Fahrbericht BMW Z4 M Coupé

BMW Z4 M Coupé BMW Z4 M Coupé

Fahrbericht BMW Z4 M Coupé

— 23.05.2006

Clever & Smart

BMW setzt dem Z4 ein Blechdach auf, macht ihn zum Coupé – und baut damit nicht weniger als ein weiteres bestes Auto unserer Zeit.

Ein Coupé wie aus einem Guß

Dach drauf und fertig – so leicht hätte es sich BMW mit dem neuen Coupé auf Basis des Z4 Roadster machen können. Hätte. Denn wer die Techniker aus München kennt, weiß ob deren Anspruch Bescheid. Allen mußte klar gewesen sein, daß das Z4 Coupé kein überragender Verkaufserfolg werden kann. Dafür ist das Auto einfach zu speziell, zu wenig kompromißfreudig. Trotzdem gaben sich die Fahrfreude-Fachmänner nicht mit einer schnellen Nummer zufrieden, nur um den Marketing-Managern ein Coupé zur gefälligen Vermarktung zu liefern. Sondern beauftragten die Karosserieexperten des Zulieferers Magna in Graz (Österreich) mit einem ehrenvollen Entwicklungsauftrag.

Mit Erfolg, wie die Testrunde über die Rennstrecke von Estoril in Portugal zeigt. Das M Coupé ist unglaublich stabil, BMW beziffert die Torsionssteifigkeit mit 32.000 Nm/Grad. Gewiß ein eindrucksvoller Wert, der dem Laien so gar nichts sagt. Doch BMW spricht von einem neuen Maßstab im Segment, und da bei der engagierten Vollgastour über die Curbs auch nichts geklappert und geknirscht hat, glaube ich mal dieser Aussage ganz wissenschaftlich ungeprüft.

Die wichtigste Frage, nicht nur am Stammtisch: Wie geht er? Klare Antwort: 5,6 Kilogramm pro Kilowatt lassen das M Coupé in fünf Sekunden von null auf 100 km/h wie einen Boxhandschuh nach vorne schnellen, dazu dröhnt der dramatische Soundtrack des Reihensechsers in den Innenraum – und schon fühlt sich der Fahrer wie der Hauptdarsteller in einem der besten Roadmovies des Jahres. "Drifter wider Willen", das wäre ein guter Filmtitel, denn das Fahrwerk stellt in der Kurve keine Fragen an die Fahrkunst des Piloten. Vielmehr lautet seine spontane Antwort soviel wie "Ja, du bist ein verflucht cooler Hund, was für ein Gasgeber!" Wer denkt bei dieser Selbstbestätigung, daß er ohne DSC am Kurvenausgang vermutlich auf Hubschrauber und Abschleppwagen warten würde?

Der Innenraum ist ein Traum

Apropos Innenraum: Eine saftige Beschleunigungsorgie ist ja heute leider ein seltenes Ereignis im Straßenverkehr, viel häufiger surfen die Massen auf langen Rot-Wellen und haben so genug Zeit, die verarbeiteten Materialien, Spalten und Nähte zu begutachten. Endlich wieder Leder, daß sich auch wie Leder anfühlen darf. Ja, für dieses M-Lenkrad mußten Tiere sterben, und die coole Volant-Verpackung unterstreicht, daß deren Leben durchaus sinnhaft war. Ein Leben nach dem Tod in einem M Coupé – kann es aufregendere Prognosen geben?

Die kultigen Carbon-Blenden am Cockpit des Testwagens wirken stimmig, hoffentlich bestellt ja kein Kunde ein Coupé mit Holzaltar im Airbag-Umfeld. Wer übrigens schon bei dieser späten Überlegung angekommen ist, will vielleicht noch den Preis wissen: 55.900 Euro sind für den M mit 343 PS erforderlich, das 3.0si Coupé, mit 265 PS bestimmt auch kein Spaßverderber, kommt auf 38.900 Euro. Machen Sie einen Ausdruck von diesem Artikel und gehen damit zum Kreditsachbearbeiters Ihres Vertrauens. Er wird Verständnis zeigen.

Autor: Nikolaus Eickmann

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