Essen Motor Show 2008

— 01.12.2008

Update! Tuning total

Die Gilde europäischer Tuner und Fahrzeugveredeler pokert in Essen um jedes PS. Bis zum siebten Dezember dürfen leistungshungrige Besucher die Blech gewordenen Superstars bewundern. Einer davon: der 580 PS starke PPI Razor GTR.
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Von Andreas Rogotzki Den Eintritt am Kassenhäuschen hinterlegen, das grüne Gewissen in den Standby-Modus schalten und eintauchen in den Dschungel aus buntem Blech, Bassdröhnen und glizerndem Tuning-Zubehör – das ist die Essen Motor Show 2008. In Zeiten, in denen sich so ziemlich alle Hersteller dem bescheidenen Downsizing verschrieben haben, mag manches PS-Monstrum, dass da aus deutscher Manufaktur nach Essen rollt, wie ein Schlag ins Gesicht für viele geschundene Autobauer wirken. Für den passionierten PS-Freak aber festigen nacheinander fallende PS-Rekorde den Glauben an automobile Lebenskultur. 2008, so scheint es allerdings, sind Tuner und Hersteller deutlich auf die Bremse getreten – die ganz große Sause ist vorbei.
500 PS und Carbon-Karosse im Brabham BT92
Fake: Brabham Racing nutzt den Namen des ehemaligen F1-Weltmeisters Jack Brabham.
Fake: Brabham Racing nutzt den Namen des ehemaligen F1-Weltmeisters Jack Brabham.
Vor diesem Hintergrund sorgt vor allem der Auftritt der Tuningschmiede Brabham für Aufsehen. Unter dem großen Namen der Ex-Formel-1-Legende Jack Brabham fertigt und tuned der Hersteller (Brabham verfügt über den offiziellen Herstellerstatus) drei High-Tech-Boliden auf BMW-Basis. Der Brabham BT 92 stellt dabei mit etwa 500 PS und einer vollkommen aus Carbon gebackenen Karosserie das Topmodell. Beim BT 60 nutzen die Gelsdorfer den BMW M6 als Basis. Spezielle Bremsen und 600 PS Leistung stehen auf dem Datenblatt. Ähnliches plant Brabham Anfang 2009 für den BMW X6, der dann als BT 70 ins Rennen gehen soll. Anmerken muss man jedoch, dass Rennfahrer Sir Jack Brabham nichts mit dem Tuner zu tun haben will. Zweites großes Highlight der Essen Motor Show ist definitiv Bodo Buschmann mit seinem jüngsten Werk: Der Brabus-Chef hat sich als erster Tuner an den Vorzeige-Ökorenner Tesla Roadster gewagt. Die schicken Felgen sind allerdings nicht mehr als nette Details. Vielmehr röhrt der batteriebetriebene Tesla als V8-Hirsch durch Halle 11 – ein spezielles Soundmodul und eine dicke Bassbox im Heck des Sportlers machen es möglich.
Mercedes SL mit über 620 PS und 250.000 Svarovski-Steinchen
Bling-bling: Mercedes SL mit 250.000 Svarowski-Steinchen.
Bling-bling: Mercedes SL mit 250.000 Svarowski-Steinchen.
Neben ernstgemeinten Ideen gibt es auch solche, die wohl kaum den Weg auf die Straße finden werden: Zubehör-Lieferant Supersport klebt in Handarbeit 250.000 Swarovski-Steine auf die Karosserie eines über 620 PS starken Mercedes SL 65 AMG. Nicht wirklich alltagstauglich, dafür aber höchst exklusiv. Die SEMA in Las Vegas hat es vorgemacht, jetzt setzt sich der Dodge Challenger neben dem Platzhirsch Mustang auch bei hiesigen Tunern durch. Federnspezialist Eibach kümmert sich in Sachen Fahrdynamik um den neuen US-Star. Beim Umbau von Geiger Cars allerdings zählt Leistung pur: satte 657 PS stemmt der Ami auf die Achsen. Federn-Profi H&R setzt ebenfalls auf Pferdesstärken und bringt den V8 auf immerhin 570 PS.

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Beim Zubehör kämpfen sich bunte Felgen lansgam aber sicher an die Spitze. Vorbei die Zeit, als schnödes Silber oder Chrom den Ton angaben. Daneben scheint sich der ein oder andere Reifenhersteller deutlicher von der Konkurrenz abheben zu wollen: ein brandneuer, schick aufgemotzter Alfa MiTo von Maranghoni (1.4 Turbo, 225 PS) steht sich in ungemütlicher Enge die roten Gummis platt. Tuning total lautet die Devise bei trendigen LED-Tagfahrlichtern, schicken Spoilern und allerlei banalem Gedöhns – aber die sind, und das muss man den Herstellern lassen, wenigstens bezahlbar. Die große Tuning-Show in Essen geht noch bis  zum 7. Dezember 2008.
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