Fahrbericht Corvette C6

Fahrbericht Corvette C6

— 30.11.2004

Die Vette gilt ...

... da es keinen Supersportwagen gibt, der soviel Leistung frs Geld bietet wie die neue Corvette C6.

Hochleistungssportwagen mit Uralt-Technik

Amerikaner knnen keine Sportwagen bauen zumindest keine, die es mit Ferrari, Mercedes oder Porsche aufnehmen knnten. Ein Vorurteil. Hlt sich so hartnckig wie Bremsstaub auf den Felgen. Sehr zum Leidwesen der Corvette, Amerikas "true and only sportscar". Schon die seit 1997 gebaute fnfte Generation brauchte sich nicht mehr hinter europischen Sportlern zu verstecken. Und erst recht nicht Vette Nummer sechs, die kommenden Monat zu den Hndlern rollt.

Die C6, so ihre offizielle Bezeichnung, ist die strkste und schnellste Serien-Corvette, die je in Bowling Green/Kentucky vom Band gelaufen ist. Und das zu einem auerordentlich fairen Kurs: 61.450 Euro knapp 24.000 Euro weniger als ein Porsche Carrera S. Keiner hat in dieser Liga ein besseres Preis-/Leistungsverhltnis als die Vette. Deren Sechsliter-V8 liefert stramme 404 PS und 546 Newtonmeter genug, um in 4,3 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Erstaunlich: Die Amis schaffen das mit Uralt-Technik, heit: eine zentrale Nockenwelle, Stelstangen, zwei Ventile je Zylinder. Egal, das Ergebnis zhlt. Und der kernige Achtzylinder hat auch keine Probleme, den Zweisitzer auf 300 km/h zu bringen. Willkommen im Club!

Wer jetzt denkt, geradeaus kann ja jeder, irrt. Unzhlige Runden auf dem Nrburgring muten Prototypen der C6 absolvieren, bevor ihre Ingenieure den Daumen nach oben streckten. Wir konnten uns bei ersten Testfahrten den Glasfiber-Boliden (seit 1953 hat die Corvette eine Kunststoffkarosserie) auf einem Rennkurs in Sdspanien zur Brust nehmen.

Technische Daten und Fahrleistungen

Helm auf. Start per Knopfdruck. Einen Schlssel gibt es nicht mehr. Der zweite Fingerdruck geht zum ESP-Schalter, mit dem ein spezieller "Competition-Modus" aktiviert wird, der es dem Fahrer erlaubt, den Grenzbereich weitgehend selbst zu kontrollieren. Die Elektronik hlt sich vornehm zurck. Zielgenau lt sich die Corvette einlenken, durcheilt Kurven weit schneller, als es unser Normalfahrerhirn eigentlich mchte. Die breiten 285er-Reifen scheinen frmlich am Asphalt zu kleben. Erst bei extremer Fahrweise bricht schlielich das Heck aus.

Sanft, kontrollierbar. Kein Zicken, kein Schaukeln. Fahrspa pur am Limit zum Kiesbett. Aus jeder Biegung schiebt der Ami unnachgiebig nach vorn, selbst wenn einmal der falsche der sechs Gnge drin sein sollte. Der kurze Hebel erfordert allerdings Nachdruck, auch wenn Corvette-Chefingenieur Dave Hill sagt, man htte Przision und Leichtigkeit verbessert. Wer lieber schalten lt, bitte: Eine Automatik wenn auch nur mit vier Stufen gibt es aufpreisfrei. Nicht ganz so gnstig wird es an der Tankstelle. Doch verspricht GM im Mix nur 11,7 Liter je 100 km. Das schafft bislang kein anderer Sportwagen in dieser Klasse. Vetten?

Technische Daten V8 zwei Ventile je Zylinder zentrale Nockenwelle Hubraum 5967 cm Leistung 297 kW (404 PS) bei 6000/min max. Drehmoment 546 Nm bei 4400/min Hinterradantrieb Sechsganggetriebe, Transaxle-Bauweise Einzelradaufhngung vorn und hinten Kofferraum 634 Liter bis unters Coupdach, ca. 300 Liter bis Kofferraumhhe, ca. 150 Liter bei verstautem Targadach Tank 69 Liter Lnge/Breite/Hhe 4435/1844/1246 mm Reifen 245/40 ZR 18 vorn, 285/35 ZR 19 hinten Leergewicht 1508 kg Spitze 300 km/h Preis 61.450 Euro

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