verpasst worden, zitiert "Der Spiegel" Top-Manager von VW. Audi müsse endlich wieder Gas geben, sonst sei das Markenimage "Vorsprung durch Technik" bedroht. Ausgerechnet Musterschüler Audi, ausgerechnet beim A8, dem ersten Auto, das Audi-Boss Rupert Stadler komplett verantwortet hat. Wer sich durch die Datenflut des stattlichen Achters kämpft, kann diese These durchaus unterschreiben. Dringende Ökofragen beantwortet Audi nicht gerade in der Manier eines Herausforderers, der ganz nach oben will. So gibt es Start-Stopp erst ab Sommer 2010 und vorerst nur für den handgeschalteten 3.0 TDI, ein Hybrid-Antrieb folgt frühestens Ende 2011. "Es wird keinen Donnerschlag geben" begründet Stadler seine Strategie, "sondern einen leisen Veränderungsprozess."

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In Zahlen ausgedrückt, schmeichelt dieser Prozess dem A8 nicht wirklich. In der Kurzversion misst das Flaggschiff nunmehr ausufernde 5,14 Meter, ist nochmals deutlich länger (+8,6 cm) und auch breiter (+5,5 cm) geworden. Hier hat Audi S-Klasse und BMW 7er schon überholt. Zumindest für den lukrativen Zukunftsmarkt China ein nicht zu unterschätzender Imagefaktor. Trotz einer Alu-Karosserie und Spaceframe-Bauweise lastet leider auch das Gewicht schwer auf dem selbst auferlegten Innovationsanspruch. Der A8 4.2 TDI packt zum Vorgänger noch 20 Kilo drauf, bringt nun 90 mehr als ein BMW 740d auf die Wage. Vorsprung durch Technik sieht anders aus. In Zeiten des Effizienzkults wiegt ein quattro-Antrieb gegenüber von Haus aus heckgetriebenen Konkurrenten doppelt schwer. Immerhin sollen die Motoren trotz Größen- und Gewichtszunahme bis zu 20 Prozent sparsamer sein als bisher. Sauberer sowieso.

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Gegen Aufpreis gibt es fast alles: Drive-Select, Bang & Olufsen-Sound, Nachtsichtsystem, Touchpad inklusive 3D-Bilder.

Während sich BMW von durstigen und schweren V8-Dieseln verabschiedet hat, geht Stadlers Star mit zwei komplett neuen Achtzylindern (372 PS-Benziner, 350 PS-Diesel) an den Start – sicher auch eine "chinesische Weisheit". Beide kommen mit Achtstufenautomatik und Bremsenergierückgewinnung. Später folgen Sechszylinder-Versionen des 3.0 TDI (250 und 204 PS). Die schwächere Vorderradantriebs-Variante soll sich mit sechs Litern begnügen, entsprechend 159 Gramm CO2/km. Das wäre Bestwert in der Luxusklasse. Beim Design verzichtet der neue A8 auf jegliches Lametta. Zwischen "konservativem Understatement" und "aufgeblasenem A4" pendeln die ersten Kommentare. Optisch auf jeden Fall Audi pur: reines Design, imposante Proportionen, sportlich stramme Seitenlinie, kuppelförmiger Dachbogen, kantige Heckpartie mit ausgeprägter Abrisskante. Neben dem mächtigen Chrom-Schlund prägen die Front neue Voll-LED-Scheinwerfer, von der Lichtausbeute sowie vom Platz- und Energiebedarf den heutigen Systemen weit überlegen, sagt Audi.

Nobler Innenraum

Für den Innenraum versprechen die Ingolstädter beste Raumausnutzung, hervorragende Ergonomie und eine "elegante Lichtinszenierung". Im Fokus steht das neue MMI-Bedienungs- und Multimediakonzept. Der Controller zum Drehen und Drücken sitzt nun weiter vorn, um ihn herum wird alternativ zum Tastenfeld ein berührungsempfindliches Touchpad angeboten, das sogar die Handschrift des Fahrers per Fingerkuppe erkennt und in Befehle übersetzen kann. Der ausklappbare Acht-Zoll-Monitor präsentiert dazu gestochen scharfe 3D-Bilder, das Bang&Olufsen-Sound-System verspricht den "Gipfel des Hi-Fi-Genusses." Von bester Verarbeitungsqualität gehen wir mal aus, ebenso von größzügigem Platzangebot und luxuriösem Sitzkomfort. Fünf Grundfarben fürs Interieur, drei für den Dachhimmel, zig Leder- und Alcantara-Pakete entsprechen dem Angebot der Nobel-Konkurrenz. Ebenso die Armada an elektronischen Helferlein und Assistenzsystemen (jetzt auch ein Nachtsichtsystem). Die Liste ist lang, vor allem die aufpreispflichtige. Herauszuheben ist das optionale Drive-Select (steuert Motor, Getriebe, Dämpfung, Federung und Differential), das den A8 zur sportlichsten Luxuslimousine machen soll. Auf dem Weg zu einer der teuersten ist Audis Traumschiff bereits. Mit 90.800 Euro kostet das prognostizierte Volumenmodell 4.2 TDI zwar 9000 Euro weniger als ein S 450 CDI, aber auch schlanke 13.300 Euro mehr als der sportliche Rivale BMW 740d. Vorsprung durch Euro – wenn diese Entwicklung mal nicht für neue Diskussionen sorgt.
Tomas Hirschberger

Tomas Hirschberger

Fazit

Ein neuer A8 ist immer ein Ereignis. Auch dieser. Sicherlich ein Superauto, es wird wenig geben, was der Luxusdampfer nicht kann. Aber musste das Flaggschiff einer Marke, die sich Leichtbau auf die Fahnen schreibt, so groß und schwer ausfallen? Mir fehlen moderne Motoren und ein paar intelligente Antworten auf die drängenden Fragen von morgen.

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