IndyCar

Ex-Formel-1-Pilot Wilson verstorben

— 25.08.2015

Unfall-Drama in der IndyCar-Serie

Wieder ein Todesfall im Motorsport: Der ehemalige F1-Pilot Justin Wilson starb an den Kopfverletzungen, der er sich bei einem IndyCar-Unfall zugezogen hatte.

Rennfahrer Justin Wilson ist tot. Der Brite starb am Montag (Ortszeit) im Alter von 37 Jahren an den schweren Kopfverletzungen, die er sich tags zuvor bei einem Rennen der amerikanischen IndyCar-Serie auf dem Pocono Raceway in Long Pond im US-Bundesstaat Pennsylvania zugezogen hatte. „Dies ist ein monumental trauriger Tag für IndyCar und die gesamte Motorsport-Familie”, sagte Mark Miles, Geschäftsführer von Indycar-Besitzer Hulman & Co. Wilsons Eltern, seine Frau sowie sein Bruder hatten den Tod am Montagabend (Ortszeit) in einer Stellungnahme öffentlich gemacht. „Justin war ein liebender Vater und hingebungsvoller Ehemann ebenso wie ein stark wetteifernder Rennfahrer, der bei seinen Kollegen Respekt genoss”, hieß es in dem Schreiben.

Von Trümmerteil am Kopf getroffen

Respektierter Kollege und erfahrener Rennfahrer: Der Brite Justin Wilson starb im Alter von 37 Jahren

Wilson wurde am Sonntag in der 179. von insgesamt 200 Runden von einem Trümmerteil am Kopf getroffen. Dieses stammte von dem vor ihm fahrenden Wagen von Sage Karam, der in einer Kurve in die Streckenmauer gekracht war. Auf dem Vier-Kilometer-Kurs von Pocono erreichen die Rennwagen Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 320 Kilometern pro Stunde. Nach dem Unfall war Wilson in ein Krankenhaus nach Allentown in Pennsylvania gebracht worden. Von dort kam noch am Abend die Mitteilung, dass er sich in einem kritischen Zustand befinde und im Koma liege.

Wilson, der 2003 für Jaguar und Minardi in der Formel 1 fuhr, ist der erste Pilot seit Dan Wheldon 2011, der bei einer großen US-Rennserie ums Leben gekommen ist. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei Töchter. Nur einen Tag nach dem Ableben von Guy Ligier (85), legendärer Teamgründer und -Besitzer aus Frankreich, trauert die Königsklasse erneut – zumal es sich nach dem Tod von Jules Bianchi infolge seines Unfalls in Suzuka 2014 um den zweiten toten Piloten in weniger als zwei Monaten handelt. „Die Motorsportwelt ist schon wieder zum Stillstand gekommen”, schrieb der britische Formel-1-Weltmeister von 2009, Jenson Button, am Dienstag bei Twitter zum Tode Wilsons.

Kollegen bekunden Trauer und Beileid

Im Jahr 2003 fuhr Wilson auch in der Formel 1, für Minardi und Jaguar - beim USA GP holte er einen Punkt

„Justin Wilson war ein großartiger Mensch und Rennfahrer”, schrieb Button. „Jeder bei McLaren ist zutiefst traurig, diese Nachricht über Justin Wilson erfahren zu haben”, schrieb Buttons Rennstall McLaren-Honda. Lotus-Pilot Romain Grosjean twitterte: „So traurig zu hören, dass Justin Wilson gestorben ist. Was für ein grauenvolles und dramatisches Jahr für den Rennsport. Wir haben zu viele Sieger verloren.“ Mit David Coulthard und Mark Webber meldeten sich auch zwei ehemalige Wegbegleiter aus der F1 zu Wort. „Es ist so traurig, es tut mir so leid“, schreib Coulthard, während Webber mitteilte: „Ein großartiger Mann hat uns letzte Nacht verlassen. Es tut mir so leid. RIP Justin. Meine Gedanken sind bei deinen Liebsten.“

Der Unfall Wilsons weckte auch Erinnerungen an den Crash von Felipe Massa 2009 in der Qualifikation zum Formel-1-Rennen in Ungarn. Der Brasilianer war damals von einer Metallfeder vom Wagen seines Landsmanns Rubens Barrichello am Kopf getroffen worden. Er musste danach den Rest der Saison aussetzen. Im selben Jahr war der britische Nachwuchsfahrer Henry Surtees während der Fahrt von einem Reifen getroffen worden, der sich vom Wagen eines Konkurrenten gelöst hatte. Surtees überlebte den Unfall nicht und starb mit 18 Jahren. (fh/dpa)
Fotos: Picture-Alliance

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