Facelift für Audis Oberklasse

Audi A6 2.0 Audi A6 2.0

Facelift für Audis Oberklasse

— 21.02.2002

Pssst! Der neue A6

Kaum Unterschiede zu sehen, wohl aber zu hören. Nach vier Jahren setzt Audis Oberklasse voll auf die leisen Töne.

Innen ein Hauch mehr Luxus

Schließen Sie die Augen, und spitzen Sie die Ohren. Audi verpasst dem A6 ein Facelift, das tatsächlich mehr die Akustik als die Optik betrifft. Nur Adleraugen und eingefleischte Audi-Fans erkennen den Neuen auf Anhieb. Von den Achtzylinder-Modellen übernimmt der A6 den zweigeteilten Kühlergrill und strahlt durch Klarglasaugen noch etwas heller in die Runde. Am Heck setzen neu gestaltete Rücklichter, der Kennzeichenhalter in Klavierlackoptik (hört sich ja toll an) und die sichtbaren Auspuffendrohre die Akzente.

Jede Maßnahme für sich unscheinbar, in der Summe lassen sie den A6 aber attraktiver erscheinen. Ein Eindruck, der sich im Innenraum fortsetzt. Beim ersten Probesitzen handelt es sich um einen geräumigen und elegant eingerichteten A6 - ganz wie bisher. Auf den zweiten Blick lassen Chromringe an Anzeigen und Schaltknauf, neu gestaltete Lenkräder sowie frische Holz-Leder-Kombinationen doch einen Hauch mehr Luxus durchs Abteil wehen.

Am deutlichsten präsentiert sich der Fortschritt im A6 aber tatsächlich den Ohren. Eine insgesamt steifere Konstruktion, geringere ungefederte Massen, dickere Seitenscheiben, optimierte Wischer und besser dichtende Türgummis sollen den Lärm um rund 40 Prozent verringern - oder konkret: Bei 140 km/h soll der A6 jetzt zwei Dezibel leiser sein. Klingt wenig, ist aber viel. Denn subjektiv entsprechen drei dB (A) schon einer Halbierung der Lautstärke.

Lärmpegel um 40 Prozent verringert

Unser Eindruck nach einem Tag im neuen Basis-A6 2.0: Da steckt mehr dahinter als Marketing-Geheul. Der aus dem A4 nicht gerade für Laufruhe bekannte Zweiliter belästigt das Gehör wirklich nur mäßig. Beim sanften Dahingleiten tritt er vornehm hinter Abroll- und Windgeräusche zurück. Erst wenn die 130 PS gefordert werden, drängt sich der Alumotor akustisch in den Vordergrund - ohne wirklich aufdringlich zu werden.

Ohnehin erweist sich der kleine Vierzylinder im großen A6 als gute Wahl. Unterhalb von 3000 Touren müht er sich an rund 1,4 Tonnen Audi zwar noch angestrengt, anschließend kennt er aber kaum noch ein Halten und dreht mit wachsender Begeisterung bis zum roten Ende der Tourenskala. Keine Frage: Dieser Motor reicht für mehr als das Verleihgeschäft, besitzt mit 205 km/h Spitze durchaus die Freigabe für Fernstrecken und empfiehlt sich allen A6-Liebhabern ohne Rennambitionen.

Dafür darf beim A6 2.0 ruhig etwas stärker aufs Geld geschaut werden. Der Verbrauch fällt mit 8,3 (Multitronic 8,2) Litern annehmbar aus, die Versicherungen bleiben zumeist bescheiden (Vollkasko/Haftpflicht 14/18, Teilkasko allerdings 32), 55.546 Mark lassen Luft für das eine oder andere Extra. Und das, obwohl ein größerer Tandem-Bremskraftverstärker, Kopfairbags vorn und hinten sowie Bremsassistent jetzt schon zur Serienausstattung zählen. Womit der A6 zu einem Angebot reift, das sich in der Tat hören und sehen lassen kann.

Technische Daten und Preise

Wenn es ein bisschen mehr sein darf, bekommen A6-Fans mit gut gefülltem Portemonnaie im nächsten Jahr den Überhammer präsentiert: den neuen Audi RS6. Der wird Porsche-Fahrern das Leben auf der Überholspur schwer machen: 4,2-Liter-V8, 440 PS, rund 600 Nm Drehmoment, 4,7 Sekunden bis Tempo 100. Der Preis dürfte je nach Ausstattung zwischen 160.000 und 175.000 Mark liegen.

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