Fahrbericht Corvette Z06 Coupé

Fahrbericht Corvette Z06 Coupé Fahrbericht Corvette Z06 Coupé

Fahrbericht Corvette Z06 Coupé

— 13.02.2006

Die Sport-Vette ...

... gilt! Mit 512 PS und 320 km/h Spitze tritt die stärkste Corvette gegen die ganz großen Sportler an – zum deutlich günstigeren Kurs.

Grobe Technik statt hochgezüchteter Turbo

Egal, was ich damals gedacht habe über die Corvette. Ludenschüssel, Rotlicht-Porsche – heute ist alles anders. Mein Kopf fährt Achterbahn, noch Stunden später. Wie nach einem Cocktail zuviel. Ich bin berauscht von sieben Litern. Wer schenkt sonst noch soviel Hubraum ein?

Willkommen in der automobilen Champions-League. Dort wo sich Porsche, Lamborghini und Ferrari die neidischen Blicke der Reichen und Schönen teilen. In dieser Klasse will die neue Z06 mitspielen, mit 79.950 Euro zum deutlich günstigeren Preis, die schnellste Serien-Corvette bislang. Die Leistung: mit 512 PS überirdisch. Dabei stammt die Firmenphilosophie von gestern. Es ist der alte "american way of drive". Motto: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen.

Deshalb bauten die Ingenieure grobe Technik ein, keine hochgezüchteten Turbos oder filigrane Mehrventiltechnik. Statt dessen eine untenliegende Nockenwelle. Der Motorblock liegt vorne, eine baumdicke Transaxlewelle leitet die Kraft an das mit der Hinterachse verblockte Getriebe. Die Halbachsen selbst hängen an Blattfedern. Das war's. Ehrliche Technik, die den Autobau um Jahre zurückspult. Den Verstand leider auch. Ich hätte es besser wissen müssen, schließlich wurde ich gewarnt. Daß Corvette fahren ein Streitgespräch zwischen Gut und Böse ist, zwischen Höllen-Spaß und reichlich Sprit verpulvern. Daß es Menschen verändert, auch die charakterfesten.

In 3,9 Sekunden von null auf Tempo hundert

Also ran an die Vette: Nach Drücken des Starterknopfes war ich taub auf einem Ohr. Vorn erwacht schnarrend ein Achtzylinder, aufdringlich wie ein Dudelsackspieler. Und mit einem Repertoire gesegnet, das für einen Hörspielkrimi taugt. Knirschende Zähne bei niedrigen Drehzahlen, metallisch klingende Töne aus vier Endrohren, später ein Gefühlsgewitter, das sich bis Tempo 320 entladen soll.

Mit Anlassen des Motors spiegelt das Head-up-Display Drehzahlmesser und Tacho auf die Frontscheibe, klassische Rundinstrumente gibt es auch. Im Rennmodus berechnet der Bordcomputer sogar den G-Wert, die Querbeschleunigung des Wagens. Die hängt auch davon ab, was sich der Fahrer gerade zutraut.

Am Sicherheitsnetz liegt es jedenfalls nicht, das ist zu jedem Spaß bereit. Das ESP arbeitet mehrstufig, gleicht im Alltagsfahrmodus fast alle Fehler aus, im Wettbewerbsbetrieb keinen mehr. Zwischen diesen Welten leben die Mutigen. Die mit qualmenden Reifen in 3,9 Sekunden von null auf 100 beschleunigen – im ersten Gang! Oder mit heraushängendem Heck um die Kurve hetzen. Wo auch immer. In meinem Kopf. Oder auf dem Kiez.

Technische Daten Corvette Z06 Coupé • V8, vorn längs • zwei Ventile pro Zylinder • eine untenliegende Nockenwelle • Hubraum 7011 cm³ • Leistung 377 kW (512 PS) bei 6300/min • maximales Drehmoment 637 Nm bei 4800/min • Hinterradantrieb • Sechsganggetriebe • Einzelradaufhängung • Tankinhalt 69 Liter • L/B/H 4459/1927/1246 mm • Reifen vorn P275/35 ZR 18, hinten P325/30 ZR 19 • Leergewicht 1418 kg • Vmax 320 km/h • 0-100 km/h in 3,9 s • Verbrauch 14,7 l SP/100 km • Preis 79.950 Euro

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Autor: Margret Hucko

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