Fahrbericht Brabus Maybach 57

Fahrbericht Brabus Maybach 57 Fahrbericht Brabus Maybach 57

Fahrbericht Brabus Maybach 57

— 15.04.2004

Getunter Maybach für 620.058 Euro

Brabus ist nichts heilig. Selbst das Luxusmobil Maybach war den Bottropern nicht luxuriös genug. Gesamtkosten: 620.058 Euro.

Brabus tunt Deutschlands teuerstes Auto

Das Schöne am Luxus ist ja, dass es für manche immer noch nicht luxuriös genug ist. Schon deshalb übersetzt der Duden Luxus mit Verschwendung und Prunksucht. Eine wunderbare Umschreibung, wenn es um die Marke Maybach geht. Hoch über der S-Klasse, um die sechs Meter lang, befeuert von einem V12-Biturbo mit 550 PS, bieten die Limousinen den VIPs dieser Welt (und denen, die sich dafür halten) ein warmes Plätzchen.

Mehr geht nicht, sollte man meinen. In Handarbeit gefertigt, ausgestattet mit edelsten Materialien, haben Hunderte Ingenieure versucht, das technisch Anspruchsvollste auf vier Räder zu stellen, was man für Geld (ab 359.600 Euro) kaufen kann. Und dann das!

Da kommt so ein Typ aus Bottrop daher und traut sich, was bislang keinem in den Sinn kam, weil schließlich irgendwo mal Schluss ist. Bodo Buschmann (49), einschlägig als Veredler von Mercedes-Benz-Fahrzeugen bekannt, hat den Maybach getunt. Schluck, Schock. Ja, darf der denn das?

Allein die 21-Zöller kosten 25.000 Euro

Er darf. Frei nach dem Motto "Es geht eben immer noch ein bisschen mehr" krempelte Bodo die Luxussuite total um. Die Teppiche, nein, also die waren nix. Dicke Lammfellteppiche schmeicheln nun den Füßen mehr als jede Reflexzonenmassage. "Die Kuschelmatten sind für die reichen Wüstensöhne gedacht", erklärt Buschmann mit Blick auf seine Sandalen tragende betuchte Kundschaft im Orient.

Die (und andere) gönnen sich den Super-Maybach gern mal aus der Portokasse. Acht Bestellungen liegen vor. Für alle Normalverdiener bleibt Bodos Traumschiff eine Fata Morgana. Es ist derzeit das teuerste Auto, das es in Deutschland als Neuwagen gibt. 540.000 Euro kostet es. Ohne Motortuning. Wer den V12 gern mit 640 PS und gigantischen 1026 Nm bewegen möchte, darf den Scheck um weitere 80.000 erhöhen.

Es soll ja Leute geben, die dafür eine Villa kaufen und sich dazu noch einen Aston Martin DB9 in die Garage stellen. Zu spießig? Okay. Also schaun wir mal, was sich an oder in einem Maybach noch verbessern lässt. Schweller und Spoiler wären wohl völlig daneben. Aber richtige Räder machen was her. So tauschte Brabus die "kleinen" 19-Zöller gegen mächtige dreiteilige 21-Zoll-Schüsseln im Doppelspeichen-Design. Wobei der Stern nicht gegossen, sondern aus dem Vollen gefräst wurde. Stehen der Limousine fabelhaft. Der Preis entspricht übrigens mit über 25.000 Euro dem Gegenwert eines Audi A4 2.0.

Irre Multimedia- und Business-Ausstattung

Wie erwähnt, auch innen ließ sich an der Luxus-Schraube noch ein wenig drehen. Als verbesserungswürdig sah Brabus die Neun-Zoll-Bildschirme in den Sitzlehnen an und tauschte sie gegen fast doppelt so große. Dazu kommen ein fest installierter PC, ein Notebook mit elektrisch ausfahrbarer Schublade im Kofferraum, ein zweifacher Internet- Zugang und ein Sechsfach-DVD-Wechsler im Fond. So kann Herr Direktor bequem im Web surfen, sein Aktiendepot checken und mit der Welt da draußen kommunizieren, während Frau Gemahlin am Nebenschirm "Sex and the City" genießt. Das Ganze nennt sich Multimedia- und Business-Ausstattung. 73.000 plus Steuer. Dafür gibt's einen A8 4.2 quattro mit ein paar Extras. Nur zur Orientierung.

Und wem partout das Leder nicht behagt, das die Maybach-Manufaktur in Stuttgart verwendet, für den trennt Brabus alle Nähte auf, häutet sämtliches Gestühl, wirft alles in die Tonne und zieht neues Gegerbtes auf. Naturbelassen und herrlich weich. Nennt sich Mustik – und Abrahams Schoß ist ein Nagelbrett dagegen.

Derart gediegen aufgehoben, fühlt man sich nicht nur beim Fernsehen im Fond, sondern auch hinterm Lenkrad wie auf Wolke sieben. Spielerisch lässt sich der 2,6-Tonnen-Brocken dirigieren und schießt, wenn es denn sein muss, mit Sportwagen-ähnlichem Antritt davon. Nur viel leiser. Überhaupt dringen Geräusche nie unhöflich zu den Insassen durch – der Maybach schwebt, während der Redakteur träumt und kurz mal überschlägt, was man denn wohl mit rund 600.000 Euro noch so alles anstellen könnte. Bodo Buschmann aus Bottrop hätte da bestimmt noch die eine oder andere Idee ...

Technische Daten • V12 • drei Ventile je Zylinder • Biturbo • Hubraum 6233 cm3 • Leistung 471 kW (640 PS) bei 5300/min • maximales Drehmoment 1026 Nm bei 1750/min • Hinterradantrieb • Fünfgangautomatik • Einzelradaufhängung vorn und hinten • Kofferraum 605 l • Tank 110 l • Länge/Breite/Höhe 5730/1980/1573 mm, 0–100 km/h in 4,9 s, Höchstgeschwindigkeit 300 km/h • Preis 620.058 Euro

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