Fahrbericht BMW Z4

BMW Z4 Roadster BMW Z4 Roadster

Erster Fahrbericht BMW Z4

— 20.03.2009

So fährt der neue BMW Z4

"Der schönste BMW seit Jahren". Sagt nicht BMW, sondern AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke über den neuen Z4. Nach der ersten Ausfahrt steht fest: Der Mann ist frisch verliebt.

Endlich! Wir dürfen die Sonnenbrille aufsetzen, streichen dem BMW übers warme Blech – was für eine Freude! Der neue Z4 ist kein frontlastiger Nasenbär mehr wie der 96er Z3 und konsequenter als der etwas wirre Z4 von 2002. Sonnenbrille wieder ab – da steht, so sehe ich es, der mit Abstand schönste BMW seit Jahren. Die Proportionen stimmen einfach. Der Neue ist merklich länger (24 Zentimeter), breiter (knapp zehn Zentimeter) und flacher (acht cm) als der Alte. Das Design folgt der reinen Roadster-Lehre: ultralange Motorhaube, Sitze fast auf der Hinterachse, kurzes, leicht eingezogenes Heck. Großartig! Und der Z4 sieht sogar mit dem flachen, eng anliegenden Dach ausgesprochen attraktiv aus. Er wirkt dann nicht wie ein geschlossenes Cabrio, sondern eher wie ein gestähltes Wildpferd, das seine Kraft und Schnelligkeit selbstbewusst zur Schau stellt.

Schöne Formen, starke Motoren, verwirrende Namen

Das sind keine leeren Versprechungen, wie die Motorenauswahl zum Start am 9. Mai 2009 zeigt: vom sDrive 23i mit 204 PS bis zum sDrive 35i mit 306 PS. Verwirrende Namen – was dürfen wir uns unter sDrive 23i vorstellen, wenn es sich dann doch um einen 2,5-Liter handelt? Egal, die Reihensechser mit der Efficient-Dynamics-Spritspartechnik kennen wir schon. Einsteigen bitte. Der Z4 mag gewachsen sein, verlaufen wird sich im zweisitzigen Abteil niemand. Meine 1,93 Meter finden auf alle Fälle bequem Platz, werden fast angesaugt von den knackig-straffen Sportsitzen. Griffiges Lenkrad, zwei klassische runde Uhren in tiefen Höhlen – hier passt alles. Das Dachöffnen dauert knapp 20 Sekunden. Der Dreiliter-Doppelturbo mit 306 PS klingt trocken, staubig, weniger warm, eher heiser-aggressiv. Der bissige Direkteinspritzer tritt früh und heftig an (400 Nm bei 1300 Touren) und dreht BMW-typisch entfesselt. Dazu das schnell und weich schaltende Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe (2400 Euro extra) mit den wunderbaren Zwischengas-Stößen beim Runterschalten – oooh, der Z4 kitzelt den Gasfuß wie nie zuvor.

Offen bei 140 km/h: Das schmerzt richtig

Hinter der sehr schräg stehenden Frontscheibe ist man bei niedrigem Tempo gut geschützt, dann fächelt eine Brise sanft ins Cockpit. Doch kommt der Dreiliter in Schwung, brandet der Fahrtwind heftig ins Cockpit und schlägt auf Tester und Fotografen ein. Der mault sogleich herum und zieht sich eine seltsame Mütze über die Ohren, oberhalb von Tempo 140 schmerzt es dann richtig. So soll es sein, der BMW ist im Kern ein Roadster geblieben. Doch BMW hat bei der Abstimmung des Fahrwerks die reine, harte Roadster-Lehre verlassen – gut so: Der Z4 liegt trocken und mit seiner präzisen Lenkung sehr agil auf der Straße; ein Genuss, wie er gierig einlenkt und sich durch Kurven zirkeln lässt. Das Heck ist trotz seiner ESP-Sicherung immer auf der Lauer, stets auf dem Sprung. Doch ein nervöses, knüppelhartes Sportgerät ist dieser BMW bei Weitem nicht. Er federt anständig und taugt deshalb auch für die entspannte Tour auf dem Boulevard. Da müssen sich Mercedes SLK und Audi TT diesen Sommer ganz warm anziehen.
Dirk Branke

Dirk Branke

Fazit

Der neue Z4 ist nicht nur größer geworden, sondern stilistisch und technisch eine Liga aufgestiegen. Ein faszinierendes Auto, bildschön und schnell. Da guckst du!

Stichworte:

Roadster

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