EU-Pläne für Ladestationen

— 24.01.2013

Europaweit laden

Die EU-Kommission will die Infrastruktur für alternative Antriebe bis 2020 massiv ausbauen lassen. Die Pläne beinhalten unter anderem 150.000 Elektro-Ladestationen, auch Gas- und Wasserstoff-Fahrer sollen profitieren.



(dpa) Mit Tausenden Ladestationen für Elektroautos will die EU-Kommission den Umbruch zu alternativen Antrieben vorantreiben. Damit soll auch die Akzeptanz der Verbraucher erhöht werden. Bislang sind Elektroautos Ladenhüter, auch weil es nur wenig Ladestationen gibt. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas stellte am 24. Januar 2012 in Brüssel Pläne vor, um umweltfreundliche Kraftstoffe zu fördern. Dazu zählen auch Wasserstoff-Autos und Flüssiggas-Laster. Die EU-Kommission will die Abhängigkeit des europäischen Verkehrs vom Öl beenden.

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Die Initiative der Brüsseler Behörde enthält auch konkrete Vorgaben für jedes EU-Land für Tankstellen für Erdgas und Wasserstoff bis zum Jahr 2020. Für deutsche Elektro-Tanker gibt es zudem gute Nachrichten: Der hierzulande gebräuchliche Ladestecker soll zum europäischen Standard werden.

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EU-Verkehrskommissar Siim Kallas will mit Europas Autofahrer unabhängiger vom Erdöl machen.

Die Pläne sind Vorschläge, die EU-Länder und das Europaparlament werden nun darüber beraten. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zeigte sich aufgeschlossen. "Wir werden den Vorschlag der Kommission mit Interesse prüfen und begleiten”, teilte er auf Anfrage mit. Dies liege im deutschen Interesse: "Wir wollen Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität werden." Deutschland hat heute mit 1937 Stationen nach Angaben der EU-Kommission die meisten Elektro-Tankstellen in Europa. Bis zum Jahr 2020 soll diese Zahl nach dem Willen der Kommission auf 150.000 öffentlich zugängliche Zapfstellen anwachsen.

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Auch Erdgas-Fahrer sollen mobiler werden. Sie sollen demnächst höchstens 150 Kilometer bis zur nächsten Zapfsäule fahren müssen. Dies könnte den Anteil von Erdgas-Wagen an der europäischen Flotte von derzeit 0,5 auf 5 Prozent bis 2020 steigern, meint die EU-Kommission. In Deutschland gebe es heute knapp 840 Tankstellen – das ist viel im europäischen Vergleich.

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Bilder Schriebers Stromkasten, Teil 161
Derzeit kränkelt der Markt für grüne Antriebsformen vor allem an mangelnder Infrastruktur, meint Verkehrskommissar Kallas. So gebe es in ganz Europa nur 38 Füllstationen für Flüssiggas. Zapfstellen sollen nun entlang wichtiger Routen im Abstand von höchstens 400 Kilometern entstehen.

Vor allem Schiffe und Lastwagen nutzen Flüssiggas nach Angaben der Brüsseler Behörde zum Betrieb. Schiffe sollen bis 2020 in den wichtigen europäischen Häfen Flüssiggas tanken können. Das geht laut Kommission bisher nur in einem schwedischen Seehafen. Für Wasserstofftankstellen sollen die EU-Länder gemeinsame Standards entwickeln. Vorschläge für Biokraftstoffe macht die EU-Kommission übrigens nicht, weil diese keine spezielle Infrastruktur benötigen.

Die Brüsseler Behörde ist überzeugt, dass sich ihr Vorschlag trotz der geschätzten Gesamtkosten von 10,5 Milliarden Euro bis 2020 unterm Strich rentiert. Allein durch geringere Ölimporte ließen sich 2,3 Milliarden Euro pro Jahr bis zum Jahr 2030 sparen. "Hinter diesem Vorschlag steckt keine künstliche Philosophie derzufolge wir nette, saubere Treibstoffe brauchen", sagte Verkehrskommissar Kallas. "Es ist eine Antwort auf die Bedürfnisse und die Fragen der Industrie."

Zahlen für den Ausbau sollen nach Vorstellungen der Kommission denn auch private Investoren. Ein Experte erklärte, so könnten die Behörden zum Beispiel bei der Vergabe von Bauaufträgen verlangen, dass Parkhäuser oder Raststätten Elektro-Tankstellen oder ähnliche Anlagen enthalten.

"Überwiegend skeptisch" sieht indes Branchenexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach solche Vorschläge. Der Aufbau einer Elektroladeinfrastruktur in Städten sei enorm teuer. Ob sich dies für private Investoren lohne sei unklar. Bei der E-Mobilität insgesamt sei das Hauptproblem nicht die Infrastruktur, sondern die hohen Kosten für den Kauf der Autos und das Problem der vergleichsweise geringen Reichweite.

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