F1: Selbstkritischer Schumi

F1: Selbstkritischer Schumi

— 07.05.2010

Schumacher übt Selbstkritik

Michael Schumacher hat Rang zehn beim letzten Rennen in Shanghai noch nicht verdaut.: "Ich war neben der Spur"

Michael Schumacher (41) hat seinen enttäuschenden Auftritt beim Grand Prix von China, als er bei wechselnden Bedingungen nur auf Rang zehn fuhr, noch nicht verwunden. Vor dem Rennen in Barcelona versuchte der Mercedes-Pilot sein überraschendes Formtief zu erklären. "Eigentlich wäre es ja mein Wetter gewesen", gibt der Kerpener rückblickend zu, "aber nach dieser Leistung habe ich mich über mich selbst geärgert." Achtmal war der Rekord-Weltmeister in Shanghai überholt worden, landete am Ende nur auf Platz zehn. Auf Nachfrage von AUTO BILD MOTORSPORT ging der Deutsche sogar ins Detail. Schumacher: "Ich war in China neben der Spur, egal welches Wetter herrschte. Das ging los bei Einstellungen zur Fahrcharakteristik des Motors. Die hätte ich anders wählen müssen. Dann hätte ich mit den Regenreifen noch vorsichtiger umgehen müssen, obwohl ich schon dachte, ich hätte sie schonend behandelt. Und was mir besonders aufgefallen ist: Ich habe im Regen die falsche Linie gewählt. In der Spitzkehre bin ich anders gefahren als alle anderen, weil ich der Meinung war, dass dies die schnellere Linie ist. Dem war aber nicht so. Weil alle anderen die Standardlinie fuhren, trocknete meine Spur nicht ab, also hatte ich keinen Grip. Aus der Cockpitperspektive war das nicht ersichtlich. Gemerkt hab ich es erst, als Sebastian Vettel mich überholt hat. Da hab ich gedacht: 'Da hätte ich auch viel früher drauf kommen müssen!'"

Revolutionäre Airbox am Mercedes

Soll Schumi nach vorne bringen: die neue zweistufige Airbox über dem Cockpit.

Trotz des eher durchwachsenen Starts in sein Comeback nach dreijähriger Pause sieht Schumacher seine sportliche Zukunft durchaus positiv: "Das Rennen in China war eine Ausnahme. Einfach ein schlechter Tag. Grundsätzlich bin ich nämlich durchaus zufrieden mit meiner Entwicklung seit Saisonbeginn." Durch jede Runde im Mercedes GP lerne er mehr über das Verhalten der Bridgestone-Reifen und darüber, wie er den MGP W01 besser auf die jeweilige Rennstrecke abstimmen kann. In Barcelona rückt Mercedes zudem mit einem überarbeiteten Auto aus, das eine Gruppe auserwählter Journalisten während Schumachers Sitzprobe vorab begutachten durften. Das Ergebnis: Der "neue" Mercedes hat einen verlängerten Radstand. Der soll mehr Spielraum bei der Gewichtsverteilung ermöglichen. Eine revolutionäre, zweigeteilte und weiter nach unten versetzte Airbox verbessert die Anströmung des Heckflügels.

Neues Auto bedeutet Schritt nach vorn

Diskussionsbedarf: Schumacher (r.) mit Mercedes GP-Teamchef Ross Brawn.

Mercedes-Teamchef Ross Brawn erklärt: "Das neue Aerodynamikpaket bringt schätzungsweise vier Zehntelsekunden pro Runde, durch die neue Gewichtsverteilung verbessert sich das Fahrverhalten, was sich ebenfalls in Zeitgewinn niederschlagen kann." Schumachers Teamkollege Nico Rosberg (25), in dieser Saison bisher immer schneller unterwegs als der Altmeister, ist sicher: "Mit dem neuen Paket werden wir einen Schritt nach vorne machen. Um den Rückstand auf die Topteams aufzuholen, brauchen wir aber noch etwas mehr Zeit." Den von McLaren kopierten F-Schacht, der auf den Geraden den Luftwiderstand verringert, hat Mercedes in Barcelona allerdings noch nicht im Gepäck. Brawn: "Da fahren wir weiter mit der passiven 50-Prozent-Version, die wir in China eingeführt haben."

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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