Erster Fahrbericht Alfa MiTo

— 25.06.2008

Neuer Liebling

Mit dem MiTo möchte Alfa das sportlichste Auto seiner Klasse stellen. AUTO BILD hat mit dem neuen Italiener schon mal eine Ausfahrt gemacht: Wird der MiTo den hohen Ansprüchen gerecht?
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Von Joachim Staat Im gnädigen Abendlicht, im Hof des noblen Castello Sforzese zu Mailand, wählte Alfa-Chef Luca di Meo große Worte: "Der MiTo soll das sportlichste Auto seiner Klasse sein!" Basta. Was ist seine Klasse? Punto Abarth, Polo GTI, Clio? Das mag stimmen, aber sein unausgesprochenes Vorbild erreicht der MiTo nicht: Der Mini ist sportlicher, dynamischer, direkter. Auch basta. Zweifellos haben die Entwickler um Fiats Technik-Chef Harald Wester eine Menge aus der B-Plattform (Basis für Punto, Opel Corsa) herausgeholt: spezielle Stoßdämpfer mit Rebound-Feder unterdrücken das Wanken, per Wählschalter lassen sich Lenkung und Gasannahme schärfer einstellen. Trotzdem rumpelt der MiTo in plötzliche Löcher, die Lenkung gibt trotz variabler Servounterstützung wenig Gefühl für die Straße. Und der Geradeauslauf des Alfa lässt auf der Autobahn zu wünschen übrig. Nein, in Sachen Querdynamik ist der Mini eindeutig überlegen und bleibt das Maß der Dinge.
Zur offiziellen Homepage des Alfa MiTo
Ansonsten kommt der MiTo dem Mini recht nahe. Der leise 1,4-Liter Turbobenziner mit 155 PS hat Dampf in jeder Lage und dreht fröhlich bis in den roten Bereich bei 6500 Touren. Selbst Zwei-Meter-Riesen kommen dank der Verstellmöglichkeiten auf den Vordersitzen zurecht. Sogar die kleinen Macken teilt der Alfa mit dem modischen Briten: Der Fond (serienmäßig nur zwei Plätze, ein dritter kostet 180 Euro extra) taugt nur als Strafbank für Kurzzeit-Passagiere. Der Kofferraum ärgert mit einer hohen Ladekante, und das reichlich verteilte Plastik rund um die Mittelkonsole wirkt billig. Das sieht bei Kompakten dieser Größe (4,06 Meter Länge) selten besser aus, stört aber, weil Alfa erstmals Premium-Preise verlangt. 14.750 Euro kostet die Einstiegsversion mit einem 95 PS starken 1,4-Liter-Benziner. Für den neuen 1,6-Liter-Diesel (120 PS) und das 155-PS-Topmodell verlangen die Italiener 17.950 Euro. Im Frühjahr 2009 sollen der GTA mit 1,8-Liter-Turbo und 230 PS folgen, erst dann sind auch das angekündigte Doppelkupplungsgetriebe und die elektronisch verstellbaren Dämpfer zu bekommen.
Sieben Airbags, E-Fensterheber, Audioanlage und 16-Zoll-Räder sind Serie
Serienmäßig sind im Basis-Motor u. a. ESP, sieben Airbags, E-Fensterheber, Audioanlage und 16-Zoll-Stahlräder. Weil Alus und Klima fehlen, werden, so rechnet Alfa, 87 Prozent aller Kunden zum Turismo-Paket greifen. Für 1500 Euro sind zusätzlich Klimaanlage, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Lederlenkrad und weitere kleine Leckereien an Bord. Womit die Auswahl aber nur beginnt. Wenn es darum geht, das Auto individuell herauszuputzen, übertrifft der MiTo sogar den Mini. Zehn Außen-, sieben Polster- und fünf Cockpitfarben, zwölf Aufkleber und 14 verschiedene Rahmen für Front- und Heckleuchten – der MiTo ist eine rollende Boutique geworden. Und wie beim Fiat 500 könnte die einkaufsfreudige Kundschaft auf den schicken Alfa fliegen.
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