Facelift Mercedes SL

Mercedes SL Mercedes SL

Facelift Mercedes SL

— 12.12.2007

Mercedes schärft die Legende

Kaum ein anderer Typ bewegt die Gemüter so wie der Mercedes SL. Im Frühling 2008 rollt eine neue Generation des offenen Traumwagens an. Hier die ersten Fotos!

Super und leicht war einmal. Super ist der SL zwar immer noch, aber leicht? Er hat Speck angesetzt, kommt in der aktuellen Version mindestens auf 1,75 Tonnen. Und wird wohl noch schwerer. Weil wir Komfort lieben und kaum auf ein Extra verzichten wollen, legt der Sportler im Jahrgang 2008 an Gewicht zu. Im nächsten April steht der neue SL beim Händler. Wobei "neu" nicht ganz stimmt. Genau genommen ist es nur ein Facelift. Von vorn sieht er deutlich anders aus. L-förmige Scheinwerfer und der neue Grill lassen ihn frischer erscheinen. Die größten Neuerungen stecken verborgen im Innenraum und unterm Blech. Zum Beispiel die Telematik-Generation 2.5, die eine deutlich vereinfachte Bedienbarkeit verspricht. Für 1950 Euro Aufpreis (inklusive Comand APS und DVD-Wechsler) bietet das System bis zu 610 Watt Musikleistung.

Dazu Spracheingabe für Telefon, Radio und Navigation; eine superschnelle Festplatten-Navigation mit größerem Farbdisplay. Besonderes Schmankerl: Über das Musik-Register ermöglicht das Telematik-System dem Onlinezugang zur Gracenote-Datenbank. Hier lagern genug Songs bis zum übernächsten TÜV-Termin. Ab dem 500er rollt der Roadster auf 18-Zöllern. Wem das nicht reicht, der kann bei AMG auch 19- oder 20-Zöller ordern. Das Affalterbacher Tuning-Studio bietet darüber hinaus stärkere Bremsen, eine kürzer übersetzte Hinterachse und ein speziell abgestimmtes Sportfahrwerk für mehr SL-Sportlichkeit. • Basismodell ist in Zukunft der SL 280. Sein Dreiliter-V6-Direkteinspritzer mobilisiert 245 PS und 300 Nm. • Der SL 350 wird ebenfalls auf die neue Einspritztechnik umgestellt. Dadurch steigt die Leistung von 272 auf stämmige 371 PS. Das maximale Drehmoment klettert dagegen nur minimal: von 350 auf 360 Newtonmeter.

Mit 525 PS geht es im SL63 AMG gegen den Konkurrenten BMW M6.

Trotz beeindruckender Daten übt der 3,5-Liter-V6 an der Tankstelle Zurückhaltung, verbraucht im Schnitt 0,4 Liter weniger und pustet nur 240 g/km CO2 in die Luft. • Unverändert: der 388 PS starke 5,5-Liter-V8 im SL 500. Wie bitte – 371 zu 388 PS? Liegen V6 und V8 nicht viel zu dicht beisammen? Auf dem Papier schon, doch die Charakteristik der beiden Motoren ist grundverschieden. Der V6 ist ein hochdrehender Sportmotor, der V8 ganz bulliger Gleiter. Ähnliches gilt für das Duo aus SL 600 (517 PS) und SL 63 AMG (525 PS). Der V12 ist Komfort-Aggregat, der V8 Sportler – und ersetzt den SL 55 AMG. Absoluter Überflieger bleibt der SL 65 AMG mit 612 PS. Für den SL 63 AMG gibt es eine ganz neue Sportschaltung – die anderen Modelle müssen warten.

Die Box besteht aus zwei Hälften: Aus dem Räderwerk der bekannten Siebenstufenautomatik und – das ist der Clou – aus einer mechanischen Ölbad-Kupplung, die den Wandler ersetzt. Diese Kombination schaltet angeblich so schnell wie ein Doppelkupplungsgetriebe, über die Schaltpaddel am Lenkrad so intuitiv wie ein manuelles Getriebe. Alle SL profitieren von der Direktlenkung, die wir im Prinzip von der C-Klasse her kennen. Ihr tempo- und lenkwinkelabhängiger Richtungsfinder arbeitet im SL noch präziser. Der Wagen soll so noch agiler und wendiger sein. Gleichzeitig verbessert sich die Stabilität bei hohem Tempo. Keine Frage: Das wird ein Super-SL. Aber kein leichter.  

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Georg Kacher

Der SL erinnert an guten Rotwein, wird mit zunehmendem Alter immer besser. Mercedes legt vor allem dort nach, wor der Stern bislang blass blieb: bei Motoren, Fahrwerk, Lenkung und beim neuen Sportgetriebe. Unverändert bleibt die Modellvielfalt vom V6 bis zum V12.

Autor: Georg Kacher

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