Fahrbericht BMW 5er GT — 06.09.2009

XXL-5er mit Masse und Klasse

Was einst als "BMW-Van" durch die Gazetten geisterte, kommt jetzt als BMW 5er GT zu den Händlern. AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke war mit dem auf Variabilität und Komfort orientierten XXL-5er unterwegs.

"Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal erlebt?", fragt BMW provokant zum Start des neuen 5er GT. Der soll für ein ganz neues Fahrzeugkonzept stehen: komfortabel wie eine Limousine, geräumig wie ein Kombi, variabel wie ein Van und dazu noch so schick wie ein Coupé. Und am besten noch so draufgängerisch wie ein SUV, auch wenn die bei BMW stets SAV heißen. Geht eigentlich noch mehr? Wir staunen jedenfalls erst mal. Zum einen über den Mut, den BMW damit zeigt: Ein so massiges, betont auf Variabilität und Komfort ausgelegtes Auto hat es von den traditionell ja eher dynamisch orientierten Bayern tatsächlich noch nicht gegeben – oder hat schon mal jemand einen BMW-Van gesehen?

Zwei Tonnen Gewicht – Leichtbau sieht anders aus

Zum anderen über die schiere Größe des 5er GT: Der ist fünf Meter lang, 1,90 breit, 1,56 Meter hoch und hat mit knapp über drei Metern den Radstand des Siebeners. Ein mächtiges Auto, dem man sein Gewicht – um die zwei Tonnen – förmlich ansieht. Leichtbau sieht anders aus. Auffällig sind die leicht nach vorn geneigte große Niere, die großen Fensterflächen (Türen mit rahmenlosen Scheiben) und natürlich das hoch aufragende Heck. Da bleibt kein Zweifel, es gibt Autos mit eleganteren Abgängen ...

Im Fond so viel Kniefreiheit wie im BMW 7er

Firstclass im Fond: Über der Frisur Platz wie im X5, vor den Knien so viel Luft wie im 7er.

Firstclass im Fond: Über der Frisur Platz wie im X5, vor den Knien so viel Luft wie im 7er.

Sitzt man drin im GT, sind das sperrige Heck, das Erbe von Chris Bangle und auch alle anderen Design-Diskussionen vergessen. Hier kann man sich auf bequemsten Sesseln entspannt zurücklehnen und durchatmen. Das Cockpit mit dem Black-Panel-Display ähnelt dem im 7er – viel Technik, sehr edel, sehr fein verarbeitet. Die Sitzposition liegt eine Handbreit höher als in normalen Limos, das ist etwas ungewohnt, aber durchaus angenehm und verbessert zudem die Übersicht – nur nach hinten nicht, da sieht es finster aus. Im weitläufigen Fond dann gibt es so viel Kniefreiheit wie im 7er, dazu noch jede Menge Luft überm Scheitel. Nämlich so viel wie im X5. Die Sitze lassen sich um zehn Zentimeter längs verschieben, die Lehnen in der Neigung verstellen oder auch komplett umlegen. Dann schottet aber noch eine zusätzliche Trennwand die Passagiere vom Gepäck oder eisiger Zugluft ab – auch die lässt sich auf Knopfdruck aber mühelos umklappen. Der Kofferraum selbst schluckt mit 440 Liter nicht übermäßig viel (5er Limo 520 Liter, 5er Touring 500 Liter). Maximal, also mit umgelegten Sitzen und Trennwand, passen aber 1700 Liter (Touring maximal 1650 Liter) rein.

Zum IAA-Spezial

Technisch stammt der 5er GT von 7er und 5er ab, zu Beginn liefert BMW drei große Motoren, die allesamt bestens im Futter stehen: Den neuen Dreiliter-Reihensechszylinder-Benziner mit 306 PS im 535i, den 4,4-Liter-V8 mit 407 PS im 550i und den Dreiliter-Diesel mit 245 PS im 530d. Alle sind gekoppelt an die neue Achtgang-Automatik von ZF. Der Test-530d besaß dazu noch das adaptive Drive (mit Wankstabilisierung und verstellbaren Dämpfern, 3000 Euro) und die Integral-Aktivlenkung (Vierradlenkung, 1750 Euro). Der schwere 5er GT rollt damit weich und gediegen ab, fährt sich ausgesprochen komfortabel – im Komfort-Modus für einen BMW sehr ungewohnt, fast etwas schaukelig – aber dank des cremigen, drehfreudigen Diesels und der schnellen Automatik dann doch wieder wie ein typischer BMW: mühelos, handlich, agil.

Die Preise beginnen bei 55.200 Euro

Klar, die zwei Tonnen sind deutlich und ständig zu spüren und auch an die ausladenden Abmessungen muss man sich gewöhnen. Der Verkauf beginnt Ende Oktober, die Preise starten bei 55.200 Euro für den 530d. Das scheint angesichts der Ausstattung fast noch moderat, der 530d Touring zum Beispiel kostet auch schon 49.400 Euro. Den 535i gibt es dann für 55.700 Euro, und der 550i steht 75.300 Euro in der Liste. Stolze Preise – für BMW-Fahrer aber keine große Überraschung.

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t5t5
17.09.2009, 17:44Uhr

4 Sitzer Coupes gibt es mittlerweile viele. Aber das BMW das Design von Ssang Yong übernimmt ist erstaunlich. Speziell das Heck paßt gut zum viel kritisierten alten 7er.
Der A5 SB schaut da viel konformer aus. Aber das sind ja alles nur Nischenmodelle. Masse macht der 3er und 1er. Viel Glück weiterhin.

Svenkse
11.09.2009, 10:32Uhr

@Daniel:Ich habe keine Zweifel, dass der GT ein beeindruckendes Fahrzeug ist. Das ist jeder BMW. Wenn man sich hineinsetzt, dann merkt man, dass das etwas anderes ist als der Rest der Automobilwelt und man sieht, dass das Geld gut angelegt ist. Aber darum geht es nicht.Ich habe als Kind den E21 erlebt und bin seitdem BMW-Fan.Aber dieses Design ist eines BMW nicht würdig.Die Faszination BMW lebt auch von grazilem, sportlichem Design.Dieses Fahrzeug braucht riesige Felgen und wirkt doch plump. Warum BMW?Überlasst Eure Kunden doch nicht SO einfach Audi.

Daniel
10.09.2009, 23:15Uhr

bin heute den 550i gt gefahren... beeindruckendes fahrzeug.
ich kann nur sagen das ich von den pressebildern her auch eher skeptisch war, allerdings muss ich sagen dass das auto sehr gut aussieht und außerdem sehr dynamisch zu fahren ist. möchte ein großes lob an BMW aussprechen, da der wagen komfort und sport sehr gut verbindet

Chris
10.09.2009, 18:38Uhr

Jemand ganz vorne sagte "die R-Klasse" von BMW. Ganz genau so ist es. Genau wie die R-Klasse wird sich dieses häßliche Auto auch nicht verkaufen. Man sagt Geschmack sei subjektiv (richtig) aber ein häßliches Auto scheint die Mehrheit zu erkennen.

xerxes
10.09.2009, 12:44Uhr

Schick wie ein Coupé - wo ist euer Blindenhund. Wäre er auch "schick" wenn es ein Japaner wäre???

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