Essen Motor Show 2002

Essen Motor Show Essen Motor Show

Essen Motor Show

— 05.12.2002

So schön kann Essen sein

Showtime im Pott: Die Tuner zeigen, was sie können – von breit und böse bis zu schön und schneller. Und die Hersteller mischen kräftig mit.

Die Welt der Autofahrer teilt sich in die, die überholen, und die, die sich überholen lassen. Solche Stammtischparolen verkündet die Messegesellschaft Essen gerne und erhebt sie einmal im Jahr sogar zu einer wissenschaftlichen Weisheit. Das ist immer Ende November der Fall. Tusch! Vorhang auf. Bühne frei für die Motorshow. Nirgendwo sonst wird die Lust auf Leistung mehr zelebriert als auf dieser Messe für Tuning, Styling und automobile Veredelungen jeglicher Art. Kein Zweifel: Hier treffen sich die Überholer und Gasgeber. Leute, die ihren letzten Euro in Felgen und Frontlippen, Turbo und Türpins, Lack und Leder investieren. Immer nach dem Motto: Spaß statt Standspur.

Thorsten aus Bochum ist so einer: Kadett E, schwarzmetallic, Borbet-Felgen, Steinmetz-Endrohre, Überrollkäfig und jede Menge Alu im Innenraum. Doch Glitzerkram ist irgendwie out, findet er. Carbon-Optik dafür in. "Ich will ein neues Cockpit im Kohlefaser-Look." Deswegen ist er in Essen. Und wegen der Bassrolle für den Kofferraum.

Weltpremiere des Opel Corsa OPC mit 175 PS

Kleiner Flitzer mit 175 PS: Opels OPC-Corsa läuft 225 Sachen.

Die Motorshow ist laut und schrill. Aber sie kann auch schön sein. Der Beweis steht in Halle sieben und dreht sich im Kreis: Das neue Wiesmann-Coupé trägt riesige 20-Zoll-Räder und ist nicht nur deshalb ein Hingucker. Eine Mischung aus Jaguar, TVR, Austin Healey und BMW. Von dem stammt seine Technik: V8 und Getriebe kommen vom Fünfer. Den Rest des 290 km/h schnellen GT hat Wiesmann auf der Rennstrecke entwickelt. Ab Ende 2003 wird er ausgeliefert – zu Preisen ab 100.000 Euro.

Aber es geht auch billiger. Zum Beispiel bei Opel. Dort steht als Weltpremiere der Corsa OPC mit 175 PS. Der Turbo-Floh beschleunigt von null auf Tempo 100 in 7,9 Sekunden und erreicht ein Spitzentempo von 225 km/h. Fast alle Hersteller nutzen die Bühne, um in der Fankurve der Breitreifen- und Spoilerfreunde zu punkten.

Selbst Lada ist da. Lada? Ja Lada! Kein Witz. Die russische "Nicht-totzukriegen-Marke" präsentiert gleich zwei Sportmodelle: einen 112 Super 1600 für den Rallyeeinsatz und einen 110er mit großem Heckspoiler und auffälliger Graffiti-Beklebung. Von Lada zu Lamborghini in nur 20 Metern. Das gibt's nur in Essen.

Brabus EV12 mit 1000 Nm Drehmoment

Besonders vornehm ist es in den Hallen elf und zwölf. Hier halten die Mitglieder des Verbandes der deutschen Autotuner (VDAT) Hof. Das sind die großen Fische wie Abt, Brabus, B&B, Carlsson, Elia, Milotec, Wetterauer oder Zender.

Seit 15 Jahren schon versucht der VDAT die Tuning-Branche aus der Schmuddelecke mit unseriösem Hinterhof-Habitus herauszumanövrieren. Mit Erfolg. Denn was unter dem Scheinwerferlicht blitzt und glänzt, kann sich sehen lassen.

Sportler-Heck: Irmscher setzt beim Astra Coupé auf DTM-Mode.

Elia zeigt den ersten Tuning-Mégane mit Vierrohr-Endschalldämpfer, B&B einen aufgemotzten VW Touareg V10 TDI mit 380 statt 313 PS. Leistungsmäßig schießt einmal mehr Brabus den Vogel ab. Sein EV12 holt 630 PS und 1000 Newtonmeter Drehmoment aus dem Zwölfzylinder-Biturbo, der bei 340 km/h elektronisch abregelt. "Leider haben wir noch keine Reifen bekommen, die mehr zulassen", bedauert Brabus-Sprecher Sven Gramm. Aber zum Überholen reicht das ja auch erst mal.

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