EU-Import

EU-Import EU-Import

EU-Import

— 24.06.2004

Was die Autos im Osten kosten

Satte 6800 Euro sparen beim Kauf eines Mittelklasseautos? Der Beitritt neuer Länder zur EU macht´s möglich. AUTO BILD hat geforscht – und sagenhafte Preise gefunden.

Sparpreise in den neuen EU-Ländern

Schnäppchenjäger, willkommen im Autosupermarkt Osteuropa! Hier erwarten euch sagenhafte Discountpreise: Etwa ein VW Passat Variant satte 6800 Euro unter deutscher Liste oder ein Ford Mondeo mit gleichem Abschlag. Ein Skoda Octavia Combi um 4700 Euro billiger oder ein Fiat Punto um 3500 Euro. Mit dem modernen Kleinwagen Hyundai Getz zum Preis von 6400 Euro wird sogar das 6000-Euro-Auto schon heute Wirklichkeit. Beim Kauf in Polen gespart: erstaunliche 4100 Euro oder 39 Prozent.

Möglich macht diese Preise der gemeinsame Markt der Europäischen Union (EU), dem seit Mai auch Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn angehören. In allen diesen Ländern werden Autos gebaut und nach Deutschland exportiert. Was liegt also näher, als gleich im Osten zu kaufen und kräftig Bares zu sparen?! Der EU-Beitritt dieser Länder macht es für Deutsche möglich, dort ihr Auto so einfach zu Sparpreisen zu erwerben wie bislang im alten EU-Ausland.

Der Grund für die Discountkurse: Die Hersteller kalkulieren messerscharf nach der Kaufkraft im Osten – auch, um sich dort Marktanteile zu sichern. Zudem drücken hohe lokale Steuern die Nettopreise, in Polen etwa beträgt die Mehrwertsteuer 22 Prozent. Doch die muss der deutsche Käufer dort nicht entrichten, er zahlt stattdessen bei der Zulassung hier die deutsche Mehrwertsteuer von 16 Prozent.

Vorteile und Nachteile

Worauf ist zu achten? • Basisausstattung genau vergleichen, eventuell um Extras ergänzen (die hier aufgeführten Preise sind ausstattungsbereinigte Vergleichspreise). • Ordentlichen Kaufvertrag mit Rechnung machen – und zwar ohne die ausländischen Steuern –, zur Vorlage beim deutschen Finanzamt. • Die EU-Übereinstimmungserklärung (COC) mitgeben lassen, das erspart bei der Zulassung die TÜV-Abnahme. • Ebenso wichtig: Das Serviceheft abgestempelt, unterschrieben und datiert mitgeben lassen – wichtig für Garantie und Gewährleistung innerhalb der EU.

Es gibt aber auch Nachteile: • Die Händler im Osten sind mit dem Verfahren noch nicht vertraut. Geduld und Auf- merksamkeit des Käufers sind also besonders gefordert. • Die Importwagen können hier meist nicht nach Euro 4, sondern nur nach Euro 3 zugelassen werden. Es entgeht also ein (vergleichsweise geringer) Steuervorteil durch Verlust des Freibetrags (Benziner 306, Diesel 613 Euro).

• Bei Kulanzanfragen nach der Garantiezeit zieren sich die Hersteller in Deutschland oft, verweisen auf die ausländische Tochter. Dort dürfte es mit Kulanz schwierig werden. • Als Gebrauchter erzielt ein Import oft niedrigere Kurse. Diese Nachteile muss der Preisvorteil beim Kauf ausgleichen – Tausende von Euro sind dabei natürlich ein Pfund. Entscheiden, wo er kauft, muss jeder Einzelne. Und er darf das auch, so will es das EU-Gesetz.

Preise aus Polen

Vorsicht, die Preise aus Polen schwanken stark. Bei der C-Klasse von Mercedes sind gerade mal sieben Prozent Ersparnis drin, beim kleinen Hyundai Getz sind es stolze 39 Prozent.

Preise aus Ungarn, Tschechien, Slowakei

In Tschechien gibt es offenbar einen Standardpreis, der knapp 30 Prozent unter dem deutschen Listenpreis liegt. In Ungarn und der Slowakei ist ebenfalls eine Ersparnis von fast einem Drittel möglich.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.