Nürburgring

EU-Kommission: Nürburgring-Beihilfen unzulässig

— 01.10.2014

Grünes Licht für den Verkauf

Brüssel stuft staatliche Subventionen für den Nürburgring als ungerechtfertigt ein. Für den Verkauf der insolventen Rennstrecke gibt es aber grünes Licht.

Der Nürburgring hat staatliche Beihilfen von fast einer halben Milliarde Euro zu Unrecht erhalten. Die EU-Kommission erklärte die Finanzhilfen am Mittwoch in Brüssel für unvereinbar mit den EU-Regeln und verlangte deren Rückzahlung. Die obersten Wettbewerbshüter hatten Beihilfen von insgesamt 456 Millionen Euro sowie weitere Maßnahmen zur Abwendung der Insolvenz unter die Lupe genommen. Den Verkauf der insolventen Rennstrecke in der Eifel an den Autozulieferer Capricorn billigte Brüssel hingegen. Nach Ansicht der EU-Kommission waren die öffentlichen Fördermaßnahmen für die Rennstrecke, den Freizeitpark und die Hotels am Nürburgring unzulässig, weil sie den damaligen Eigentümern oder Betreibern einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil verschafften.

Bietverfahren in Ordnung

Die Beihilfen für den Nürburgring waren nicht zulässig - der Verkauf schon

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sagte: „Im Falle des Nürburgrings verstießen die Fördermaßnahmen ganz klar gegen die Beihilfevorschriften.” Das Geld kam vor allem vom Land Rheinland-Pfalz. Die Rennstrecke und sämtliche begünstigte Unternehmen sind inzwischen insolvent. Die EU-Kommission bemängelte, dass die deutschen Behörden keinen Umstrukturierungsplan für die Nürburgring-Gesellschaften in Brüssel vorgelegt hätten. Zugleich stellte Brüssel fest, dass die Rennstrecke im Frühling 2014 „in einem offenen und transparenten Bietverfahren zu ihrem Marktwert” an den Düsseldorfer Zulieferer gegangen sei. Der Kaufpreis betrug 77 Millionen Euro. „Somit haftet der Erwerber nicht für die Rückzahlung der unvereinbaren Beihilfen”, hieß es weiter.

Steuergeld gilt als verloren

Almunia betonte: „Beihilfen dürfen keine Verschwendung von Steuergeldern sein.” Allerdings könne der Nürburgring wegen seiner Insolvenz keine Rückzahlungen leisten. Letztlich gilt Steuergeld in dreistelliger Millionenhöhe als verloren. Die Entscheidung fiel damit aus wie erwartet. Für die rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ist sie ein gewaltiger Dämpfer - auch wenn vor allem die frühere SPD-Alleinregierung unter Ex-Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Brüsseler Fokus steht. Der Sozialdemokrat, der den Ausbau eines viel zu großen Freizeitparks am Nürburgring vorangetrieben hatte, wollte zunächst keine Stellung nehmen. (dpa/fh)
Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung