Fahrbericht Artega GT
— 10.07.2008Volltreffer ins Spaß-Zentrum
Aus Ostwestfalen kommen Pumpernickel, Pferde und Priester. Und ein Sportwagen: der Paderborn-Porsche Artega GT. AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat ist den Sportler gefahren.
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Kurz wie ein MX-5, breit wie eine Corvette
Aber dann steht der Zweisitzer erstmals auf der Straße vor mir. So kurz wie ein MX-5, breit wie eine Corvette und mit herrlich fließenden Linien, die erst die Herzen, dann die Festgeldkonten öffnen. Der Artega ist ein echter Fisker, vom Designer Henrik Fisker, der BMW Z8 und Aston Martin Eleganz gab – ein kleines Schmuckstück, das sich überall sehen lassen kann. Trotz seiner Kürze schafft der Artega innen überraschend viel Platz. Das Armaturenbrett rückt weiter weg als im Carrera, in den Fond passen Golftaschen. Die Recaro-Sitze machen sich dünn und passen trotzdem hervorragend. Man sieht gut, nach vorn auf die Kotflügel-Dünen, nach hinten durch das tiefe Heckfenster.Nur 1150 Kilo – Artega nimmt es sportlich-leicht
Die Instrumente, Paragons Kern-Kompetenz, sind ein schräger Mix aus alter Schule und New Age – genug individuelle Handschrift, um von den Großserienteilen abzulenken. Zündschloss, Luftdüsen, Lenkhebel oder Schaltknauf kennen wir von diversen VW. Den 3,6-Liter-V6 eigentlich auch. Doch was im Heck erwacht, hat mit Wolfsburger Kaltblut nichts mehr zu tun. Der Direkteinspritzer, modernste Version, grummelt im Leerlauf, zischt beim ersten Gasstoß und bollert aus dem selbst entwickelten Auspuff, dass es eine helle Freude ist. "Wir haben Motorsteuerung und Abgastrakt neu abgestimmt", verrät Entwicklungsleiter Jürgen Pampel. Fahrleistungen und Verbrauchswerte stehen noch nicht exakt fest, aber bis Tempo 100 sollen weniger als fünf Sekunden vergehen – kein Wunder bei rund 1150 Kilo Gewicht.ANZEIGE
Artega-Chef Frer hat ehrgeizige Qualitäts-Ziele
Nur die Bremsen könnten beim scharfen Ankern mehr Biss zeigen. Bei hohem Tempo hebt sich das Seitenfenster aus der Dichtung, und es quietscht aus dem Dachholm. "Das wird es in der Serie nicht geben, wir haben Industrie-Ansprüche", so Pampel. Ansonsten macht der Artega in Sachen Qualität einen guten Eindruck. Keine Spur von Bastelbude. Im Oktober 2008 wird der erste Artega ausgeliefert, im nächsten Jahr sollen es 300 sein. Das Cabrio kann man sich schon ausmalen, auch den möglichen V8. Die neue Konkurrenzlage in der deutschen Sportwagen-Liga sowieso. Ab jetzt spielt Delbrück mit.Fazit von AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat Was er bisher optisch versprochen hat, hält der Artega auch auf der Straße: Hier kommt ein waschechter Sportwagen, der unter die Haut geht. Schön, dass Leidenschaft so ein Auto möglich macht. Ein Glücksfall für Deutschland!
| Technische Daten Artega GT | |
|---|---|
| Motor/Hubraum | V6/3597 ccm |
| Leistung | 220 kW (300 PS) |
| Drehmoment bei U/min | 350 Nm/2400 |
| 0-100 km/h | circa 5,0 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 272 km/h |
| Verbrauch (l/100 km) – CO2 | noch keine Angabe |
| Leergewicht | 1150 kg |
| Länge/Breite/Höhe | 4010/1880/1180 mm |
| Preis | ab 74.983 Euro |
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