Fahrbericht BMW 130i

BMW 130i BMW 130i

Fahrbericht BMW 130i

— 05.09.2005

Ein Sechser für den Einser

Mit dem Topmodell der kleinsten BMW-Reihe taucht künftig ein echter GTI-Schreck im Rückspiegel auf. autobild.de fuhr den 265-PS-Kracher.

Karosserie und Antrieb

Mit der Einser-Reihe räubert BMW seit 2004 in der Golf-Klasse und versucht, die bisherigen Käufer des 3er Kompakt zu halten. Das funktioniert rund 5000mal im Monat, Freude am Fahren kennt bessere Zahlen. Deshalb stellen die Münchener jetzt einen Sportler auf die Straße: einen GTI-Jäger, Porsche-Killer, ein bayerisches Kraftei mit Reihensechszylinder und 265 munteren Pferdchen – den BMW 130i.

Karosserie und Qualität Äußerlich tarnt sich das neue Topmodell mit Serienoptik, die verchromten Nieren-Längsstäbe im Kühlergrill dürften im Rückspiegel nicht schnell genug zu entdecken sein. Ein Wolf im Schafspelz, denn auf der Straße tummeln sich vom 1er vorzugsweise 116i (115 PS) und 118d (122 PS). Innen überzeugt wie gehabt eine solide Verarbeitung, ohne weitere Extras wie Holz, Leder oder Aluminium. Serie sind im 130i allerdings Sport-Lederlenkrad sowie Klimaanlage.

Fahrfreude und Antrieb Wer den bayerischen Sportsgeist im neuen 3er vermißt, wird im stärksten 1er reich entschädigt. Völlig neu: Wasser- und Ölpumpe arbeiten elektrisch, unabhängig von der Motordrehzahl. Der gründlich überarbeitete Reihensechser leistet 20 Kilowatt mehr, wiegt zehn Kilogramm weniger und braucht zwölf Prozent weniger Super Plus. Eindrucksvoller klingen 315 Newtonmeter Drehmoment zwischen 2500 und 4000 U/min und 250 km/h Spitze. Bis 7000 Touren dreht Sechser gleichmäßig souverän, ohne lärmende Kraftanstrengung. Eindrucksvoll. Höchst eindrucksvoll.

Fahrleistungen und Kosten

Fahrleistungen Schon das Grundkonzept mit Frontmotor und Heckantrieb bietet durch seine nahezu perfekte Gewichtsverteilung Fahrspaß satt. Dazu kommt im 130i ein sahnemäßiger Sechszylinder. Kein Fauchen, kein Brüllen. Einfach kraftvolle Leistung, die schaltfaul jederzeit abgerufen werden kann. Der Sprint von null auf Tempo 100 erfolgt in 6,1 Sekunden. Ein Wert, der GTI-Fahrer erblassen läßt (7,2 s) und sogar Porsche-Piloten im Boxster 2.7 (6,2 s) beeindruckt. Auch die meisten 3er-Brüder müssen kapitulieren, selbst ein BMW 540i bietet mit 306 PS nur die gleichen Fahrleistungen. Anders gesagt: Der 130i hat nicht viele Gegner auf der Autobahn – und noch weniger auf der Landstraße.

Fahrwerk und Komfort Das Fahrwerk ist stramm, ohne unnötige Härte. Feinfühlig vermittelt die Lenkung jederzeit den vollen Fahrbahnkontakt, allenfalls in sehr flott angefahrenen Kurven dürfte das Serienfahrwerk ein Spur mehr Härte zeigen. Wer das von Hause aus braucht, ist mit dem M-Sportpaket für 2100 Euro gut bedient. Dann ist allerdings der Rest Komfort für den Alltag passé. Auf Wunsch gibt es die aus 3er, 5er und 6er bekannte Aktivlenkung, mit der die Lenkübersetzung der Geschwindigkeit angepaßt wird. Ein neues DSC sorgt für noch mehr Sicherheit.

Preis und Kosten Natürlich sind 32.500 Euro ein Wort. Doch in der Liga des VW Golf R32 (32.895 Euro, Fünftürer) oder Audi A3 3.2 quattro Ambition Sportback (32.250 Euro) ist das nicht teuer. Und allemal 10.000 Euro günstiger als ein Porsche Boxster 2.7. Den Durchschnittsverbrauch geben die Bayern mit 9,2 Litern Super Plus an, vermutlich dürfte der Gasfuß im Alltag rund zwölf Liter auf 100 Kilometer fordern.

Fazit und technische Daten

Fazit Der 130i ist ein Kracher und besticht in BMW-Manier mit Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit. Ab 2006 soll ein Markenpokal als Cup der Marke noch mehr Freunde bescheren. Mit 250 bis 300 verkauften Exemplaren pro Monat wird gerechnet.

Aber auch ohne Renn-Ambitionen dürfte mancher im 130i auf den Geschmack kommen – soviel Leistung fürs Geld gibt es in München sonst nicht. Und auch wenn der Schnäppchenpreis jetzt noch zu hoch ist, als Jahreswagen wird das bayerische Kraftei allemal ein Renner.

Autor: Ulrich Safferling

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