Fahrbericht Aptera 2e — 13.08.2009
Was stromert denn da durch New York?
Der futuristische Aperta 2e sieht aus wie ein Flugzeug ohne Flügel. AUTO BILD stromerte lautlos durch die Straßen von New York - mittendrin zwischen Ahhs und Ohhs und dem Gefühl "Yes we can".
Der Aptera ist ein aerodynamisch ausgefeilter Stromlinien-Cruiser
Ähnlich wie die Tesla-Boys schwimmen auch die Aptera-Leute im reißenden Strom des Stromautobooms. Ihre Geschäftsidee ist jedoch nicht das Zusammenlöten von Laptop-Akkus wie bei Tesla, ihre Idee ist die Aerodynamik. Seit den Zeiten des Rumpler Tropfenwagens geistert regelmäßig die Stromlinie durchs Auto-Marketing. Und jedes Mal wird so getan, als wäre das eine völlig neue Idee. So auch Firmengründer Steve Fambro, der allerdings mit der ungewöhnlichen Tropfenform des Aptera etwas besonders Strömungsgünstiges geschaffen haben will: cW=0,15! Inspiriert wurde er übrigens vom Einliter-VW von Ferdinand Piëch. Grundsätzlich ist das natürlich der richtige Ansatz. E-Autos leiden unter chronisch knapper Energie, deswegen heißt es damit hauszuhalten. Also Leichtbau (der Aptera wiegt 770 Kilo), ausgefeilte Aerodynamik, nur drei schmale Räder für geringen Rollwiderstand, ein effizienter Motor und die beste Batterietechnologie (Lithium-Eisenphosphat).Die 2,24-Meter-Spur vorn wäre für deutsche Straßen unmöglich breit
Der Aptera macht auf Cruiser, nicht wie der Tesla auf Racer. Spitze 137 km/h, Reichweite 190 Kilometer – das muss reichen. Tut es ja meist auch. Nur eines ist absurd: Diese psychedelische Form mit ihren ungewohnten und unpraktischen Proportionen. Da wird unendlich viel Platz verschwendet. Die 2,24-Meter-Spur der Vorderachse mit den riskant herausragenden Rädern wäre für deutsche Straßen unmöglich breit, bei 4,39 Meter Länge bleibt trotzdem nur Platz für zwei, und die große Glaskuppel ließe sich als Dampfgarer verwenden, wäre nicht eine Klimaanlage installiert, die ordentlich Strom schluckt. Angetrieben werden die Vorderräder des Modells 2e von einem 300-Volt-Elektromotor. Über Nacht soll die Batterie wieder voll sein, aufzuladen an der heimischen Steckdose. Preis für das Ufo: 25.000 Dollar. In der etwas teureren Hybrid-Variante 2h steht dem Elektroantrieb noch ein kleiner Verbrennungsmotor zur Seite, der aber nur als Generator zur Reichweitenverlängerung dient und nicht mit den Rädern verbunden ist.Schon 4000 Bestellungen
Dass es mit der Serienreife des Elektroantriebs noch nicht weit her ist, beweist die aktuelle Übergangslösung. Denn ab 2010 möchte die Firma aus San Diego zunächst ausschließlich einen 660-Kubik-Vierzylinder aus einem japanischen Microcar einbauen. Mit dem sollen wegen des widerstandsarmen Designs nur 1,8 Liter auf 100 km verbraucht werden. Das Vehikel wurde in Kalifornien als Motorrad eingestuft. Dennoch hocken die beiden Passagiere nicht hinter-, sondern wie es sich gehört nebeneinander. Wir saßen ganz bequem in dem futuristischen Cockpit, im Heck war sogar Platz für Gepäck. Das Gefährt fuhr zwar, war aber als Prototyp noch ziemlich unfertig. Deswegen hüllen wir den Mantel des Schweigens über Federungskomfort und Lenkpräzision. Trotz der Flügellosigkeit sind die Pläne, wie bei solchen Firmen üblich, hochfliegend. 100.000 Exemplare will der Hersteller ab 2014 pro Jahr bauen, 4000 Bestellungen sollen schon vorliegen. Apropos Aptera gleich flügellos: Ganz stimmt das nicht. Denn wie bei allen Autos, die sich wichtig machen wollen, verfügt der Stromer von morgen über Flügeltüren.Kommentar verfassen


































Kommentare zum Artikel (6)
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geiles Teil, aber mein persönliches KO-Kriterium:
mein Segway passt leider nicht rein :(
Noch besser das Unter-Liter-Auto von VW, April 2002: bei vergleichbarem Nutzen für 2 Personen aber handlicher, besserer cw*A-Wert und 0,99 Liter auf 100 km (Elektro oder was auch immer). So geht´s!
Cooles Design, richtige Richtung, leider unpraktisch. Hier und dort noch etwas Abstimmung mir den täglichen Bedürfnissen durchschnittlicher Autofahrer, und das Gefährt könnte uns einen Vorgeschmack auf die Zukunft geben. Höchstgeschwindigkeit ist angesichts meist total überfüllter Straßen okay, aber Reichweite und Aufladezeit müssen, wie bei jedem E-Mobil, an die tatsächliche Praxis angeglichen werden. Als Stadt- und Arbeitsweghopper aber eine tolle Kiste!
geile kiste. das ist die zukunft, nicht der bmw m6 oder x6 oder was auch immer...
Das erinnert mich doch stark an eine früher mal erschienene Reportage...und warum haben die Bäume keine Blätter?