Fahrbericht Citroën C6

Citroën C6 Citroën C6

Fahrbericht Citroën C6

— 22.09.2005

Bonjour, Raffinesse!

Endlich wieder ein Citroën von Format! Die französische Individualisten-Marke beweist Mut und stößt mit dem neuen C6 wieder in die Oberklasse vor.

Ein würdiger Traditions-Bewahrer

Architekten, Zahnärzte und andere Freiberufler, die Ihr immer die unverdrossenen Fans der Marke wart, aufgepaßt: Citroën liefert Euch fahrbaren Diskussionsstoff. Denn zum Ende des Jahres lassen die Franzosen wieder ein Flaggschiff vom Stapel.

C6 heißt der Nachfolger des vor knapp fünf Jahren eingestellten XM. Den der Neue (4,91 Meter) in der Länge um 20 Zentimeter übertrifft. Der Radstand wuchs von 2,85 auf 2,90 Meter, was für bekannt guten Geradeauslauf und üppigen Innenraum spricht. In der Tat: Vorn flegelt es sich auf elektrisch verstellbaren Sitzen vorzüglich, hinten wird Salonkomfort geboten. Der selige CX Prestige, einst auch schon 4,92 Meter lang, läßt grüßen.

Äußerlich erinnert beim C6 die konvexe Heckscheibe an den Ahnen, die mitlenkenden Xenon-Scheinwerfer (ab Pallas-Ausstattung) nehmen Anleihe bei den schwenkbaren Fernscheinwerfern des DS. Doch genug der verklärten Erinnerung. Nach ersten Probefahrten entpuppt sich der C6 als würdiger Traditions-Bewahrer.

Still und sauber: der Diesel

Da ist die Federung: Natürlich wieder hydropneumatisch (und fünf Jahre oder 200.000 km wartungsfrei), jetzt aber mit einer neuen, elektronischen Dämpferregelung. Auf kurzen Stakkato-Wellen konnte sie zwar noch nicht überzeugen, längere Bodenwellen bügelt sie aber prima weg.

Da ist der Dieselmotor, den wir unter der aktiven Motorhaube (bei einem Zusammenstoß mit einem Fußgänger hebt ein pyrotechnisches System die Haube um 65 mm an, sie absorbiert so mehr Aufprallenergie) hatten. Der 2,7-Liter-V6, bekannt von Peugeot 607, Volvo und Jaguar, besitzt einen Rußfilter und die dieseltypische Anfahrschwäche.

Doch in einem Punkt übertrifft der C6 alle seine Konkurrenten: Im Innenraum klingt nichts mehr nach Diesel. Keinerlei leises Nageln oder gedämpftes Haselnußsack-Schütteln! Wenn der Drehzahlmesser keine rote "5000" hätte, glaubte man wirklich, im Benziner zu sitzen (der bei diesem Fahrtermin leider nicht zur Verfügung stand). Die Fahrleistungen aber sind nahezu gleich. Der Zweitonner spurtet in rund neun Sekunden auf 100 km/h, bei 230 soll ihm die Puste ausgehen.

Ausstattungen und technische Daten

Da ist die Aerodynamik: So fährt im Heck bereits ab 65 km/h ein Spoiler aus, der sich ab 125 km/h noch steiler stellt; ab Tempo 110 senkt sich die Karosse um zehn Millimeter. Thema Sicherheit: Schon vor 50 Jahren verschwand bei Citroën die gefährliche Lenkradnabe. Heute befindet sich darin einer von insgesamt neun Airbags (einschließlich Kniebag). ESP und andere elektronische Hilfen sind selbstverständlich auch an Bord.

Drei Ausstattungsversionen wird es geben: Basis, Pallas (plus 3000 Euro) und Exclusive (plus 6400 Euro). Das Topmodell hält für weitere 1300 Euro dann Präsidenten-Komfort bereit: ausgeformte, elektrisch verstellbare Einzelsitze hinten und einen Schalter, mit dem sich der Beifahrersitz weit nach vorn verschieben läßt. Kein Wunder, daß Jacques Chirac schon einen C6 fährt. Er hat es ja auch besser als jeder Freiberufler: Er braucht nichts zu bezahlen.

Autor: Diether Rodatz

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