ESP-Quote gesunken — 28.05.2010
Abwrackprämie kostet Sicherheit
Die ESP-Armut in Deutschland wird größer. Schuld ist nicht die Wirtschaftskrise, sondern die Abwrackprämie. Sie förderte 2009 den Kauf von Billigautos – und damit einen Rückgang an Sicherheit.
Die Deutschen Autoversicherer schlagen Alarm: Die Quote von zugelassenen Autos mit
ESP in Deutschland ist im vergangenen Jahr von 81 Prozent (2008) auf 78 Prozent gefallen. Nach Schätzungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) wurden im
Boomjahr 2009 mehr als 830.000 Pkw ohne das Elektronische Stabilitätprogramm neu zugelassen. Schuld daran ist die Abwrackprämie: Die meisten
neu gekauften Fahrzeuge waren Kleinwagen – und da gibt es ESP oft nur gegen Aufpreis. Diesen scheuen aber Kleinwagenkunden mehr als Käufer von größeren und damit teureren Fahrzeugen.
Bei den Kleinstwagen gehört dieses Symbol im Jahr 2010 nur bei zwei Modellreihen zur Serienausstattung.
Eine Besserung ist kaum in Sicht: Nach UDV-Angaben gibt es auch 2010 bei einem Viertel aller angebotenen Modellreihen (22 insgesamt) den Schleuderschutz nicht serienmäßig. Am schlimmsten ist die Lage bei den Kleinstwagen. Bei den 19 Baureihen gehört ESP nur beim
Smart und beim
Toyota iQ zum Standard (elf Prozent). Nur wenig besser sieht bei bei den Kleintransportern aus (23 Prozent), bei den Kleinwagen sind auch nur die Hälfte immer mit ESP ausgestattet. In der oberen Mittelklasse, der Oberklasse sowie den Sportwagen liegt die Quote dagegen bei 100 Prozent.
Folgende Fahrzeughersteller bieten ESP laut UDV in allen Autos serienmäßig an:
Alfa Romeo,
Audi,
BMW,
Cadillac,
Chrysler,
Honda,
Jaguar,
Jeep,
Lexus, Mercedes,
Porsche,
Saab,
Seat, Smart,
SsangYong und
Volvo.
Dacia und
Daihatsu haben keine Modellreihen mit serienmäßigem ESP.
Lada bietet gar kein Auto mit ESP an.
Kommentare zum Artikel (6)
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Wer ESP unbedingt benötigt, sollte lieber gar nicht erst in ein Fahrzeug steigen. Es ist viel wichtiger sein Fahrzeug zu beherrschen und die Gesetze der Fahrdynamik nicht zu überschreiten, als ständig auf allerlei Helferlein wie ABS, ESP, Abstandsradar, Navigationsgerät und, und, und zu vertrauen. Nichts gegen den technischen Fortschritt, nur ein Auto sollte man dennoch auch ohne diese Dinge fahren können.
Hab ich`s mir doch gedacht (mein Eintrag vom 29.05. 10:45).
Und Schwupps die Prämien rauf:
http://www.bild.de/BILD/auto/2010/06/02/versicherung-tarife-entwicklung/studie-werden-bis-zu-115-prozent-teurer.html
würden die autobauer die entwicklungsarbeit vom ESP in ordentliche fahrwerke stecken, dann wäre der schnick schnack gar nicht nötig.
@fabian: ich muss dir recht geben. früher gings doch auch!!!
Oder durch ESP gibt es einen Versicherungsrabatt von 10 Prozent. Manche Versicherungen gewähren so einige interessante Rabatte (Neuwagenrabatt, ESP-Rabatt, etc...).
Ich frage mich manchmal wirklich wie die Leute vor 30 Jahren überhaupt Auto fahren konnten? So ganz ohne ESP, Tempomat, Abstandsradar, Toter-Winkel-Warner, Regensensor, Lichtsensor...unglaublich wie die jungen Autofahrer zu richtig unfähigen Fahrzeuglenkern herangezogen werden durch diesen ganzen überflüssigen Technikfirlefanz.