Fahrbericht Citroën C5

Vorstellung Citroën C5 Vorstellung Citroën C5

Fahrbericht Citroën C5

— 18.10.2007

Herrlich normal

Der neue Citroën C5 bringt Bewegung in die Mittelklasse. Der Franzose ist weniger kapriziös als gewohnt – AUTO BILD ist ihn schon gefahren.

Belfort bei Sochaux. Die Teststrecke ist hermetisch abgeschirmt, denn heute laufen die ersten Fahrversuche mit total ungetarnten Vorserienwagen des neuen Citroën C5. AUTO BILD ist exklusiv dabei, kann drei verschiedene Diesel-Varianten testen: die beiden Zweiliter mit 136 und 170 PS sowie den Dreiliter-V6-Topmotor mit 204 PS. Erster Eindruck: eine gelungene Alternative – nicht nur zu Mondeo und 407, sondern sogar zum neuen Audi A4. Mit 4,78 Metern hat der C5 fast BMW-5er-Format. Folgerichtig steckt unter dem hübsch geformten Blech die Oberklasse-Plattform des C6. Abgesehen vom leicht gekürzten Radstand besitzt der neue Citroën mit Hydractive 3 das gleiche Hightech-Fahrwerk wie der schwächste C6 HDi 170. Die Hydropneumatik ist Serie bei den V6 und optional bei den beiden Zweiliter-Maschinen mit 140 (Benziner) oder 170 PS (Diesel). Mehr Fotos (auch vom Kombi) gibt's in der Bildergalerie!


Das Stahlfahrwerk (Standard bei den kleinsten Motoren) kann zwar die Dämpferkennung nicht variieren, aber das ist kein Nachteil. Im Gegenteil: Die Mechanik spricht sanft an, reagiert progressiv und verwöhnt durch eine herrlich kommode Wie-Gott-in-Frankreich-Abstimmung. Auch bei den Motoren ist weniger mehr. Der kleine Diesel läuft ruhiger als die Version mit 170 PS. Er wirkt vom Ansprechverhalten her weniger aufgeregt, und er bläst schon bei Viertelgas ein nettes Bäuchlein in die Drehmomentkurve. Ganz souverän unter Dampf steht der mit einer Sechsstufen-Automatik zwangsverheiratete V6. Weil die Auslieferung erst im März 2008 beginnt, sind die technischen Daten im Detail noch nicht fixiert. Der Trend ist jedoch eindeutig: etwas mehr Pep, etwas weniger Verbrauch, kaum veränderte Preise.

Auch der Kombi ist eine gelungene Erscheinung, der Kofferraum ist aber nicht mehr ganz so riesig.

Ein Vollhybrid fehlt auf der Speisekarte, aber dafür gibt es den sogenannten Urban Hybrid. Er kombiniert eine Start-Stopp-Automatik und eine Bremsenergie-Rückge-winnung mit Speicher-Kondensator. Der liefert kurz- fristig Energie für rund sieben Zusatz-PS. Den drei Ausstattungslinien Exclusive (Top), Harmonie (Luxus) und Charactère (Sport) gemein sind das großzügige Platzangebot, die bequemen Sitze, die gute Ausstattung und die auch für markenfremde Kunden intuitive Bedienung. Das tadellos verarbeitete Cockpit könnte inklusive Narbung und Farbmix direkt von Audi stammen. Die nicht mitdrehende Lenkradnabe erleichtert zwar die Ausrichtung des Fahrer-Airbags, aber die meisten Tas-ten sind ohne Spinnenfinger kaum zu erreichen. Auch die überfrachtete Mittelkonsole mit der fummeligen MMI-Matrix wäre eigentlich reif für die Pension gewesen. So ist der C5 am Ende doch wieder ein klein wenig verschroben. Wäre auch schade, wenn sie ihm alles Schrullige genommen hätten.

Fazit Das Tolle am neuen C5 ist die für einen Citroën absolut untypische Art, wie sich dieses Auto dem Fahrer präsentiert. Dieser Wagen funktioniert, ohne zu verwirren, er gefällt, ohne zu polarisieren, und er überzeugt, ohne sich für irgendwelche Ausschweifungen entschuldigen zu müssen. Wenn jetzt auch noch die Zuverlässigkeit und die Langzeitqualität stimmen, dann hat die etablierte Mittelklasse ein Problem. Denn ein Hingucker ist der C5 ohne Frage. Mehr Fotos (auch vom Kombi) gibt's in der Bildergalerie!

Autor: Georg Kacher

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