Ford plant den neuen Fiesta als Weltauto.

Exportpläne für Ford Fiesta

— 01.09.2008

Auto von Welt

Ford hat nach aufwendigen Kundenbefragungen endlich ein Autodesign gefunden, das allen gleichermaßen gefällt. Der neue Fiesta soll bis 2010 auf fünf Erdteilen verkauft werden.

Sein Feld ist die Welt: Dem neuen Fiesta soll das gelingen, was der Mondeo lange versuchte – ein Auto für alle Märkte zu sein. Nach umfangreichen Kundenbefragungen auf fünf Erdteilen ist sich Ford nun sicher, dass der kleine Europäer in den USA genau so interessierte Käufer finden wird wie in China, Südafrika, Australien oder England. Wie es sich für ein US-Unternehmen gehört, wird dabei der Mund ziemlich voll genommen: "Der neue Fiesta ist ein Wendepunkt in der Geschichte von Ford und aus globaler Sicht vielleicht unser wichtigstes Projekt seit dem berühmten T-Modell, denn er weist der Produktentwicklung des Unternehmens den Weg in die Zukunft auf", sagt Marin Burela, Entwicklungsdirektor für Kleinwagen bei Ford.  


Das Rad neu erfunden haben will Ford mit dem Design: Der Geschmack gerade der jungen Generation wird weltweit immer homogener. So stelle für die Menschen, egal ob in Tokio, Toronto oder Turin, "größer" nicht automatisch "besser" dar. "Das Design gibt den Ausschlag", sagt Entwicklungsdirektor Burela. Nachdem Studien in engem zeitlichen Abstand erst in Frankfurt, dann Detroit und schließlich in Peking auf große Zustimmung stießen, schien dieses globale Gesicht gefunden. "Es gab schon früher Anläufe, ein sogenanntes 'Weltauto' zu bauen", spricht Burela das Mondeo-Experiment an. Doch bei solchen Projekten sei mehr versucht worden, die Kunden an das Produkt anzupassen als umgekehrt. Beim Fiesta hingegen sei das anders. Bereits die Designstudie Verve sei darauf ausgelegt gewesen, auf allen Märkten gleichermaßen für Begeisterung zu sorgen.

Heimatwerk des neuen Fiesta wird wie bisher Köln sein. Doch auch in Mexiko soll er spätestens ab 2010 gebaut werden.

Zugleich versucht Ford, den noch immer existierenden Unterschieden gerecht zu werden: Geplant ist offenbar eine weiter gehende Anpassung des Autos an die regionalen Geschmacksrichtungen: In "maßgeschneiderten, die Besonderheiten der jeweiligen Märkte berücksichtigenden Versionen" soll der Fiesta siebter Generation ab spätestens 2010 auch in Nordamerika, Südafrika, Asien und Australien angeboten werden. Vor allem bei der Fahrwerksabstimmung beständen erhebliche kulturelle Differenzen, die der Hersteller durch unterschiedliche Versionen auszuräumen versucht. Dennoch: Ein Fiesta ist ein Fiesta, ob in Sydney, Sigmaringen oder San Diego. Die eigentliche Sensation dabei: Erstmals versucht Ford mit einem Auto, das in Europa entwickelt wurde, auf dem Heimatmarkt USA und Kanada Punkte zu machen. Die Alte Welt rettet die Neue. Kein Wunder, verkaufen sich doch die lange Jahre erfolgreich gebauten, aber spritdurstigen Trucks nur noch schlecht, seit der Ölpreis im zurückliegenden Jahr so rasant angestiegen ist. So kommt der neue Fiesta, der in Genf 2008 erstmals gezeigt wurde und für sein dynamisches Design viel Lob einheimste, gerade recht.


Im Herbst ist in Deutschland Marktstart für den Kleinwagen, der als Drei- und Fünftürer angeboten wird. Schon sein Vorgänger war ein Exportschlager: In 49 Länder führte Ford den kleinen Kölner aus, 85 Prozent der Produktion befuhr jenseits der Heimat die Straßen. Für die Welteroberung reichen allerdings die Kapazitäten nicht mehr aus, der US-Fiesta wird dann in Mexiko gebaut und modifiziert werden.

Autor: Roland Wildberg

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