Esso-Tankstellen

Schlemmer-Service für Millionen Schlemmer-Service für Millionen

Esso-Tankstellen

— 18.02.2003

Schlemmer-Service für Millionen

Mit Investitionen in Millionenhöhe will Esso seine Tankstellen noch stärker zu Einkaufs- und Schlemmermeilen ausbauen.

Speisen rund um die Uhr

Der Tiger hat seinen Dämmerschlaf beendet und setzt wieder zum Sprung an. Nach Jahren mit geringsten Investitionen ins Tankstellennetz will Esso in Deutschland noch in diesem Jahr Millionen Euro ausgeben und einen Teil der 1350 Stationen neu gestalten. "Wir werden in Frankfurt mit Stationen in die Testphase gehen", bestätigte ein Esso-Sprecher die Informationen der Tageszeitung DIE WELT.

Wie in einer spanischen Bodega sollen Kunden in Zukunft bei Esso schlemmen können. Der Esso-Mutterkonzern Exxon Mobil hat in der Schweiz bereits zehn Tankstellen mit diesem "On the run" ("Im Vorbeigehen") genannten Investitionsprogramm auf Trab gebracht. In der neuen Esso-Tankstelle soll es warme Speisen rund um die Uhr geben, serviert an Tischen. Gut 50 Prozent seines Einkommens bestreitet der Tankstellenbetreiber bereits mit Erlösen aus den Shops, 25 Prozent bringt der Kraftstoffverkauf ein, der Rest fließt aus dem Service der Waschanlagen oder Reparaturen. Rund ein Drittel der Kundschaft fährt Tankstellen nur zum Einkaufen an.

Die Investitionen in den Umbau lassen sich nur schätzen, dürften aber mehrere hunderttausend Euro je Tankstelle ausmachen. Als Anhaltspunkt könnte das Beispiel der Dea dienen, die pro Tankstelle bis zu 250.000 Euro ausgab, um den Anschluss an die Konkurrenz wiederzugewinnen. Allerdings ist bei Esso noch nicht entschieden, wie viele Tankstellen die Verjüngungskur erhalten sollen.

Esso – Verlierer in der Branche?

Selbst für Branchenkenner kommt das Bekenntnis der Exxon Mobil aus Texas zu ihrer deutschen Tochtergesellschaft überraschend. Esso gilt als Verlierer des Konsolidierungsprozesses. Während BP den Marktführer Aral schluckt und Shell sich die erfolgreich wiederbelebte RWE-Marke DEA einverleibt, hat sich Esso mit Änderungen bislang zurückgehalten.

Für manchen Beobachter eher unverständlich, akzeptierte das Esso-Management eine Entscheidung des Kartellamts ohne Gegenwehr: Esso darf keine der bis zu 1500 Stationen übernehmen, die die Fusionskonzerne BP/Aral und Shell/DEA als Kartellamtsauflage an Wettbewerber abgeben müssen. Dagegen soll Esso den Marktanteil bei den vorhandenen zehn Prozent einfrieren.

Mit diesen zehn Prozent arbeitet der Ableger des weltgrößten Energiekonzerns Exxon Mobil in Deutschland mittlerweile auf Augenhöhe mit den Stationen des Bundes Freier Tankstellen (Markenname "bft"). Anders als Esso bauen Marktteilnehmer wie Agip, Total-Fina-Elf oder Mittelständler wie Avia und Westfalen in Deutschland kräftig aus. Neueinsteiger wie die österreichische OMV oder die polnische PKN Orlen starten ehrgeizige Engagements. Nur Esso trat bislang derart auf die Investitionsbremse.

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