Explodierende Benzinpreise — 24.02.2012

Kleine Entspannung

1,62 Euro für Super E5: Der Benzinpreis hat ein bisschen nachgegeben. Diesel liegt zurzeit bei 1,47 Euro pro Liter. Das ist aber noch lange kein Grund zur Entwarnung.

(dpa) Die Benzinpreise sind am 24. Februar 2012 bis zum frühen Nachmittag unter ihren Höchstständen geblieben. Im Netz des Marktführers Aral kostete Superbenzin E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,59 Euro je Liter, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Für die meistgetankte Sorte Super E5 mit fünf Prozent Ethanol waren 1,62 Euro je Liter zu bezahlen. Das waren jeweils fünf Cent weniger als der Höchststand im Laufe der Woche. Auch Diesel war mit 1,47 Euro je Liter günstiger als in den Tagen zuvor. "Das zeigt, dass der Wettbewerb funktioniert, auch wenn es immer wieder bestritten wird", sagte der Sprecher. Fraglich ist allerdings, ob es sich um eine nachhaltige Entspannung oder nur ein kurzes Preisloch handelt. Schwankungen um mehrere Cent je Liter an einem einzigen Tag sind mittlerweile an den Tankstellen völlig normal.
Kartellamt kritisiert Preisanhebungen der Ölkonzerne
Das Bundeskartellamt hat die jüngsten Anhebungen der Benzinpreise durch die Ölkonzerne scharf kritisiert. "Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" . "In diesem Oligopol sind die Konzerne in der Lage, Preissteigerungen im Großhandel an die Benzin-Verbraucher weiterzugeben." Das Kartellamt könne verbotene Preisabsprachen zwar nicht nachweisen. Die Konzerne seien allein durch ihre "Reaktionsverbundenheit" in der Lage, den Preiswettbewerb auszuschalten.
Quelle: dpa
Die Rahmenbedingungen für die Benzinpreise zeigen jedenfalls keinen Anlass zur Entwarnung. Die Ölpreise haben am Freitag ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortgesetzt. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent knapp 124 Dollar und damit 15 Cent mehr als am Donnerstag. Am Donnerstag hatten die Ölpreise abermals stark zugelegt. In Euro gerechnet hatte der Brent-Preis sogar ein Rekordhoch von rund 93,5 Euro erreicht. Allein seit Anfang Februar sind die Ölpreise um über zehn Prozent gestiegen.

Pendlerpauschale: Überprüfung nicht angedacht

Einen wichtigen Grund für die hohen Ölpreise sehen Experten in dem Disput zwischen dem Westen und Iran über dessen Atomprogramm. Nachdem die Internationale Atomenergiebehörde IAEA zur Wochenmitte eine abermalige Inspektion im Iran ergebnislos abgebrochen hatte, zeichnet sich in dem Streit keine Lösung ab. Auch von der Währungsseite kommt nur eine geringfügige Entlastung.
Für einen Euro gibt es gegenwärtig etwas mehr als 1,34 Dollar, das sind immerhin drei Cent mehr als vor einer Woche. Seit seinem Tiefstand von 1,27 Euro im vergangenen Monat hat sich der Euro etwas
erholt, ist aber immer noch vergleichsweise schwach.

Herstellerangaben: die große Verbrauchs-Lüge

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Kommentare zum Artikel (44)

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babykomet
28.02.2012, 08:26Uhr

@@Rene:
5 Plätze mit 5 Personen zu besetzen, hieße, dass sich 25 Personen in das Auto quetschen müssten. Sicherlich effizient, aber ebenso unbequem. Dafür gibt es Busse! ;-)

@FNA:
Warte noch ca. 2 Monate, dann kannst Du bei renault den Twizy ordern. Der entsprciht genau Deiner Beschreibung.

@Tim
27.02.2012, 13:38Uhr

Stimmt! Wie die Deppen von einer roten Ampel zur anderen und möglichst die Gänge voll ausdrehen und sich dann später über den Benzinpreis beschweren. Die haben alle einen an der Waffel.

Tim
27.02.2012, 09:55Uhr

Da wird sich noch gewundert, warum keiner demonstriert? Weil es noch zu billig ist...schaut euch mal die Fahrweise an (und nicht nur bei den Vertretern). Es wird gerast, bis zur roten Ampel durchbeschleunigt und alleine ein 2 Tonnen Fahrzeug bewegt.
Aktuell scheint es noch niemanden zu interessieren, dass der Sprit 1,7€ kostet. Das Geld ist noch da...

FNA
26.02.2012, 16:56Uhr

@Vorposter: Ich warte auf die Einführung von Autos wie Opel RAK-E, zweisitzer mit herkömmlicher und nicht allzu teurer Batterietechnik, mit 2 Sitzen hintereinander und mit etwa 100km Reichweite per Ladung zum günstigen Preis. Heute wird über solche Fahrzeuge noch hämisch gelacht, aber es macht wirklich immer weniger Sinn alleine z.B. ein 2-Tonnen-SUV zu bewegen. Ewig wird das sowieso nicht so weitergehen, die nächsten dreissig Jahre werden sicher viele Neuerungen der individuellen Mobilität bringen.

@Rene
26.02.2012, 11:50Uhr

Ich finde, bei einem Auto mit 5 Plätzen sollte in Zukunft der Motor nur noch anspringen, wenn alle 5 Plätze mit 5 Personen besetzt sind. Das würde zu deutlich weniger Verkehr und Umweltverschmutzung führen. Diejenigen die oft alleine zur Arbeit fahren würde sich dann ein Auto mit einem Platz kaufen.

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