Fahr&Spar, Teil 2: Steuern sparen

Fahr&Spar: Steuern sparen Fahr&Spar: Steuern sparen

Fahr&Spar, Teil 2: Steuern sparen

— 04.10.2005

So rechnen Pendler richtig

Im zweiten Teil der Serie zeigt AUTO BILD, wie Arbeitnehmer in der Benzinpreisklemme jede Menge Fahrgeld sparen können.

Sparen – bis zu 4500 Euro im Jahr

"Laßt das Auto doch einfach mal öfter stehen", gab (Noch-)Umweltminister Jürgen Trittin vor kurzem zum besten. Ein überflüssiger Ratschlag. Denn wenn das ginge, täten es die Autofahrer ohnehin. Solch kluge Ratschläge helfen vor allem denen wenig weiter, die für die tägliche Fahrt zur Arbeit auf das Auto angewiesen sind. Für die Autopendler in der Benzinpreisklemme gilt deshalb: Jeder Cent, der drin ist, sollte in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Die Rechnung ist recht simpel: Für die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstelle kann der Autofahrer 0,30 Euro als Werbungskosten absetzen. Dabei muß nicht die kürzeste Strecke gewählt werden, wenn eine längere schneller ist (etwa über die Autobahn). Bei einer Fünftagewoche, 230 Arbeitstagen im Jahr und 65 Kilometern etwa bringt das einen Betrag von 4485 Euro, der steuerfrei bleibt.

Wichtig: Mehr als den pauschalierten Höchstbetrag von 4500 Euro kann der Autofahrer nur absetzen, wenn er die Kilometer dafür "glaubhaft" macht (laut Rundschreiben des Bundesfinanzministeriums, Az. IV C5-S2351-300/01). Am besten durch ein Fahrtenbuch und die Sammlung aller Tankquittungen. In Sonderfällen kann das Finanzamt auch stärker beteiligt werden (siehe Seite drei).

Fahrgemeinschaften zahlen sich aus

Den optimalen Sparschnitt macht aber der, der sich an einer Fahrgemeinschaft mit wechselseitigem Einsatz des eigenen Autos beteiligt. Je nach Teilnehmerzahl halbiert, drittelt oder viertelt er nicht nur seine Benzinkosten, sondern erspart seinem Auto auch die entsprechenden Kilometer samt Verschleiß.

Vom Finanzamt gibt es für diese politisch gewünschte verkehrsentlastende Pendlervariante ein besonderes Bonbon: Jeder der Teilnehmer kann die Kilometer so absetzen, als hätte er seinen eigenen Wagen täglich für den Arbeitsweg eingesetzt. Das gilt natürlich auch für Ehepaare, die gemeinsam fahren.

Doch auch die Benzinkosten für einzelne, lange Fahrten durch Deutschland lassen sich deutlich mindern – durch Mitfahrer, vermittelt von den boomenden Mitfahrzentralen. Fahrer wie Mitfahrer inserieren dort frühzeitig ihre Touren oder Tourwünsche und finden (meist) per Internet zusammen (u. a. www.mitfahrzentrale.de, www.mfz.de, www.liftpool.de). So gibt es nur Gewinner: Der Mitfahrer kommt günstig voran, der Autofahrer senkt seine Kosten – und erwischt mit etwas Glück sogar eine unterhaltsame Begleitung.

Das können Autofahrer steuerlich absetzen

• Haftpflichtversicherungen sowie private Unfallversicherungen (unter Sonderausgaben).

• Kosten durch einen Unfall auf dem Arbeitsweg, soweit sie nicht durch eine Versicherung gedeckt sind. Dazu zählen: Reparaturkosten, Kasko-SB, Abschlepp-, Gutachter-, Anwalts- und Gerichtskosten sowie ein privat bezahlter Haftpflichtschaden. Beim Totalschaden kann die Differenz zwischen Zeitwert vor dem Unfall und Restwert abgesetzt werden. Doch das gilt nur auf dem direkten Arbeitsweg, nicht bei Abstechern (ausgenommen ist das Abholen von Fahrgemeinschafts-Mitgliedern). Unfälle unter Alkoholeinfluß sind stets ausgenommen.

•Umzugskosten, wenn der Umzug beruflich bedingt war. Dazu zählt auch, wenn sich die Fahrtzeit zu einer beibehaltenen Arbeitsstelle (hin und zurück) um mindestens eine Stunde verkürzt (BFH, Az. VI R 175/99). Die Pauschalen betragen 561 Euro (Alleinstehende) und 1121 Euro (Ehepaare), plus 247 Euro für jeden weiteren Angehörigen. Die Rechnung eines Spediteurs oder eines Miet-Lkw kann extra abgesetzt werden.

• Bei doppelter Haushaltsführung zusätzlich eine Familienheimfahrt pro Woche mit 0,30 Euro/km.

• Behinderte Autofahrer (GdB 70 oder GdB 50 + "G" oder "aG") können 0,30 Euro pro Kilometer für Hinweg und für Rückweg absetzen. Mit Nachweisen auch die tatsächlichen Kosten. Zusätzlich können für Privatfahrten ohne Nachweis 3000 Kilometer pro Jahr mit 900 Euro als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden (GdB 80 oder GdB 70 + "G"). Eine höhere Kilometerleistung wird anerkannt, wenn sie durch die Behinderung verursacht ist und belegt wird.

Autor: Roland Bunke

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