Fahrbericht Audi Q7

Audi Q7 Audi Q7

Fahrbericht Audi Q7

— 17.10.2005

Nicht schön, aber ...

Anfang 2006 startet der Audi Q7 in Deutschland. AUTO BILD-Chefredakteur Peter Felske testete das Super-SUV schon jetzt – als Jury-Mitglied für das "Goldene Lenkrad" der BILD am SONNTAG.

An der Q7-Optik scheiden sich die Geister

In den Kampf um den Platz an der Sonne seines künftigen Marktsegments startet der Audi Q7 mit einer Niederlage. Beigebracht hat sie ihm die Jury des "Goldenen Lenkrads", dem wichtigsten nationalen Autopreis, der alljährlich von BILD am SONNTAG verliehen wird. Angeregt durch das Eigenlob in der Audi-Pressemappe ("ein Fahrzeug, das optisch keinen Hehl aus seinen Qualitäten macht"), hatte ich die Experten-Kollegen der größten deutschen Sonntagszeitung gefragt: "Findet ihr das Auto schön, ja oder nein?" Das Ergebnis: 10:12!

Bevor sich Ingolstadts Chef-Stylist de Silva nun aber zu sehr grämt, sei ihm hier zum Trost verraten: Den Frauen in der Jury gefiel Deutschlands größtes SUV (Mercedes zählt seine R-Klasse nicht dazu) auf Anhieb und ohne Ausnahme. Und auf die Meinung der Ladys müssen die Erbauer der hochgelegten Limousinen mit Geländetalent schließlich besonders achten. Werden doch 60 Prozent aller hierzulande zugelassenen SUV von Frauen gelenkt. Weil sie sich "dort oben" hinter dem Lenkrad eben sicherer fühlen. Und weil der Transport des Nachwuchses in der Regel bequemer möglich ist.

Im Q7 darf der zudem noch zahlreicher an Bord gehen: Für 980 Euro extra macht eine dritte Sitzreihe den Audi zum Siebensitzer. Steigen wir also ein. Ganz nach hinten ist das allerdings wirklich nur Kindern (bis 1,60 Meter Körpergröße) zu empfehlen. Wobei es dank der Easy-Entry-Funktion (beim Umklappen der Sitzlehne fährt der Vordersitz automatisch nach vorn) auch mir immerhin unfallfrei gelungen ist.

Das große Audi-SUV will Luxus sein

Echten Komfort, ja geradezu Luxus, gibt es aber erst ab Reihe zwei. Hier lassen sich die Rückenlehnen stufenlos verstellen, kann der Abstand zum Vordersitz um bis zu 100 Millimeter auf Klassenbestwert vergrößert und für 350 extra gezahlte Euro sogar die Sitzfläche beheizt werden. Schöner reisen läßt sich da nur noch direkt hinter dem Lenkrad. Hier aber offenbart der Audi Q7 tatsächlich erst seine wahre Stärke. Mag man über das Aussehen streiten, vom Raumangebot auf den ersten Blick vielleicht ein wenig enttäuscht sein, spätestens beim Fahren kommt pure Freude auf.

Das über fünf Meter lange Dickschiff (5086 mm, Breite: 1983 mm, Höhe: 1737 mm) läßt sich so leicht dirigieren wie eine sportliche Limousine. Dabei kommt der Komfort keineswegs zu kurz. Nur ganz kurze Stöße leitet das serienmäßige Stahlfeder-Fahrwerk trocken an die Passagiere weiter. Mit der (optionalen) Luftfederung löst sich aber auch dieses Problemchen buchstäblich in Luft auf. Der Preis für den zusätzlichen Komfort: 2510 Euro.

Überhaupt macht die Aufpreisliste des Q7 am schnellsten deutlich, was das SUV von Audi sein will: Luxus. Da gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Zum Beispiel die neue "Adaptive Cruise Control". Sie regelt nicht nur die Geschwindigkeit des Autos zwischen null und 200 km/h selbständig und hält dabei immer den korrekten Abstand zum Vordermann. Im Notfall steigt sie sogar abrupt auf die Bremse, um den Fahrer auf eine mögliche Gefahr aufmerksam zu machen.

Motorisierungen, Verbrauch und Preise

Oder der "Side Assist" (550 Euro). Mit Radarsensoren beobachtet er den Raum neben und hinter dem Auto und warnt den Chauffeur vor Fahrzeugen im toten Winkel. Für kinderleichtes Einparken ist das "Parking System Advanced" zuständig. Dabei, so heißt es im Pressetext, sollen ins Kamerabild projizierte Einparklinien den Fahrer bei der Navigation unterstützen. Tatsächlich funktioniert dieses System perfekt, und die dafür fälligen 850 Euro sind gut angelegtes Geld.

Haken bei der Sache: Es ist nur zusätzlich bestellbar zum 2830 Euro teuren MMI. Außerdem ist der Park-Pilot gewöhnungsbedürftig. Bei mir jedenfalls hat es einige Zeit gedauert, bis ich dem Kamerabild getraut habe, und irgendwie wurde mir beim Rangieren immer leicht schwindelig.

Schwindelig wird garantiert jedem, der alle diese Segnungen der Technik bei der Bestellung in Auftrag gibt. Aus dem Einstiegspreis von 48.900 Euro für den 233 PS starken 3,0-Liter-TDI wird dann leicht ein Audi Q7 für 70.000 bis 80.000 Euro. Spätestens dann stellt sich grundsätzlich die Frage: "Finde ich das Auto wirklich schön?"

Autor: Peter Felske

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