F1: Zurück in der Erfolgsspur

Vettel siegt in Japan und ist wieder dran Vettel siegt in Japan und ist wieder dran

F1: Vettel in der Erfolgsspur

— 11.10.2010

Vettel wieder dran

Sebastian Vettel gewinnt den GP von Japan und damit seine Lockerheit zurück. Nur noch 14 Zähler trennen ihn nun von Spitzenreiter und Red-Bull-Teamkollege Mark Webber. In den letzten drei Rennen fahren beide unterschiedliche Taktiken.

Sebastian Vettel steht wieder über den Dingen. Statt sich am Samstagabend in Suzuka (Japan) von Poker-Spezialist und Renault-Pilot Robert Kubica in der Lobby des Suzuka Circuit Hotels ausnehmen zu lassen, schaute der Heppenheimer einfach nur zu und verunsicherte Kubica damit so sehr, dass Vettels hessischer Kumpel Timo Glock trotz Mega-Pechsträhne am Ende doch noch 40 Euro gewann. Der neue Sebastian Vettel (23) ist wieder der alte. Nach seinem Sieg beim Großen Preis von Japan in Suzuka strahlt der Red-Bull-Pilot wieder das Selbstbewusstsein aus, dank dem der Heppenheimer vor Saisonbeginn zum WM-Favoriten erklärt wurde. Sein dritter Saisonsieg lässt ihn seinem Ziel drei Rennen vor Ende der WM einen deutlichen Schritt näher rücken. Vettel liegt jetzt punktgleich mit dem in Japan drittplatzierten Ferrari-Piloten Fernando Alonso an zweiter Stelle der Fahrerwertung. Sein Rückstand zu Teamkollege Mark Webber beträgt nur noch 14 Punkte. Das ist weniger als ein Sieg, für den es 25 Zähler gibt. Vettel: "Ich habe es selbst in der Hand, ich muss die letzten Rennen nur gewinnen. Das ist nicht unmöglich."

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Land unter: Wegen sintflutartiger Regengüsse musste das Qualifying samstags abgesagt werden. Erst am Sonntagmorgen wurden die Startplätze ausgefahren.

Vettel geht mit dem Rückenwind aus Suzuka in die letzten drei Rennen nach Korea, Brasilien und Abu Dhabi. "Ich wusste gar nicht, dass man als Sonntagsfahrer (wegen Regenchaos am Samstag fanden Qualifikation und Rennen am Sonntag statt; d. Red.) soviel Freude haben kann. Es war perfekt: Das Qualifying und Rennen an einem Tag zu haben ist schon etwas Außergewöhnliches, aber dann auch noch beides für sich zu entscheiden, macht das alles noch besser. Außerdem habe ich heute zum ersten Mal auf einer Strecke zweimal hintereinander gewonnen. Perfekt also!"

Vettel ist seit dem Kanada-GP schneller als Webber

Stallinternes Duell: Webber jagt Teamkollege Vettel. Dieser siegt in Japan und verkürzt den Abstand auf Webber.

Wichtiger noch als der Sieg aber ist die Bestätigung der Erkenntnis, dass Vettel schon seit dem Großen Preis von Kanada im Juni wieder schneller ist als sein australischer Teamkollege Mark Webber (33). Red-Bull-Teamchef Christian Horner bestätigt gegenüber ABMS: "Seb hatte zwischendurch einfach viel Pech und Mark hat währenddessen das Beste aus seinen Möglichkeiten gemacht." Eines ist damit klar: Red Bull lässt beide Piloten frei gegeneinander fahren, aber mit mehr Zuversicht startet Vettel in den Saisonendspurt. Horner: "Sebastian schwebt jetzt auf einer Welle des Erfolgs, auf der Mark bei seinen Siegen in Barcelona und Monaco schwebte."

Vettel im Simulator

Vettels Taktik ab jetzt: "Die Saison war für mich ein Auf und Ab. Ich muss nun Rennen für Rennen abarbeiten." Das nächste findet in zehn Tagen in Korea statt. Vettel: "Ich bin die Strecke schon im Simulator abgefahren. Es gibt zwei bis drei Geraden, die mir ein wenig Sorgen machen. Eine davon ist über einen Kilometer lang." Hintergrund: Red Bull hat mit dem Renault einen 20-PS-Nachteil gegenüber der Konkurrenz von Ferrari und McLaren-Mercedes. Das wirkt sich besonders auf langen Geradeausstücken aus. Trotzdem sieht Vettel nicht schwarz für Korea. "Es gibt auch schnelle, flüssige Kurven, auf denen wir diesen Nachteil hoffentlich wieder gut machen können."

Fernando Alonso wittert seine Chance

Bester Nicht-Red-Bull im WM-Kampf: Fernando Alonso liegt, dank mehr Siegen, punktgleich vor Sebastian Vettel auf Rang zwei.

Teamkollege Mark Webber dagegen geht im Titelkampf die Luft aus. Besonders die Tendenz spricht im Kampf mit Teamkollege Webber für den jungen Heppenheimer. 14 Punkte machte Vettel (206) in den letzten drei Rennen im WM-Fünfkampf auf Spitzenreiter Webber (220) gut, sogar 45 auf den zweimal ausgefallenen Lewis Hamilton (192). Beide McLaren-Piloten können aus eigener Kraft nicht mehr Weltmeister werden. Fernando Alonso dagegen bleibt cool. "In Suzuka galt es für uns Schadensbegrenzung zu betreiben", sagt der Ferrari-Star. "Das ist uns gelungen." Alonso glaubt: "Wenn ich jetzt einfach nur jedes Mal aufs Podest fahre, werde ich Weltmeister."

Unterschiedliche Taktik für die beiden Red-Bull-Piloten

Zwei Männer, ein Ziel: Vettel (l.) und Webber wollen unbedingt den Titel. In den letzten Rennen setzen sie auf unterschiedliche Strategien.

Bei Red Bull gilt tatsächlich nur noch der Doppelweltmeister aus Spanien als ernstzunehmender Gegner. Umso glücklicher ist man deshalb, dass Vettel wieder die alte Lockerheit versprüht. Motorsportchef Dr. Helmut Marko: "Seit wir nach dem Rennen in Budapest ein Gespräch unter Männern geführt haben, ist Seb wieder er selbst." Deshalb teilt Red Bull die Taktik für seine beiden Titelanwärter seit dem GP Japan auf. Marko: "Sebastian wird voll auf Sieg gesetzt, bei Webber gehen wir konservativer vor." Soll heißen: Webbers Rennstrategien sollen wertvolle Punkte und Podestplätze sichern. Vettel wird allein auf Sieg gepolt. Das könnte am Ende Webbers Problem werden. Denn wenn diese Strategie aufgeht, wäre Vettel am Ende der Weltmeister.
 

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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