Erste Sitzprobe im neuen Passat

VW Passat Modelljahr 2005 VW Passat Modelljahr 2005

Erste Sitzprobe im neuen VW Passat

— 20.12.2004

Volkswagens kleiner Phaeton

Vier Monate vor Serienstart lüftet VW den Schleier. Der neue Passat wird ein Luxusliner fürs Volk. AUTO BILD hat als erstes Platz genommen.

Großzügig, hochwertig, stattlich

Passat, der "gleichmäßig wehende Tropenwind" (Duden), frischt endlich wieder auf. Die nunmehr sechste Generation konnte ein Jahr länger Luft holen, ihr erster Atemzug war ursprünglich schon für Anfang 2004 geplant. Was für Windjammer stehen denn nun im nächsten Jahr ab 11. März bei den Händlern? Vorerst gibt es nur das Passagierschiff Limousine, Frachter Variant läßt sich noch Zeit bis August.

Wichtigste Änderung am Neuen: der Motor. Vor 31 Jahren längs, ab 1988 quer, acht Jahre später erneut längs eingebaut, sitzt nun wieder mal quer auf der Vorderachse. Den Passagieren dürfte das völlig egal sein, wenn die Bauweise nicht auf den Preis schlägt. Denn sie ist etwas teurer, bringt aber mehr Innenraum. Und das fällt beim ersten Platznehmen sofort auf: Der Neue bietet fast Phaeton-Feeling.

Großzügig bemessene Sitze, hochwertige Materialien, augenscheinlich pingelige Verarbeitung lassen den Passat sehr hochwertig erscheinen. Richtig bewerten können wir den Neuen natürlich erst in einem späteren Test. So gibt es hier zunächst einmal nüchterne Zahlen: So wuchs der Passat in der Breite um stattliche 7,4 Zentimeter auf 1,82 Meter, in der Länge legte er um 6,2 Zentimeter zu, mißt jetzt also 4,77 Meter. Damit ist er nicht nur über einen halben Meter länger als der erste Passat von 1973, sondern hat auch Schwesterschiff Audi A4 (4,59 m lang, 1,77 m breit) locker abgehängt, ähnelt eher dem Skoda Superb (4,80 m, 1,77 m).

Ja, fast lohnt schon der Blick zur Luxuslimousine Phaeton: Die ist mit 5,06 x 1,90 Meter aber doch noch mehr als eine Nummer größer. Beim Umrunden des Passat entdecken wir viel Konzern-Klüngel: In der Fahrertür-Verkleidung befindet sich ein Loch für einen Regenknirps (mit Wasserablauf!), an der Frontscheibe klemmt eine Plastikklammer für Parkscheibe oder -zettel, im Kofferraum sitzt ein kleiner, ausschwenkbarer Haken für Tragetaschen – Skoda läßt grüßen.

Viele elektrische Helferlein ab Werk

Die Handbrems-Betätigung erfolgt nicht mehr per Zug am großen Hebel, sondern auf Knopfdruck. Ein Motor summt, die Bremse packt zu. Auf Wunsch läßt sich der Passat sogar mit Bluetooth-Telefonanlage, 600-Watt-Audioanlage, Abstands-Radar und zugfreier Klimaanlage ausstatten – echter Technologie-Transfer von oben (Phaeton) nach unten. Ja, mit derlei Extras gerät der Passat schnell zum Phaeton fürs Volk. Zumindest ist er ein idealer Tiefstapler für Leute, die keine rollende Schufa-Auskunft besitzen wollen.

Seine Stärken und Schwächen, die Preise (werden sich vermutlich nur unwesentlich erhöhen) und präzise technische Daten werden wir erst Anfang nächsten Jahres erfahren können. Die statische Präsentation macht aber schon mächtig neugierig. Zur Basisausstattung gehören fast alle elektrischen Helferlein, einschließlich Zentralverriegelung und der 1,6-Liter mit 75kW/102 PS. Gegen Aufpreis gibt es nagelneue FSI-Motoren (Benzin-Direkteinspritzer) mit 150 und 200 PS, die statt mit Sechsgangschaltung auch mit Sechsgangautomatik kombiniert werden können.

Sahnehäubchen wird Ende 2005 ein 3,2-Liter-FSI mit 184 kW/250 PS sein, ebenfalls wahlweise mit Handschaltung oder Automatik. Die drei TDI-Diesel leisten 105, 125 (Rußfilter auf Wunsch) oder 170 PS (Filter Serie), die zwei stärkeren Aggregate können auch mit dem Direktschaltgetriebe (DSG) kombiniert werden. Auch Gespannfahrer werden sich freuen: Das serienmäßige elektronische Stabilitäts-Programm ESP erkennt jetzt selbst das gefürchtete Schlingern eines Anhängers und stabilisiert ihn durch gezielte Eingriffe in Motor und Bremse des Zugfahrzeugs.

Der beliebte Variant, den bei uns ja rund 80 Prozent der Passat-Käufer wählen (in den USA ist es genau andersherum), wird nahezu ähnlich ausgestattet sein. Nach Infos von Insidern soll er "traumhaft und rassig" aussehen. Spätestens im nächsten Sommer werden wir sehen, wieviel Wind er tatsächlich macht.

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