Erster Fahrbericht Alfa Romeo 8C Spider

Erster Fahrbericht Alfa Romeo 8C Spider

— 04.08.2009

Ein Traum in Weiß

Motor von Ferrari, Chassis von Maserati, Design von einem anderen Stern: Der auf 500 Stück limitierte Alfa Romeo 8C Spider ist das neue Kult-Cabrio für die nächste Saison. Erste Ausfahrt mit der italienischen Schönheit.

Könnte es einen besseren Anlass geben, jetzt und heute das Sparschwein zur Schlachtbank zu führen, als den neuen Alfa 8C Spider? 83 deutsche Kunden meinen: nein. Sie haben bestellt und bekommen ihr Auto bis Ende 2010. Und nur dank der Krise besitzen weitere 33 Alfisti die Chance, mindestens 211 285 Euro nach Mailand zu überweisen. So viel kostet das Grundmodell des 8C Spider. Seine Auflage ist weltweit auf 500 Stück limitiert. Zum Preis eines F 430 Scuderia oder von zwei Maserati Gran Turismo erhält der Alfa-Kunde einen hinreißend schönen Zweisitzer mit hochkarätiger Technik aus Modena und Maranello. Der im 8C noch hubraum- und drehmomentstärkere V8 lernte bei Ferrari das Laufen. Transaxle-Getriebe und Doppel-Querlenker-Fahrwerk entstanden im Zeichen des Dreizacks. Alfa pur sind das Design, die komplett aus Kohlefaser gefertigte Karosserie, das mit viel Alu aufgewertete Cockpit und das Elektroverdeck, das geschlossen so sexy aussieht wie ein knapp sitzender Bikini.

295 km/h Spitze und immer Gänsehaut-Sound

Der 8C wiegt gewichtige 1675 Kilo, aber mit 450 PS unter der Haube und 480 Nm an der Hinterhand darf man trotzdem überlegene Fahrleistungen erwarten. Unterstützt durch eine absolut ausgeglichene Achslastverteilung und durch fette 20-Zoll-Pirellis beschleunigt der Sportler in nur 4,4 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 295 km/h, doch trotz Windschott und tiefer Sitzposition kämmt uns der Fahrtwind schon ab 180 die Mähne streng nach hinten. Emotion pur vermittelt über das gesamte Drehzahlband der V8 mit seinem Gänsehaut-Soundtrack. Der 8C Spider ist kein kapriziöses Sonntagsauto, sondern ein kerniger GT, der sowohl auf der Rennstrecke als auch im Stop-and-go-Verkehr bella figura macht. Die in sich ruhende Fahrmaschine liegt satt auf der Straße, baut mehr Grip auf, als es der Magengrube recht sein kann. Sie kennt kaum Traktionsprobleme, hält selbst auf schnellen Geraden stoisch die Spur und lässt sich im Dialog zwischen Lenkung und Gaspedal entweder geschmeidig auf Zug fahren oder spektakulär um enge Ecken treiben.

Mit Carbon-Keramikbremsen verzögert der Spider wie im Zeitraffer

Gute Stube auf Italienisch: Der 8C empfängt uns mit viel Leder und Leichtmetall.

Der V8 brennt kein Hochdrehzahl-Feuerwerk ab, sondern macht den Hinterrädern schon bei 2000 Touren mit über 400 Nm die Hölle heiß. Das sequenzielle Sechsganggetriebe wechselt die Gänge entweder automatisch oder im Takt der Schaltpaddel. Die Lenkung spricht schnell an, könnte aber direkter ausgelegt sein. Über alle Zweifel erhaben ist die Carbon-Keramik-Bremse, deren Zeitraffer-Verzögerung Vierpunkt-Gurte verdient hätte. Klar – ein Ferrari ist stärker und schneller, ein Maserati günstiger und vernünftiger. Doch in der Summe seiner Eigenschaften ist der 8C Spider noch faszinierender, noch exklusiver, noch extremer. Außerdem ist er ein gutes Investment, denn sobald die Auflage vergriffen ist, steigen die Preise.

Technische Daten Alfa Romeo 8C Spider • V8, vorn längs • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 4691 cm³ • Leistung 331 kW (450 PS) bei 7000/min • max. Drehmoment 480 Nm bei 4750/min • Hinterradantrieb • sequenzielles Sechsganggetriebe • Leergewicht 1675 kg • 0–100 km/h in 4,4 s • Spitze 295 km/h • Verbrauch (EU-Mix) 15,8 l SP • CO2 377 g/ • Preis 211.285 Euro.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Alfa Romeo wird 100 – und wir stoßen an mit dem 8C Spider. Was uns an ihm besonders fasziniert? Dass die Italiener die hohe Schule des Heckantriebs doch noch nicht verlernt haben. So gesehen ist der 8C auch Verpflichtung und Versprechen für die Neuauflagen von Brera, GTV und Spider.

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