Cargrapfic V8 Vantage

Aston Martin Cargraphic V8 Vantage Aston Martin Cargraphic V8 Vantage

Fahrbericht Cargrapfic V8 Vantage

— 20.01.2009

Macht und Nebel

Selbst reichlich undurchsichtiges Wetter kann nicht verschleiern, dass dieser in Landau veredelte Aston Martin das Zeug zum Dominator hat. Der kleine Lord versteht es, seine Besatzung zu verwöhnen.

Warum sich Thomas Schnarr, Geschäftsführer von Cargraphic, in den V8 Vantage verliebt hat? Nicht nur, weil der Brite ein heißer Feger ist, sondern auch weil der Kofferraum des Aston Martin gleich zwei Golfbags schluckt. Klang, Leistung und Optik schienen dem Chef hingegen noch minimal verbesserungsfähig. Der Schritt zum kompletten Tuningprogramm war folgerichtig ein kleiner. Der Veredler aus Landau bemüht sich sichtlich, das Aroma des Briten nicht zu verfälschen und verzichtet deshalb auf den Einsatz aufdringlicher Geschmacksverstärker.

Der Aston Martin präsentiert sich von außen und innen unverwechselbar

Alte Bekannte: Tatsächlich ragen hier die Serienendrohre aus der Heckschürze.

Frontspoilerlippe, Seitenschweller, Heckdiffusor und Außenspiegel bestehen aus Sichtcarbon, bemühen sich mit ihrer zurückhaltenden Aufmachung aber, nicht allzu sehr aufzufallen. Auch der Radsatz stellt mit seinem in Wagenfarbe lackierten Stern mehr gefälliges Extra denn überzogenes Showelement dar. Sogar die Auspuffanlage hält an sich – weshalb sich die Serienendrohre durch die Heckschürze schlängeln. Die lassen jedoch keinerlei Rückschluss auf die wahre Potenz zu – der restliche Abgasstrang ist nämlich komplett neu: Samt 200-zelligem Katalysatorsatz sollen satte 35 Extra-PS winken – der Pilot verfügt jetzt über ingesamt 461 Pferdestärken. Dass es sich bei der Leistungssteigerung bisher lediglich um eine Exportvariante ohne TÜV-Segen handelt, macht uns ein bisschen traurig. Zumal die Tuninganlage aufgrund des dünnwandigen Gehäuses und optimierter Innereien nicht zu verachtende 9,2 Kilo Gewicht einspart. Und ein Klangspektrum kredenzt, das sich gewaschen hat.

Mächtiges Multitalent: V8-Sauger mit gewaltiger Kraft und guten Manieren.

Dem gewichtigen Bollern geht jegliche Aufdringlichkeit ab. Einem edlen Tropfen gleich, wartet die Soundlösung mit Tiefe und Volumen auf – nicht mit Misstönen. Wer mehr Dezibel will, der kann die Klappen des Auspuffs per Fernbedienung auf Komplett-Durchzug stellen. Der kleine Lord versteht es, seine Besatzung zu verwöhnen. Präsentiert sich der Aston Martin doch nicht nur von außen unverwechselbar, sondern auch von innen. Sein Interieur pendelt sich punktgenau zwischen ambitionierter Sportlichkeit und komfortabler Gediegenheit ein. Der weltläufige Chic betört Männer und Frauen gleichermaßen. Ein Federnsatz (20 Millimeter Tieferlegung) und 21-Zöller reduzieren den Federungskomfort in erträglichem Maße. In Kurven taucht der Brite mit einer Verve ein, als pflege er zu asphaltierten Untiefen hitzige Liebesbeziehungen.

Was für ein Freudenspender

Dürften wir uns eine weitergehende Tuningmaßnahme aussuchen, stünde ordentliches Sportgestühl auf dem Wunschzettel obenan – die konturlose Serienlösung überzeugt nicht. Über die Leistungssteigerung vermögen wir kein finales Urteil abzugeben, verfügen wir doch lediglich über Subjektiveindrücke. Es bräuchte einen ausgiebigen Test, um ihre Wirksamkeit kompetent analysieren zu können. Wobei der Aston Martin, grundsätzlich betrachtet, verdammt gut geht. Und sein weder mit Drehmoment noch -freude geizender Saugmotor alle Anlagen zum Freudenspender mitbringt. An die Lebendigkeit eines gut gehenden Porsche 911 kommt der V8 Vantage freilich nicht heran. Dafür schluckt der Kofferraum des Zuffenhauseners nicht einmal eine Golftasche.

Autor: Ben Arnold

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