Expansionspläne bei Chevrolet

Expansionspläne bei Chevrolet

Expansionspläne bei Chevrolet

— 18.06.2007

Ehrgeizige Ziele

Nach der Daewoo-Übernahme 2005 will Chevrolet in Deutschland Absatz und Marktanteil erhöhen. Geschäftsführer Peter Sommer im WELT-Interview.

Aus dem Schokoriegel Raider wurde Twix, aus dem Tabakkonzern Philip Morris wurde Altria, und im Februar 2005 wurde aus der koreanischen Automarke Daewoo in Deutschland Chevrolet. "Die Umfirmierung ist ungeheuer gut gelaufen", sagt Peter Sommer, Geschäftsführer der Chevrolet Deutschland GmbH, im Gespräch mit der WELT. Die Chevrolet-Mutter General Motors (GM) hält seit 2002 die Mehrheit an dem einst konkursreifen südkoreanischen Autobauer.

Einstiegsmarke im Massensegment

2006 wurden in Deutschland 23.132 Chevrolet-Neuwagen verkauft – mehr als Alfa Romeo, Chrysler, Saab oder Subaru, die schon deutlich länger auf dem deutschen Markt aktiv sind. Der Marktanteil Chevrolets lag Ende 2006 bei 0,7 Prozent. Europaweit verkaufte Chevrolet im vergangenen Jahr 342.000 Autos. Die Neuauflage der Marke in Deutschland hatte am 19. Februar 2005 begonnen: Damals hatten alle 312 Daewoo-Händler die Flaggen Chevrolets hochgezogen. Mit der Umbenennung setzte der GM-Konzern seine Strategie konsequent fort, Chevrolet weltweit als preiswerte Einstiegsmarke in den Massensegmenten zu positionieren. Hatte Daewoo im Jahr 2004 in Deutschland noch 16.617 Fahrzeuge verkauft, stieg der Absatz ein Jahr später, jetzt unter dem Namen Chevrolet, um 22 Prozent auf 20.258 Fahrzeuge – sicherlich auch unterstützt durch massive Marketingaktionen.

"Das Tempo anziehen!"

Dennoch glaubt Sommer noch nicht, dass die Marke Chevrolet in Deutschland präsent genug ist. In der Branche gibt es eine Faustformel, wonach eine Marke erst dann wahrgenommen wird, wenn rund 100.000 Fahrzeuge auf den Straßen fahren. Aus diesem Grund will Sommer in der zweiten Jahreshälfte 2007 das Tempo anziehen. "Im zweiten Halbjahr wird Chevrolet seine Marketingmaßnahmen verstärken und dabei gezielt daran gehen, insbesondere die Markenbekanntheit zu erhöhen."

Chevrolet-Chef Sommer will die Markenbekanntheit noch 2007 erhöhen.

Schließlich verfolgt der Chevrolet-Chef für den deutschen Markt ehrgeizige Ziele. "In den nächsten sechs bis sieben Jahren wollen wir die Marke von 100.000 verkauften Fahrzeugen erreichen", sagt Sommer. Damit käme Chevrolet dann in Deutschland auf einen Marktanteil von etwa drei Prozent – etwa soviel wie Peugeot heute hat. 80 Prozent der Neuwagenverkäufe von Chevrolet seien Eroberungen von anderen Marken, so Sommer weiter, "vornehmlich von unseren japanischen und koreanischen Wettbewerbern". Weniger als zehn Prozent wechselten von der anderen GM-Tochter Opel zu Chevrolet. Die Kannibalisierungseffekte seien also gering. Um die ehrgeizigen Wachstumsziele zu verwirklichen, plant Sommer, das Händlernetz deutlich auszubauen. "In den kommenden zwei Jahren wollen wir die Zahl der Händler von 300 auf 350 bis 360 und die Zahl der Verkaufsstandorte von 450 auf 600 in Deutschland erhöhen", kündigt er an. Angesichts des Modellfeuerwerks unter anderem mit dem Nachfolger des Matiz, dem Van HHR oder dem Camaro, "müssen wir uns mit unserem Händlernetz darauf vorbereiten".

Die IAA als Impulsgeber für 2007

Nachholbedarf im Vertrieb hat Chevrolet nach den Worten Sommers in den großen Metropolen und vor allem in Norddeutschland, im Ruhrgebiet und im Rhein-Main-Gebiet. "In den neuen Bundesländern sind wir dagegen schon sehr gut aufgestellt." Sommer zeigt sich angesichts der Kaufzurückhaltung der Verbraucher und der Verunsicherung durch die Klimaschutzdebatte unterdessen skeptisch über die weitere Entwicklung der Branche in diesem Jahr. "2007 wird sich auf dem deutschen Markt nicht mehr viel ändern". Juli und August seien traditionell schwächere Monate. Einige Impulse werde es zwar durch die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt im September geben, "aber die starken Herbst- und Wintermonate des Vorjahres werden wir als Gesamtindustrie 2007 nicht wiederholen können". Sommer schätzt, dass die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland im Gesamtjahr bei rund 3,25 Millionen Fahrzeugen liegen wird. Es wird nach seinen Worten sehr schwierig, das Niveau des Vorjahres bezogen auf den Gesamtmarkt zu erreichen. Sommer: "Allerdings ist da immer noch das Fünkchen Hoffnung, dass sich noch etwas zum Guten wendet."

Für Chevrolet selbst hält er für 2007 am Ziel von 30.000 verkauften Autos fest. Zur Jahresmitte wird die US-Marke auf 12.500 bis 13.000 Fahrzeuge kommen. Der Deutschland-Umsatz Chevrolets, der im vergangenen Jahr bei 245 Millionen Euro (2005: 173 Millionen) lag, dürfte angesichts der in diesem Jahr mehr verkauften Fahrzeuge ebenfalls steigen. GM will früheren Angaben zufolge ab Herbst 2007 Autos der Marke Chevrolet in einem Werk nahe der polnischen Hauptstadt Warschau bauen. Den Löwenanteil seines Umsatzes erzielt der Konzern in Europa bisher mit den Marken Opel und der britischen Vauxhall.

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