Explodierende Mobilitätskosten — 15.07.2008
Rückkehr der Pendlerpauschale?
Die Deutschen fürchten weitere Preissteigerungen – vor allem bei den Autokosten. Jetzt pocht auch die SPD auf die Wiedereinführung der Pendlerpauschale. Alarm in den Parteizentralen.
Die Bundeskanzlerin zeigte am Wochenende zwar Verständnis für die Unterschriftenkampagne der CSU, will in der Sache aber hart bleiben. Doch Merkel wird nun auch von der SPD gedrängt, im Streit über die Pendlerpauschale einzulenken. Ebenso wie Bayerns SPD-Spitzenkandidat Franz Maget fordert Saarlands SPD-Chef Heiko Maas die Wiedereinführung der alten Pauschale. "Wir müssen diejenigen entlasten, die besonders unter den hohen Benzinpreisen leiden. Das sind zuallererst die Berufspendler. Deshalb bin ich schon lange dafür, die alte Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer wieder einzuführen", sagte Maas. Ins gleiche Horn stieß bereits Niedersachsens SPD-Vorsitzender Garrelt Duin: "Die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer ist für ein Flächenland wie Niedersachsen absolut richtig. Viele Menschen in Niedersachsen pendeln täglich zu ihrem Arbeitsplatz. Für sie muss die Politik garantieren, dass sie bei der Pendlerpauschale eine verlässliche Planung haben." Die niedersächsische SPD-Fraktion hatte kürzlich im Landtag die Wiedereinführung der Pauschale ab dem ersten Kilometer beantragt. Der Landesverband will diese so ausgestalten, dass Arbeitnehmer mit niedrigen und mittleren Einkommen entlastet werden.
Gegen die Abschaffung der alten Pauschale laufen vor dem Gericht Verfassungsklagen, die das Gleichbehandlungsprinzip der Steuerzahler verletzt sehen. Die Richter wollen am 10. September über die Rechtmäßigkeit der Kürzung mündlich verhandeln, das Urteil wird voraussichtlich noch in diesem Jahr ergehen. Die schwarz-rote Koalition hatte die Pendlerpauschale 2007 abgeschafft. Seitdem können Pendler kurze Anfahrtswege zur Arbeit nicht mehr steuerlich absetzen. Nur in Härtefällen dürfen die Fahrtkosten ab dem 21. Kilometer wie Werbungskosten abgezogen werden. Die Kürzung der Pauschale hatte die Union in dem im November 2005 geschlossenen Koalitionsvertrag durchgesetzt, im Gegenzug sorgte die SPD für den Erhalt der Steuerfreiheit bei Nacht-, Feiertags- und Sonntagsarbeit. Doch seitdem ist der Kostendruck für die breite Masse enorm gewachsen.

































