F1 2017: Die besten Setups für alle Strecken

F1 2018: Das Spiel im Test

F1-Game: stärkere Gegner, mehr Politik

Am 24. August hat das Warten der Rennspielfans ein Ende. Dann erscheint „F1 2018“. Wir haben die Vorschau-Version des Rennspiels getestet.
Jetzt wird’s professionell! Das neue Formel-1-Spiel erscheint am 24. August und bietet viele Neuerungen, die für noch mehr Formel-1-Feeling sorgen. ABMS-Reporter Alexander Warneke hat bereits die ersten Runden mit der Vorschau-Version des Games abgespult und es auf Herz und Nieren getestet.
Fahrgefühl/Gameplay: Wie die echten Formel-1-Fahrer müssen sich auch Gamer erst mal an den Halo-Bügel gewöhnen. Nach mehreren Runden habe ich mich beim Test an den Heiligenschein gewöhnt. In den Optionen lässt sich alternativ die störende Mittelstrebe ausschalten. Andere Kameraperspektiven ersparen einem die eingeschränkte Sicht komplett.
Insgesamt ist das Fahren etwas schwerer geworden. Besonders Unebenheiten sind durch die neue Aufhängungssimulation stärker zu spüren, der Popometer wird sensibler. 
In F1 2018 müssen wir außerdem nicht nur mit Reifen, Motorteilen und Benzin haushalten. Neu ist die ERS-Power. In fünf Stufen lässt sich die Batterieleistung im Rennen verstellen. Wer zu viel Power freigibt, dem geht der Saft aus. Allerdings lädt sich der Akku im Schonmodus und in Bremszonen wieder auf. Durch die vielen Elemente wird der Spieler mächtig gefordert.

F1 2018 erscheint für PC, PS4 und Xbox

Weniger gefordert ist der Fahrer in der Box. Das Fahren durch die Boxengasse ist weiterhin automatisch. Einen weiteren Minuspunkt bekommt die 2018er-Version für die Benzinsimulation. Selbst mit leerem Tank können Spieler mit geringerer Geschwindigkeit weiterfahren.
Pluspunkte bekommt F1 2018 aber für die verbesserten Computergegner (KI). Die KI fährt am Start aggressiver. Überholmanöver sind in der ersten Runde nicht mehr so leicht. Auch sonst sind die Gegner intelligenter. Sie schmeißen die Tür zu, bremsen sich auf engstem Raum innen vorbei und geraten auch mal mit anderen Fahrzeugen aneinander. Das sorgt für eine gute Show und für mehr Spaß auf der Piste.
VR-Brillen-kompatibel ist F1 2018 nicht.
Spielmodi: Entwickler Codemasters hat den Karrieremodus ausgeweitet. Statt 113 können die Spieler jetzt 124 Entwicklungsstufen für das Fahrzeug freischalten. Neu: Die virtuellen Regelhüter können neu angebrachte Teile verbieten. Dadurch muss das Team abrüsten. Die Performance des Autos leidet und die Entwicklungsarbeit war umsonst.
Eine weitere Neuerung: Nach den Qualifyings und Rennen müssen sich die Spieler wie die echten Formel-1-Fahrer den Fragen der Journalisten stellen. Dadurch wird es im Game politisch. Grund: Jede Aussage gegenüber der Presse beeinflusst das Verhältnis zum eigenen Team und den Rivalen auf der Strecke. Bei vielen schlechten Worten über das Auto passiert es schnell, dass die Ingenieure den Teamkollegen bei der Weiterentwicklung bevorzugen. Der Rivale hingegen zeigt seinen Zorn auf dem Asphalt. Auch Vertragsverhandlungen mit anderen Teams können so scheitern. Anhand der Aussagen teilt das Spiel einem zudem entweder in die Rolle als Sportsmann oder als Showman ein. Besser gesagt: Man ist ein Diplomat wie Vettel oder Badboy wie Verstappen.
Neben dem Karrieremodus können die Gamer wie beim Vorgängerspiel auch mit einem der echten Piloten der Königsklasse eine Saison bestreiten. Im Mehrspieler-Modus wartet ein neues Rangsystem. Die Spieler werden jetzt nach Fairness, Schnelligkeit und Erfahrung bewertet. Dadurch treffen Gamer jetzt auf ebenbürtige Gegner.
Die Anzahl der klassischen Fahrzeuge hat Codemasters auf 20 aufgestockt. Neu sind unter anderem der Ferrari und der McLaren von 1976. Allerdings sitzen aus Lizenzgründen in den Cockpits nicht die wahren Formel-1-Legenden, sondern fiktive Charaktere. Wie in F1 2017 können die Classic Cars im Karrieremodus, bei Mini-Meisterschaften, im Einzelrennen und Mehrspieler-Modus eingesetzt werden.
Nachwuchsserien wie die Formel 2 und die Formel 3 haben leider keinen Platz im Spiel gefunden.

Die Wetteranimationen wurden verbessert

Grafik/Animtion: 
Es wird düster in F1 2018. Denn: Im Rennen kann jetzt Nebel die Sicht erschweren. Insgesamt hat Codemasters in der Wetteranimation eine Schippe draufgelegt. Insbesondere die verbesserten Lichtspiele der Sonne verbessern die Atmosphäre auf der Strecke.
Auch die Fahrer und andere Personen an der Strecke sehen authentischer aus. Mimik und Gestik wirken realer. Allerdings ist es schade, dass Fahrer-spezifische Jubelposen ausbleiben, wie der Vettel-Finger, der Shoey oder der mürrisch schauende Iceman. Dafür wurden auf der Strecke Kleinigkeiten wie das Aufwirbeln von Staub und die Hitzewellen aus dem Auspuff überarbeitet.
Sound: Durch die Veränderung der Auspuffsysteme in der Formel 1 sind die Renner lauter geworden. Auch F1 2018 kann da mithalten. Die Flitzer klingen besser als noch im Vorgängerspiel. Für eine Motorsport-Symphonie sorgen aber erst die klassischen Fahrzeuge mit den röhrenden V10- und V8-Saugern.
Unser Eindruck: Codemasters ist mit F1 2018 ein großer Wurf gelungen. Die Einführung der Interviews sorgt für Politik im Fahrerlager. Auch auf der Strecke muss der Spieler mit dem ERS-System und der neuen Aufhängungssimulation sein Rennfahrer-Geschick beweisen. Das verbesserte Mehrspieler-Rangsystem sowie die Ergänzung weiterer klassischer Fahrzeuge sorgen für mehr Qualität und Quantität im Spiel.
Leider werden aber viele Wünsche der Spieler nicht berücksichtigt: selbstständiges Fahren in der Boxengasse, Rennausfall bei Spritmangel, Einführung von Nachwuchsserien und Testfahrten. Abzüge bekommt F1 2018 auch für das Veröffentlichungsdatum. Während Fußball-Spiele zum Saisonbeginn erscheinen, veröffentlicht Codemasters das Formel-1-Spiel erst zur Halbzeit der WM. 
Nichtsdestotrotz ist F1 2018 ein Muss für Formel-1- und Rennspielfans. Am 24. August wird die Rennspielbranche um das beste Formel-1-Spiel aller Zeiten ergänzt.

Autor: Alexander Warneke

Fotos: Hersteller

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