Mercedes-Piloten

F1: Formel selbstlos bei Mercedes?

— 13.03.2014

Rosberg gönnt Hamilton den Sieg

Als selbstlos gelten Rennfahrer nicht unbedingt: Bricht Nico Rosberg mit diesem Klischee? AUTO BILD MOTORSPORT erklärt er, warum er Teamkollege Lewis Hamilton siegen sehen will.

Können sich die Silberpfeil-Piloten nur selber schlagen? Mercedes geht als Favorit in die neue Formel-1-Saison. Experten rechnen mit einem WM-Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Der eigene Teamkollege wird im Silberteam zum härtesten Gegner... und trotzdem gönnt Rosberg Hamilton den Sieg - jedenfalls wenn er selbst ausfällt!

Team hat es verdient

„Ich wünsche meinem Team den Erfolg“, sagt Rosberg auf Nachfrage von AUTO BILD MOTORSPORT. „Wenn ich ihn nicht persönlich holen kann, wäre es also am schönsten Lewis tut das. Das Team hat das verdient. Deshalb sollte Lewis siegen, wenn ich beispielsweise in Führung liegend ausfalle.“ Doch der Wiesbadener betont auch: „Am liebsten gewinne ich natürlich selbst!“

Neutrales Verhältnis

Strandspaziergang unter Freunden & Teamkollegen... Nico Rosberg (li.) & Lewis Hamilton in Australien.

Hamilton gegen Rosberg - neben Alonso-Räikkönen ist es das brisanteste Teamduell der aktuellen Saison. „Ich würde unser Verhältnis als neutral bezeichnen“, beschreibt Rosberg die ehemalige Freundschaft bereits mit etwas Abstand. „Das heißt, dass wir zusammen lachen können, es aber auch mal ein ernstes Wörtchen zu reden gibt.“ Lewis Hamilton schaut fragend in die Runde und zuckt mit den Schultern. „Mir ist noch nicht aufgefallen, dass es irgendwelche Probleme gibt“, sagt er. „Wir haben im Kart und auch in den unteren Formelklassen gegeneinander um Siege gekämpft. Damals sind wir auch Freunde geblieben. Ich erwarte nicht, dass sich das ändern wird.“ Bleibt die Frage: Nimmt Hamilton Rosberg nicht ernst oder sieht er wirklich kein Problem?

Vom Speed her vorn

Wie der Brite das Duell mit dem Deutschen spielt auch Mercedes die Favoritenrolle bewusst herunter. Motorsportchef Toto Wolff erklärt: „Wir versuchen die Erwartungen so gering wie möglich zu halten. Vom Speed her sind wir vorn, das stimmt. Aber hinter der Zuverlässigkeit steht bei jedem ein Fragezeichen. Wir sind bei den Tests fünf oder sechs Rennsimulationen gefahren, haben aber nur zwei beenden können.“

Red Bull nicht abgeschrieben

Für viele Experten gilt Hamilton 2014 als WM-Favorit, genauso wie Rosberg - noch stapelt Mercedes aber tief.

Im Lager der Silberpfeile gelten Williams, Force India, Ferrari und McLaren als potentiell größte Gegner. Wolff: „Aber man darf auch Red Bull nicht unterschätzen. Die sind am zweiten Tag des letzten Tests in Bahrain sehr beeindruckende Zeiten gefahren. Und sie werden sicher noch aufholen.“ Aber auch Mercedes hat zwischen dem letzten Test und dem Saisonauftakt in Australien nicht geschlafen. „Wir alle haben verschiedene Pakete mit in den Flieger nehmen müssen“, verrät Wolff. „Auf meinem stand Kühlung und Hydraulik drauf.“ Aber gerade das sei die Gefahr: Neue, meist ungetestete Teile können auch mal kaputt gehen. Rosberg und das Katastrophenszenario: „Ich rechne damit, dass gleich am Start die ersten stehen bleiben.“

Frischer Wind

Eine hohe Ausfallquote muss aber nicht grundsätzlich schlecht sein. Rosberg: „Wir sind alle am Limit, deshalb sind technische Ausfälle normal. Jetzt müssen wir die Standfestigkeit eben wieder optimieren. Das gibt frischen Wind für den Sport.“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Getty Images

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