ESP in Kleinwagen

ESP-Kontrollleuchte ESP-Kontrollleuchte

ESP in Kleinwagen

— 03.05.2011

Was kostet Sicherheit?

In vielen Kleinwagen gibt es den Schleuderschutz ESP nur gegen Aufpreis – oder gar nicht. Dabei darf Sicherheit keine Klassenfrage sein. Wir haben die Modellpaletten überprüft.

Das Kleinwagensegment hat reichlich Lücken – zumindest, was die Ausstattung mit ESP angeht. Und das ausgerechnet in einer Fahrzeugklasse, in der es von Fahranfängern wimmelt. Dabei könnte eine vollständige ESP-Ausrüstung jedes Jahr viele tödliche Unfälle verhindern. Laut Studien kann ESP Schleuderunfälle um bis zu 80 Prozent reduzieren. Trotzdem wird bei vielen Kleinwagen noch immer an der Sicherheit gespart. AUTO BILD hat geprüft, welche Modelle ESP in Serie bieten, wo es gegen Aufpreis zu haben ist – und bei welchen Autos der Schleuderschutz überhaupt nicht erhältlich ist (oben in der Bildergalerie). Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist ESP, und was bringt es? Das Elektronische-Stabilitätsprogramm (ESP) stabilisiert das Auto in kritischen Situationen, die Schleudergefahr wird erheblich verringert. So trägt ESP zur Verkehrssicherheit bei, denn 40 Prozent aller Unfälle mit tödlichem Ausgang sind auf Schleudern zurückzuführen.

Ab welcher Fahrzeugklasse gibt es ESP serienmäßig? In der Kompaktwagenklasse ist ESP in der Regel in Serie, 80 Prozent aller in Deutschland verkauften Neuwagen haben es. Aber: Wie die Bildergalerie zeigt, gibt es ESP bei vielen Kleinwagen gar nicht oder nur gegen Aufpreis.

Kann man ESP abschalten – und muss ich mein Fahrverhalten mit ESP verändern? Einige Hersteller bieten die Möglichkeit, ESP bis zum nächsten Motorstart zu deaktivieren. Bei vielen Modellen schaltet sich dann allerdings nur die integrierte Antriebsschlupfregelung (ASR) ab. Dies ist zum Beispiel sinnvoll, um mit Schneeketten am Berg anzufahren – mit eingeschaltetem ESP würden die Räder nicht greifen, das Auto käme nicht vom Fleck. Das Fahrverhalten muss mit ESP nicht verändert werden – das Stabilitätsprogramm greift nur in kritischen Schleudersituationen ein. Aber Vorsicht: Auch ESP an Bord kann die Gesetze der Physik nicht außer Kraft setzen. Wer bei schlechten Straßenverhältnissen zu schnell unterwegs ist, dem hilft im Notfall auch ESP nicht mehr.

Gibt es ESP zum Nachrüsten? Nein. Eine klassische Nachrüstung ist nicht möglich, die Technik ist zu komplex. Für einige Modelle, die ESP nicht serienmäßig haben, gibt es den Schleuderschutz als Extra ab Werk.

Daihatsu Cuore im Elchtest: Ohne ESP (1290 Euro Aufpreis) heben die kurvenäußeren Räder gefährlich ab.

Wie erkenne ich, ob mein Auto ESP hat? Das ist je nach Fahrzeug unterschiedlich: Entweder gibt es einen ESP-Schalter oder ein Symbol in der Instrumententafel. Bei einigen Modellen lässt es sich nicht erkennen, dann gibt nur die Betriebsanleitung Aufschluss.

Gibt es ESP auch unter anderem Namen? Neben ESP gibt es noch folgende Bezeichnungen: VDC (Alfa Romeo), DSC (BMW, Mazda), ESC (Chevrolet), VSC (Honda), MASC (Mitsubishi). Alle diese Begriffe benennen ein Stabilitätsprogramm, das nach ähnlichen technischen Prinzipien funktioniert.

Ist eine EU-weite ESP-Pflicht geplant? Bereits 2009 hat sich das EU-Parlament für eine ESP-Pflicht ausgesprochen. Danach sollen ab Ende 2011 alle neu entwickelten Pkw- und Transportermodelle, die in der EU zugelassen werden, mit dem Schleuderschutz ausgerüstet werden. Diese Regelung muss noch endgültig verabschiedet werden.

Oben in der Bildergalerie: Kleinwagen im ESP-Check!

Autor:

Bendix Krohn

Fazit

Laut Uni Köln könnte eine vollständige ESP-Ausrüstung in Europa 4000 tödliche Unfälle pro Jahr verhindern. Die Hersteller argumentieren mit den Kosten, doch an der Sicherheit darf schlichtweg nicht gespart werden. Deshalb ist es ganz einfach: Auch in jeden Kleinwagen gehört ESP.

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ESP

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