Exklusiv-Interview mit Nico Rosberg

Nico Rosberg: Mein Weg in die Formel 1 Nico Rosberg: Mein Weg in die Formel 1

Exklusiv-Interview mit Nico Rosberg

— 22.11.2005

"Mein Weg in die Formel 1"

Nico Rosberg spricht über seine Bilderbuchkarriere. Exklusiv für AUTO BILD MOTORSPORT öffnete er sein privates Fotoalbum und formulierte die Bildunterschriften selbst.

"Ich werde mich absolut voll reinhängen"

AUTO BILD MOTORSPORT: Nico, schweben Sie nach der Verpflichtung durch Williams-Cosworth noch auf Wolke sieben, oder hat Sie der Formel-1-Alltag schon in seinen Krallen? Nico Rosberg: Ich schwebe bereits voll im Alltag, hatte vorige Woche Werbeaufnahmen für einen Sponsor meines Teams. Die freudige Nachricht kam für mich nicht von heute auf morgen, sondern hat sich stetig angebahnt. Daß ich Anfang 2005 Williams-Testfahrer wurde, war schon ein wichtiger Schritt zum Stammplatz für 2006. Dann bin ich rund 5000 Testkilometer gefahren. Und habe wohl einen guten Eindruck hinterlassen.

Es wurde diskutiert, Sie schon bei den letzten beiden GP in Japan und China anstelle des verletzten Nick Heidfeld einzusetzen. Richtig, wir haben mit Frank Williams Ende September ganz offen darüber gesprochen, die Idee aber dann verworfen. Mein Herz wollte natürlich fahren, aber mein Kopf sagte mir, daß das Ganze auch mit einem gewissen Risiko verbunden ist, denn Suzuka gehört zu den anspruchsvollsten Strecken überhaupt. Statt dessen hat mich Frank nach China eingeladen, wo ich beim GP in alle Abläufe eingebunden wurde, den Funkverkehr, die Briefings, die technische Arbeit. So konnte ich in meine neue Aufgabe reinwachsen.

Worauf kommt es jetzt an? Daß ich mich schnell integriere, alle Mitarbeiter kennenlerne, die ich noch nicht kenne und bei der Entwicklung des Autos helfe. Ich habe dieser Tage das Modell für 2006 schon gesehen – sehr aufregend.

Wie sieht es denn aus? Gut ... Es hat eine Menge neuer Komponenten, Motor, Getriebe. Ich habe ja ein Faible für die Technik.

Wie geht es weiter? Ich bin ab Ende November in Jerez für alle Testfahrten eingeteilt und freue mich riesig auf meine neue Aufgabe. Ich werde mich absolut voll reinhängen.

"Mein Fernziel ist der Titelgewinn"

Ihr Vater gewann mit Williams 1982 den Titel, das war also sein Karriere-Höhepunkt. Sie fangen dort an. Eine schwere Bürde? Nein, das ist doch schön. Vielleicht kann ich da ja anknüpfen, wo er aufgehört hat.

Sie haben Humor, Sie wollen mit Williams und Cosworth-Motoren, ohne BMW, Weltmeister werden? Der Titelgewinn ist mein Langzeitziel. 2006 geht es darum, im Eiltempo zu lernen, so oft anzukommen wie möglich und dabei so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Williams war 2005 nicht so gut, das hat den Vorteil, daß jetzt nicht jeder gleich Siege erwarten kann. Wir müssen uns erst wieder oben reinkämpfen.

Sie haben einen Langzeitvertrag, also viel Zeit mit Williams. Williams war mein Wunschteam. Ich fühle mich sehr wohl dort. Als Neuling kann man sich aber nicht aufführen wie einst Ayrton Senna, der früher von Rennen zu Rennen neue Verträge ausgehandelt hat und hingehen konnte, wohin er wollte.

Sie sagten, Sie verdienen plötzlich einen Haufen Geld für einen 20jährigen. Was kaufen Sie zuerst? Nichts Konkretes. Ich werde mir bald eine Wohnung in Monaco suchen, da steht dann bestimmt die ein oder andere Anschaffung an.

Sind Sie für die Formel 1 optimal vorbereitet? Von meiner bisherigen Karriere her durchaus. Allerdings brauche ich jede Menge F1-Kilometer.

Weil Ihnen die Fitness fehlt? Nein, als ganz normale Saisonvorbereitung. Ich bin zwar 5000 Kilometer im Williams gefahren, aber auf die Belastung in einem F1 muß man sich gewissenhaft und professionell vorbereiten. Doch ich bin ganz sicher, daß ich beim Saisonstart im März 2006 hundertprozentig fit sein werde.

Das komplette Interview und den Einblick ins Rosberg-Familienalbum gibt's in AUTO BILD MOTORSPORT 24/2005 (jetzt im Handel). Darin u.a.: Nicos erste Fahrversuche in einem Gocart auf Ibiza, wann er das einzige Mal in seinem Leben panische Angst hatte und wie Vater Keke über seinen erfolgreichen Sohn denkt.

Autor: Hesseler

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