Exklusive Serie mit Nico Rosberg (9)

Exklusive Serie mit Nico Rosberg Exklusive Serie mit Nico Rosberg

Exklusive Serie mit Nico Rosberg (9)

— 03.07.2006

Mein Reisestreß

Der deutsche Formel-1-Neuling Nico Rosberg (21) erklärt Technik und Faszination der Königsklasse des Motorsports. Diesmal: So nervig ist das ständige Leben auf Achse.

Magenprobleme auf dem Weg nach Spanien

Formel-1-Rennfahrer zu sein, das bedeutet nicht nur Spaß zu haben im Auto, sondern auch viel Streß beim ständigen Hin- und Herreisen. Klar sagen viele: "Ist das schön, du darfst jetzt soviel reisen!" Ich aber weiß noch nicht einmal mehr, wie oft ich in diesem Jahr schon im Flieger gesessen habe! Und das Stressige daran ist, daß ein Reisetag – egal wo ich hinfliege – mindestens einen halben Tag dauert. Wenn du mittags fliegst, ist der ganze Morgen schon verbaut mit Packen und Abreiseplanung. Und kommst du dann abends irgendwann mal an, ist der ganze Tag hin.

Meistens fahre ich schon am Mittwoch zu den Rennen, weil es Donnerstag früh eher selten einen Flieger gibt. Sonntag nach dem Grand Prix versuche ich natürlich immer schnell wegzukommen. Meistens schaffe ich das aber auch erst am Montag.

Besonders nervig sind das Warten und die Langeweile. Deshalb habe ich immer mein Handy und tragbare Computerspiele dabei. Außerdem habe ich in letzter Zeit ein paar Mal japanische Sudoku-Rätsel gelöst. Das finde ich total interessant, habe aber natürlich immer beim schwersten angefangen. Aber Aufgeben gilt da nicht!

Auch die Filme, die bei Langstreckenflügen gezeigt werden, gucke ich alle der Reihe nach durch. Denn wenn ich nicht flach liege, kann ich nicht schlafen. Also muß ich mir die Zeit anders vertreiben. Was das Essen unterwegs angeht: Da habe ich bislang noch keine Sonderwünsche geäußert. Aber ich glaube, für die Zukunft wäre es gut, wenn ich mir auch da was einfallen lasse. Denn auf den Flügen nach Spanien hat es mich zum Beispiel schon öfter mit Magen- und Darmproblemen erwischt.

Verkrampft aus der Holzklasse gestiegen

Meine bislang anstrengendste Reise hatte ich in der Economy-Klasse von Australien zurück nach Monaco. Eigentlich dachte ich: Ob ich jetzt Business oder Economy fliege, ist ja wurscht! Aber hinterher war ich total verkrampft, weil ich einen ganzen Tag auf meinem Hintern gesessen habe. "Holzklasse" zu fliegen ist wirklich keine besonders gute Vorbereitung auf ein Rennen oder einen Test! Also werde ich das in Zukunft ändern. Denn das Geld ist gut investiert, wenn ich ohne Krampf und in Topform am Rennort ankomme.

Mit dem Jetlag, der Zeitumstellung, nach Überseerennen habe ich zum Glück weniger Probleme. Aber ich mache das natürlich auch clever: Indem ich im Flieger eben nicht schlafe. Ich komme an und bin tot! Dann lege ich mich zwölf Stunden aufs Ohr und bin dann wieder wach für die nächsten zwölf Stunden.

Zu einigen Rennen bin ich in diesem Jahr aber auch mit dem Auto gefahren. Nach Barcelona und Imola zum Beispiel. Das ist natürlich viel entspannter. Weil du das Haus verläßt, dich ins Auto setzt und anhalten kannst, wann du willst. Und am besten ist es, wenn mein Vater fährt. Dann brauche ich nicht viel zu machen. Außerdem macht zu zweit reisen mehr Spaß. Und im Flieger bin ich eben meistens allein.

Mein Physiotherapeut kommt aus Deutschland, mein persönlicher Assistent aus Finnland, und mein Vater kommt immer erst am Freitag. Vom Flughafen werde ich deshalb meistens vom Team abgeholt. Denn einen Mietwagen durfte ich bislang nicht nehmen, weil ich zu jung war. Aber seit dem 27. Juni 2006 bin ich ja 21 Jahre alt und darf endlich auch selbst ein Auto mieten.

Wenn ich nach einer anstrengenden Reise wieder zurück nach Hause komme, ist es für mich die beste Erholung, einfach mal total faul zu sein. In der Sonne zu liegen, ein schönes Buch zu lesen. Obwohl ich dazu wenig Zeit habe. Denn wenn ich mal in Monaco bin, muß ich meistens trainieren oder Papierkram fürs Team erledigen.

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