Fahrbericht BMW 530i

BMW 530i BMW 530i

Fahrbericht BMW 530i

— 04.06.2003

Fünfer mit Drive

BMW hat Großes vor. Mit technischen Innovationen wie Aktivlenkung, Dynamic Drive und Leichtbau soll der neue Fünfer wieder sportlich Spitze sein und die Konkurrenz distanzieren.

Bis zu 75 Kilo leichter als der Vorgänger

Der Fünfer ist ein erfolgreicher Dauerläufer. Schon seit 1972 ist er im BMW-Programm. "Rund 60 Prozent", so BMW-Chef Dr. Helmut Panke, "verkaufen wir in Europa, 30 Prozent in Deutschland." Der Wechsel zum neuen Modell ist da ein bedeutender Schritt.

Und wie schon beim Siebener steht das Design im Blickpunkt. Bezieht Designchef Chris Bangle erneut Prügel? Immerhin ist der neue trotz gewagter Linien auf den ersten Blick als echter Fünfer erkennbar. Weit in die Kotflügel reichende Scheinwerfer verleihen der Front zornige Züge. Das Heck mit bulliger Schürze wirkt mutig, das Profil dagegen erstaunlich ereignislos. In puncto iDrive können Skeptiker beruhigt aufatmen. Es lässt sich jetzt einfacher bedienen als im Siebener.

Großzügig gewachsen ist der Fünfer nur an wichtigen Stellen. Höhe (plus 40 mm) und Breite (plus 48 mm) ändern sich maßvoll. Beim Radstand (plus 62 mm) jedoch legt der neue richtig zu. Wo der Vorgänger im Fond noch mit Platz knauserte, können nun auch Große genüsslich relaxen. Auch das Gepäckabteil bietet jetzt 60 Liter mehr. Fällt noch das Reserverad weg, gibt es mit 555 Liter sogar mehr Stauraum als bei Mercedes E-Klasse und Audi A6. Trotz Wachstums in alle Richtungen fällt das Leergewicht je nach Modell um bis zu 75 Kilo geringer aus. Eine Mischbauweise der Karosserie aus Aluminium und herkömmlicher Stahlkonstruktion macht's möglich. Dabei ist die Gewichtsverteilung nahezu perfekt ausbalanciert.

Elektro-Stellmotor unterstützt das Lenken

Kommt der Maßstab in Sachen Fahrdynamik also wieder aus München? BMW bietet mit Aktivlenkung und Wankstabilisierung Dynamic Drive zwei neue Positionen in der Aufpreisliste, mit denen der Fünfer an die Spitze fahren will. Beide Systeme waren auf unserer ersten Ausfahrt mit dem 530i an Bord.

Die Aktivlenkung funktioniert nach dem Prinzip der Lenkwinkelüberlagerung. Das bedeutet: Zwischen Lenkrad und -getriebe arbeitet ein elektromechanischer Stellmotor, der bei langsamer Fahrt gleichsinnig zum Lenkeinschlag des Fahrers arbeitet (Vorderräder werden stärker eingeschlagen). Erst bei höheren Geschwindigkeiten reduziert sich der addierte Lenkwinkel, die Lenkung wird indirekter. In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut. Zum Rangieren oder für enge Kurven genügt meist eine halbe Umdrehung. Doch Spurrinnen und Unebenheiten längs der Fahrtrichtung bringen speziell bei hohen Geschwindigkeiten Unruhe ins Lenkrad.

Hinter der Bezeichnung Dynamic Drive – BMW-Fans kennen das System aus dem Siebener – verbergen sich zwei aktive Stabilisatoren. Sie unterdrücken die Wankbewegungen der Karosserie und reduzieren die Seitenneigung um bis zu 80 Prozent. Erst nahe des Grenzbereiches lässt das System als Warnung für den Fahrer mehr Seitenneigung zu.

Launch-Control: Starten wie in der Formel 1

Das ist auch nötig, denn im Fünfer verliert man schnell das Gefühl für Geschwindigkeit. Abroll- und Motorgeräusche sind fast nicht wahrnehmbar. Lediglich ein leichtes Säuseln des Fahrtwinds ist bei geruhsamer Fahrt zu hören. Nur beim Ausdrehen der einzelnen Gänge (nun sechs serienmäßig) meldet sich der Sechszylinder kräftiger zu Wort. Die Höchstgeschwindigkeit (bei 250 km/h elektronisch begrenzt) erreicht der 231 PS starke Motor im fünften Gang, der sechste ist im 530i als reiner Schongang ausgelegt, um Drehzahl und Verbrauch zu senken.

Zum Verkaufsstart am 5. Juli 2003 steht neben 530i und 530d (218 PS) auch der 520i (170 PS) als Einstiegsmotor bereit. Am Jahresende folgen 525i und 545i. Aber: Vorerst schaffen nur die Benziner die Euro-4-Norm (530d: Euro 3). Die Kombination mit einer Sechsgangautomatik ist zunächst nur mit den stärkeren Sechszylindern möglich, voraussichtlich ab Herbst gibt es sie auch für den 520i.

Ebenfalls ab Herbst ist das sequenzielle SMG-Getriebe verfügbar, inklusive Launch-Control, der Rennstart-Automatik von BMW. Die bietet dann zusätzliche Gründe, öfter mal anzuhalten. Denn abgesehen vom Tanken gelingt das nicht einmal einem platten Reifen. Bis zu 150 Kilometer bei 80 km/h schafft der Fünfer noch bei komplettem Luftverlust. Über Notlaufeigenschaften verfügen die Reifen ab 17 Zoll serienmäßig. Ein echter Dauerläufer eben, der Fünfer.

Fazit und Technische Daten

Fazit Wow. Ein klasse Einstand, der künftig den Mittelklasse-Maßstab in punkto Fahrdynamik setzt. Dazu gibt es Features wie in der Oberklasse – aber nur gegen Aufpreis.

Die Konkurrenten des BMW 5er

Starke Konkurrenz für den BMW 5er in der Oberklasse. Die Mercedes-Benz E-Klasse ist seit 2002 auf dem Markt, der Audi A6 seit 1997. Der Nachfolger des Ingolstädter kommt 2004.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.