Lewis Hamilton

F1-Weltmeister kein Vorbild am Steuer

— 16.03.2016

Ärger für Hamilton nach Motorrad-Selfie

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton machte in Neuseeland ein Selfie-Video auf einer Harley Davidson. Die örtliche Polizei war davon wenig begeistert.

Eine ruhige Vorbereitung auf den Saisonstart sieht anders aus: Wieder Wirbel um Weltmeister Lewis Hamilton! Der Brite nutzte den Weg zum F1-Auftakt in Australien für einen Abstecher ins benachbarte Neuseeland. Nachdem er dort bereits mit den Sicherheitskräften eines Casinos in Auckland aneinander geraten war, weil er am Spieltisch verbotenerweise Fotos machte, setzte es nun zum zweiten Mal binnen weniger Stunden Selfie-Ärger für den Mercedes-Piloten. In den Sozialen Medien postete Hamilton ein Video von sich auf dem Motorrad – bei der Fahrt über einen Highway posiert der Brite darin lässig vor seiner Handykamera. Anschließend postete er das Filmchen auf Snapchat – und rief damit die Polizei auf den Plan!

Protz-Video: Hamilton zeigt seine Harley Davidson

Wegen der hohen Ablenkungsgefahr ist die Nutzung eines Mobiltelefons am Steuer aus Sicherheitsgründen untersagt, wie ein Polizeisprecher den lokalen Medien bestätigte. Seit 2009 gibt es in Neuseeland ein derartiges Gesetz. Im Fall Hamilton verhängten die Behörden allerdings kein Knöllchen – man habe zu wenig Beweise, dass Hamilton tatsächlich ein Handy in der Hand gehalten habe, teilte die Polizei mit. Falls Hamilton das Video mit einer an seiner Harley Davidson befestigten Haltevorrichtung für Kameras aufgenommen habe, sei es legal. In Neuseeland war man aber trotzdem froh, den prominenten Gast wieder los zu sein. Die größte Tageszeitung 'New Zealand Herald' machte ihren Bericht über den Formel-1-Star immerhin mit den Worten auf: 'Lewis Hamilton hat das Land verlassen!'
Kurios: Ausgerechnet Mercedes-Teamkollege und Rivale Nico Rosberg sorgte am Donnerstag für die nächste denkwürdige Headline. Der Deutsche gab pünktlich zu Hamiltons Verfehlung ein Interview zum Thema Sicherheit im Straßenverkehr. Überschrift: „Mich nervt im Verkehr Inkompetenz“... Purer Zufall oder bereits ein kleiner Vorgeschmack auf das auch 2016 brodelnde Duell der Silberfeinde und die ewig währenden Sticheleien zwischen den WM-Rivalen?

David Coulthard sieht einen Vorteil für Nico Rosberg

Fakt ist: Rosberg kommt gut erholt und aufgeräumt wie selten zum ersten Grand Prix des Jahres nach Melbourne. Im Gespräch mit ABMS erklärt der Deutsche: „Ich bin so glücklich wie nie im privaten Bereich. Deshalb bin ich an der Strecke immer in der Balance und habe einen freien Kopf. Man muss man wissen, welches Leben für einen das Beste ist.“ Ein Bereich, in dem der Kontrast zwischen dem ruhigen Rosberg und 'Lifestyle-Weltmeister' Hamilton groß ist. „Roter Teppich, eine Party hier, dort eine Gala, das alles brauche ich nicht immer“, sagt der Deutsche in Anspielung auf den Lebenswandel seines Kontrahenten. Ex-Formel-1-Pilot und Experte David Coulthard glaubt sogar, dass das sportliche Pendel im Kampf der Silberfeinde genau aus diesem Grund dieses Jahr in Richtung Rosberg umschlagen könnte.
Die Deutschen vor dem Saisonstart: Nico Rosberg im Interview

„Man muss sich schon fragen, wo Lewis seine Energie reinsteckt. Er teilt seine Zeit mittlerweile auf - zwischen der Formel 1 und dem Dasein als internationaler Star“, findet Coulthard. Zwar hat der Vizeweltmeister von 2001 keine Zweifel daran, dass Hamilton „an der Strecke fit und fokussiert ist. Aber er hat eben noch dieses zweite Jet-Set-Leben. Und wir alle wissen ja, wie anstrengend es ist, die ganze Zeit im Flieger zu verbringen.“ Für den Schotten ist es daher möglich, das Hamilton den Bogen mittlerweile überspannt. „Ist dieses Jahr das Jahr, indem er für all das den Preis zahlt?“, fragt sich Coulthard. Die Antwort könnte es schon am Sonntag geben: Um 06:00 Uhr deutscher Zeit startet die F1-Saison mit dem Großen Preis von Australien.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / BBC - Snapchat Lewis Hamilton

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