Auffahrunfall

Europäischer Unfallbericht

— 06.05.2016

Praktische Hilfe beim Unfall im Ausland

Wer mit dem Auto im Ausland unterwegs ist, sollte stets den europäischen Unfallbericht mitführen. Das zweisprachige Dokument erleichtert es, einen Unfall zu protokollieren und später den Schaden abzuwickeln.

Ein Autounfall ist immer mit Ärger und Kosten verbunden – im Urlaub kann es noch unangenehmer und zudem richtig kompliziert werden: Die fremde Sprache, unbekannte Gesetze und Vorschriften, hinzu kommen Aufregung, Stress und Unsicherheit. Um für eine solche Situation gut gerüstet zu sein, gibt es den Europäischen Unfallbericht. AUTO BILD beantwortet die wichtigsten Fragen zu diesem Dokument.

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Was ist der Europäische Unfallbericht? Der Europäische Unfallbericht ist ein europaweit einheitliches Formular, das Autofahrern im Ausland helfen soll, über die Sprachbarrieren hinweg schnell, präzise und unkompliziert den Unfallhergang und die Schäden am Auto zu dokumentieren. Der Unfallbericht wurde vom Dachverband der nationalen Verbände der Versicherungsunternehmen Europas, Insurance Europe, herausgegeben. Ein ausgefüllter und unterschriebener Unfallbericht ist keine Schuldanerkennung – das Dokument dient lediglich dazu, die Unfallaufnahme zu erleichtern, wenn die Beteiligten nicht dieselbe Sprache sprechen. Auch bei einem Autounfall in Deutschland kann der Europäische Unfallbericht hilfreich sein, da mit Hilfe des Berichts die wichtigsten Punkte zum Unfallgeschehen dokumentiert und keine wichtigen Angaben vergessen werden.

Wie sieht der Europäische Unfallbericht aus? Der Unfallbericht besteht aus zwei inhaltlich identischen Seiten, die eine auf Deutsch, die andere in der gewählten Fremdsprache. So kann jeder Unfallgegner den Unfallbericht in seiner Muttersprache ausfüllen. Da in das Formular lediglich Daten und Fakten eingetragen und vorgegebene Punkte angekreuzt werden müssen, ist die Handhabung sehr einfach. Zudem enthält der Unfallbericht Ausfüllhilfen, die das Eintragen der einzelnen Punkte erleichtern. Die jeweiligen Felder der Formulare sind inhaltlich identisch, so dass beide Unfallbeteiligten ihren Versicherungen übereinstimmende Unfalldarstellungen zur Schadensregulierung angeben – eine optimale Voraussetzung für eine zügige Schadensregulierung. Der Unfallbericht muss von beiden Seiten unterzeichnet werden – das bedeutet keine Schuldanerkennung – und als Kopie beiden Seiten vorliegen, zur Not als Handy-Foto. Die weitere Organisation der Schadensregulierung ist dann von zu Hause möglich.

Wie ist der Europäische Unfallbericht auszufüllen? Der Unfallbericht wird am Unfallort ausgefüllt. Die Unfallbeteiligten tragen ihre Angaben zur Person, zu den Fahrzeugen und zum Unfallhergang ein. Zu achten ist auf eine leserliche und kräftige Schrift, so dass auch die Kopie gut zu lesen ist. Ein Kugelschreiber eignet sich dafür am besten. Zur Verdeutlichung des Unfallhergangs ist eine kleine Skizze anzufertigen. Gibt es Unfallzeugen so sind deren Daten ebenfalls im Bericht aufzunehmen. Kann der andere Autofahrer den Bericht nicht selber ausfüllen, so müssen stellvertretend auch die Fragen des Teiles zum zweiten beteiligten Fahrzeug beantwortet werden. Der Unfallbericht ist besonders wichtig bei Schadensfällen, in denen die Polizei nicht zur Unfallaufnahme kommt.

Welche Sprachen umfasst der Europäische Unfallbericht? Der Europäische Unfallbericht ist mittlerweile in elf Sprachen zu haben: Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch, Russisch. Über den europäischen Sprachraum hinaus gibt es auch eine Version auf Japanisch. Weitere Sprachen für den Internationalen Unfallbericht sind in Vorbereitung.

Wo bekommt man den Europäischen Unfallbericht? Den Europäischen Unfallbericht kann man kostenlos beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) anfordern. Außerdem können die Formulare bei Versicherern oder Automobilclubs angefordert oder heruntergeladen werden.
Richtiges Verhalten beim Unfall im Ausland
• Unfallstelle sichern (Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen).
• Fall nötig, Polizei und Rettungsdienst rufen.
• Erste Hilfe leisten, falls erforderlich.
• Nach Unfallzeugen umsehen (Name, Anschrift, Telefonnummer notieren).
• Unfallbericht zusammen mit dem Unfallgegner ausfüllen.
• Mit Kamera oder Handy die Unfallstelle und Sachschäden fotografieren.
• Auch bei geringen Verletzungen einen Arzt im Unfallland aufsuchen; ein Attest kann die Durchsetzung möglicher Schmerzensgeldansprüche erleichtern.
• Nur bei eindeutigem Verschulden polizeiliches Verwarnungsgeld akzeptieren.
• Kein Schuldanerkenntnis abgeben!
• Den Unfall umgehend der eigenen Kfz-Versicherung melden, spätestens innerhalb einer Woche, auch wenn der Unfallgegner schuld ist.
• Grundsätzlich versuchen, Ruhe zu bewahren und höflich zu bleiben.

Autor: Brigitte Oesterle

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