Aldi verkauft in Österreich Treibstoff am Supermarkt.

Erste Tankstellen von Aldi

— 02.07.2009

Aldi-Diesel für 50 Cent

Am 1. Juli ist Österreichs Aldi-Marke "Hofer" unter die Kraftstoffhändler gegangen: An drei Supermärkten stehen Zapfsäulen, aus denen der Sprit immer ein paar Cent günstiger gluckern soll.

Bisher tankten höchstens notorische Pflanzenöl-Fahrer bei Aldi. Das soll sich jetzt ändern: In Salzburg gibt es ab sofort auch Superbenzin am Supermarkt. Hofer, die österreichische Aldi-Tochter, hat seit 1. Juli 2009 auch echten Sprit im Sortiment. Den Anfang machen die drei Hofer-Filialen in Salzburg – geht die Rechnung auf, sollen mindestens 100 weitere Tankstellen auf den Parkplätzen von Hofer-Märkten folgen. Bezahlt wird dort aber nicht an der Supermarkt-Kasse, sondern direkt an der Säule: Hofer-Partner Free Energy, ein freier Tankstellenbetreiber, hat ausschließlich elektronische Kartenleser installiert. Das spart Personalkosten und soll den Literpreis zwei bis drei Cent unter den Tarifen des Establishments halten.

50 Cent pro Liter Diesel sind ein Wort

Die Konkurrenz schoss bereits am Tag der Aldi-Premiere aus allen Rohren: Ruckartig setzten die umliegenden Tankstellen des altgedienten Kraftstoff-Kartells ihre Preise herunter, zähneknirschend konterte Hofer. Autofahrer wähnten sich auf einmal im Schlaraffenland: Schritt für Schritt ruckten die Preise immer weiter nach unten. Bei knapp 50 Cent pro Liter Diesel blieben sie schließlich stehen, die Schlangen vor Hofers Super-Märkten waren zeitweise länger als Anno 1989 vor der deutsch-deutschen Grenze.

Zurzeit herrscht Waffenstillstand

Am 2. Juli war der Traum schon wieder vorbei. Die Waffen schweigen – vorerst. Doch die Provokation ist geglückt, den Benzinfirmen hat der Herausforderer einen gehörigen Schrecken eingejagt, die prompte Reaktion zeigt das deutlich. Eine alles entscheidende Frage bleibt Aldi alias Hofer vorerst schuldig: Soll der Tanke-Emma-Laden auch in Deutschland eingeführt werden? Der Eröffnungs-Schachzug im grenznahen Salzburg spricht eindeutig dafür: Schon nach wenigen Stunden hatte sich die Kunde vom österreichischen Benzinpreiskrieg auch nach Bayern herumgesprochen, viele Autofahrer nutzten die Gunst der Stunde und füllten sich zum halben Preis den Tank.

Bisher schweigt der Discount-Riese beharrlich auf Anfragen zum Thema Tanken. Angesichts fallender Margen und immer härterem Wettbewerb im Einzelhandel ist nachvollziehbar, dass Supermarktketten jede Möglichkeit nutzen, neue (und alte) Kunden aufs Firmengelände zu locken. Motto: Wer bei uns tankt, füllt auch gleich noch den Kofferraum! So ging es mit Mobilfunk-Angeboten, Unterhaltungselektronik, touristischen Produkten, Mietwagen – und umgekehrt wildern aus derselben Motivation Tankstellenbetreiber nicht minder aggressiv in fremden Revieren. Zuletzt etwa Shell mit seinem Apotheken-Angebot. Die Moral: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Autofahrer.

Mehr zum Thema in AUTO BILD 28/2009 (ab 10. Juli am Kiosk)

Autor: Roland Wildberg

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