Erster Galileo-Satellit im All

Erster Galileo-Satellit im All

— 29.12.2005

GPS bekommt Konkurrenz

Was mit dem Start von "Giove A" beginnt, soll 2011 eine europische Alternative zum GPS der USA sein. Nicht nur Autofahrer werden profitieren.

Das komplette System startet 2011

Der erste Testsatellit fr das europische Navigationssystems Galileo ist vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gestartet. An Bord einer Sojus-Trgerrakete wurde "GIOVE A" am 28. Dezember um 6.19 Uhr MEZ ins All geschossen. Der Satellit soll in 23.000 Kilometern Hhe Frequenzrechte sichern und neue Technologien testen.

Ab dem Jahr 2011 sollen insgesamt 30 Satelliten fr Galileo um die Erde kreisen und eine przisere Ortsbestimmung als das amerikanische Konkurrenzsystem GPS ermglichen. "GIOVE A" wird whrend seiner auf zwei Jahre angelegten Mission unter anderem Atomuhren und neue, speziell fr Galileo entwickelte Signalgeneratoren testen. Zudem soll er die Frequenzen sichern, die Galileo von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) zugeteilt wurden. Die Signale mssen bis Juni 2006 erfolgreich im All ausgestrahlt werden. Erprobt werden sollen auerdem neue Schlsseltechnologien unter erhhter Strahlungsintensitt im All.

Galileo wurde auf Initiative der Europischen Kommission ins Leben gerufen und wird gemeinsam mit der Europischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt. EU, ESA und ein privates Betreiberkonsortium investieren in den kommenden Jahren rund 3,5 Milliarden Euro in den Aufbau des zivil ausgerichteten Navigationssystems. Deutschland beteiligt sich an der bis 2008 laufenden Entwicklung und Erprobung mit rund 20 Prozent der insgesamt 1,1 Milliarden Euro Gesamtkosten. An dem Projekt sind auerdem China, Indien, Israel, Marokko, Saudi-Arabien und die Ukraine beteiligt. Es soll allein in Europa mehr als 150.000 Arbeitspltze schaffen.

Galileo hat GPS einiges voraus

"GIOVE A" soll ab Mitte Januar Navigationssignale zur Erde senden. Der nahezu wrfelfrmige Satellit hat ein Startgewicht von rund 600 Kilogramm und erreicht nach der Entfaltung von zwei Sonnenkollektoren eine Spannweite von 4,5 Metern. Im Frhjahr soll ein zweiter Testsatellit, "GIOVE B", ins All starten. Bis 2008 sollen insgesamt vier Satelliten die Erde umkreisen und eine erfolgreiche Testphase sicherstellen.

Fr die Verbraucher in Europa hlt Galileo vielfltige Anwendungen bereit: Autofahrer knnen laut EU-Kommission ber ihre Fahrzeugnavigation vor Staus und Kollisionen gewarnt werden. Auch Autopilotfunktionen bei langsamer Fahrt sind demnach mglich Anders als das Global Positioning System (GPS) der USA und das russische Glonass steht Galileo ausschlielich unter ziviler Kontrolle Nutzer von Bussen und Bahnen knnen von den Verkehrsbetrieben minutengenau ber die Dauer von Verzgerungen auf dem laufenden gehalten werden Nutzer von Mobiltelefonen knnen durch ihr auf Galileo abgestimmtes Telefon ins nchste Restaurant oder in Geschfte in der Umgebung geleitet werde Bei Notfllen finden Rettungskrfte zum Patienten durch das Galileo-fhige Mobiltelefon Lnder, die elektronische Fufesseln zulassen, knnen Straftter mit Hilfe des Galileo-Signals nonstop berwachen.

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GPS

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