Erster Test Dacia Sandero

Dacia Sandero Dacia Sandero

Erster Test Dacia Sandero

— 18.06.2008

Ausweg oder Holzweg?

Der Dacia Sandero steht ab sofort beim Händler, kostet gerade mal 7500 Euro und sieht sogar gut aus. Was der Rumäne sonst noch kann, lesen Sie hier – im ersten Fahrbericht von AUTO BILD.

Der sehr kastenförmige Logan war der Anfang, dann folgte der schon ansehnlichere Kombi MCV, jetzt zündet Dacia die nachste Stufe: Sandero heißt der Neue der rumänischen Renault-Tochter, und er kostet 7500 Euro. Ein Neuwagen wohlgemerkt, mit drei Jahren Garantie. Mogelpackung oder Geniestreich? "Sandero" jedenfalls ist ein Kunstwort, es soll an das spanische Wort fur Weg – sendero – und ganz einfach an Sand erinnern. Also an Abenteuer, ein bisschen Wüste oder auch Wildnis, und es soll international klingen, irgendwie. Das Auto selbst war ursprünglich nur für Brasilien geplant, jetzt wird es weltweit angeboten, auch bei uns.

Das Platzangebot überzeugt: vorne fast Kompaktklasse, hinten geräumiger Kleinwagen. Dazu gibt's 320 Liter Kofferraum.

Für die 7500 Euro gibt es einen ansehnlichen Fünfturer, knapp über vier Meter lang, das war früher mal Kompaktklasse. Mit sehr ordentlichem Platzangebot – vorn fast Kompaktklasse, hinten geräumiger Kleinwagen – und mit 320 Liter großem Kofferraum. Das Design, wir wollen das ausdrücklich betonen, denn es ist wichtig, hat im Vergleich mit den ersten beiden Dacia einen großen Sprung gemacht – hier ist jetzt nichts mehr peinlich, wirklich nicht. Nein, der Sandero hat durchaus Charme – vielleicht sind es ja die brasilianischen Gene. Zur Ausstattung der 7500-Euro-Basis gehört dann aber wirklich nur das Nötigste: ABS, zwei Airbags, Sicherheitsgurte und solche Dinge. Beim Ambiance für 1000 Euro mehr sind dann Servolenkung, Zentralverriegelung, Umluftregler und Ähnliches eingebaut und zur Spitzenversion Laureate – ab 9300 Euro – gehören Seitenairbags, geteilt klappbare Rücklehne, Bordcomputer, höhenverstellbares Lenkrad, elektrische Aussenspiegel und mehr. Die 9300 Euro beziehen sich auf den 1,4-Liter mit 75 PS, der von uns gefahrene 1,6-Liter mit 87 PS (gibt es nur als Laureate) kostet glatte 10.000 Euro.

Fit für Schlaglochpisten: 15,5 Zentimeter Bodenfreiheit machen's möglich.

Die Motoren sind – ebenso wie die Fahrwerkskomponenten – altgediente Renault-Teile, und der Sandero fahrt sich denn auch ganz ahnlich wie ein Clio – sagen wir mal, der letzten Generation. Also gemütlich, fur unsere Begriffe schaukelig. Die kommode Fahrwerksabstimmung ist, genau wie die große Bodenfreiheit von 15,5 Zentimetern, ein Zugeständnis an die mehrheitlich miesen Straßenverhältnisse in den angepeilten Entwicklungs-Märkten.

Auch der Motor, selbst der stärkere der beiden, ist ein sehr zurückhaltender Geselle, der sich höchst ungern auf höhere Drehzahlen müht und dann missmutig brummt. Langsam ist er deshalb aber noch lange nicht – der Sandero wiegt ja nur 1,1 Tonnen. Die einigermaßen gefühllose, ungenaue Lenkung und die Schaltung mit ihren langen Wegen kennen wir so oder so ähnlich auch aus anderen Renault. Und die schwammigen, zu kleinen Sitze ohne jeden nennenswerten Seitenhalt erwähnen wir hier nur der Vollständigkeit halber.

Ein Problem ist das alles nicht: Wer ein Auto zu solchen Preise kauft, erwartet keinen rasanten Kurvenräuber oder schneidigen GTI, sondern einen praktischen, nützlichen und uneitlen Gebrauchs-Wagen. Und genau den bekommt er mit dem Sandero. Auf dem Holzweg ist er ganz bestimmt nicht, eher in der Erfolgsspur.

2009 kommt das Sandero-SUV

Ende 2009 wird Dacia sogar Staub im Geländesegment aufwirbeln, denn die Renault-Tochter plant unter anderem ein Sandero-SUV. Das soll ebenfalls zum Kampfpreis auf den Markt kommen. Unter der Haube sollen zwei 1,6-Liter-Benziner (90 oder 110 PS) sowie der 1.5 dCi mit 85 PS zum Einsatz kommen. Auch ein stärkerer Diesel mit 105 PS steht auf dem Plan.

Erste Bilder vom künftigen Dacia-SUV ab sofort in AUTO BILD 25/2008!

Autor: Dirk Branke

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