Erster Fahrbericht Porsche 911 Turbo — 12.10.2009
Tanz mit dem 911er Turbo
Jeder Gas-Stoß wird zum Endorphin-Tsunami: Die siebte Generation des aufgeblasenen Elfers wuchtet 500 PS auf die Räder, stürmt in 11,9 Sekunden auf Tempo 200. Erster Ausritt mit dem neuen Porsche 911 Turbo.
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Verheißungsvoll schnatternd wie die Desperate Housewifes meldet sich der neue Sechszylinder-Boxer im Heck zum Dienst. Also im hervorragend passenden Sportsitz zurechtrücken, den ersten der sechs knackig rastenden Gänge einlegen und ab ins Vergnügen. Der Endorphin-Tsunami lässt dann auch nicht lange auf sich warten. Schon nach 3,7 Sekunden liegt Tempo 100 an und unser Kleinhirn verlangt sofort nach mehr. Kein Problem. In 11,9 Sekunden geht es bis auf 200 km/h, Schluss mit lustig ist erst bei 312 Km/h. Mit dem optionalen Doppelkupplungs-Getriebe (3915 Euro) flutscht es sogar noch ein bisschen besser, spurtet der Turbo ein paar Zehntel schneller.
Der Turbo verwandelt Kurven zum Abenteuerspielplatz für Erwachsene
Der 3,8 Liter große Biturbo mit Direkteinspritzung und 500 PS klotzt in jeder Lage so gewaltig ran, dass Ferrari & Co Gesellschaft auf der linken Spur und in Folge womöglich auch eine Krise bekommen. Denn neben der schieren Kraft, die bei Bestellung des "Sport Chrono Paket Turbo" (4034 Euro) kurzfristig sogar von 650 auf 700 Nm wächst, begeistert der Turbo auch noch mit einem himmlisch heißen Handling. Der aufgeblasene Elfer verwandelt Kurven zum Abenteuerspielplatz für Erwachsene, wobei die Elektronik aufmerksam und zuverlässig über das Wohl der großen Kinder wacht. Mit Wonne sticht der Ober-Elfer in die Kurve, findet die Ideallinie quasi von allein und zoomt sich mit heiserem Auspuffschnarren im Zeitraffer an die nächste Biegung heran. Herrlich, zumal die Lenkung so direkt und unmittelbar reagiert, als würden wir mit eigenen Händen an den Achsschenkeln zerren.
Turbo-Treiben ab 145.871 Euro
Zickig wird der straff, aber nicht brutal gefederte Turbo heute nur noch, wenn man das ESP abschaltet. Doch dazu gibt es weniger Grund denn je. Der Ober-Elfer fegt so souverän über den Asphalt, dass ohne Elektronik auch keine schnellere Rundenzeit drin ist. Wenn auch noch die dynamischen Motorlager (im Sport Chrono Paket Turbo, verringert die Massenträgheitseffekte durch den Motor) und das Porsche Torque Vectoring (bremst das kurveninnere Hinterrad ab und bewirkt so ein Eindrehen in die Kurve) mit an Bord sind, wächst der Spaß am Turbo-Treiben in den Bereich einer Überdosis. Beim Blick in die Preisliste wünscht man sich allerdings einen finanziellen Schleuderschutz. Der 911 Turbo startet bei unbescheidenen 145.871 Euro, für weitere 3915 Euro gibt es statt der wunderbaren Sechsgang-Handschaltung auch ein Doppelkupplungs-Getriebe. Wer den druckvollen Schwaben offen genießen möchte, wird mit 157.057 Euro zur Kasse gebeten – was die Verbreitung des Turbo-Tiers dann doch stark begrenzen dürfte.
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Kommentare zum Artikel (46)
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Porsche sollte evtl neben dem 911 noch einen anderen reinen Sportwagen platzieren, der Kunden durch ein hübscheres Innendesign, moderne schnittige Scheinwerfer mit LED-Technik und einer Mittelmotor-Allrad-Kombi alá R8 wirbt.. Leider wird es dann schwer das flache, kühlergrilllose Design zu integrieren.
Heutzutage schaut doch keiner mehr hinter einem Porsche her, da der 911er ja schon sehr lange als DER SPORTWAGEN überall und immer verehrt wird.. Da ist es schon auffälliger und interessanter, wenn jemand ein Fahrzeug der M-GmbH oder einen AMG fährt. Das hat teilweise einfach mehr Stil und ist meistens auch nicht wesentlich langsamer als der 911 turbo...
Porsche muss immer den Spagat zwischen altem Design und Morderne wählen. Was eine leichte Designveränderung in Fankreisen bewirkt hat man ja vor 8-9 Jahren gesehen, als der 911 zwecks Modernisierung die sogenannten Spiegelei-Scheinwerfer bekommen hat.
Ich finde schon, dass der neue 911 modern aussieht und auch zeitlos, leider finde ich es dann schon ein bisl lächerlich, wenn man einen auf modern macht , dem Trend nachgeht und LED Dioden in die Schütze einsetzt, nur damit man auch up to date ist.
@??? Sie haben volkommen recht, das Fahrzeug war genau ein 911 Carrera 3.2 also mit 3164ccm Hubraum und 217 PS.Hatte seinerzeit eine schöne Form und einen guten Sound ,das war es dann auch schon.
Hmm, da hat der Verkäufer Sie aber ganz schön über den Tisch gezogen. Der 911SC wurde nur bis Ende 1983 gebaut! Danach hieß er wieder Carrera und ab 1988 gab es das Nachfolgemodell 964! Ich hatte einen von 9/1991 (Carrera2) und da hat auch nichts gewackelt oder gequietscht.