Fahrbericht Daihatsu Sirion 1.3

Fahrbericht Daihatsu Sirion 1.3 Fahrbericht Daihatsu Sirion 1.3

Fahrbericht Daihatsu Sirion 1.3

— 17.12.2004

Daihatsus Filius ...

... heißt für die alten Römer "Sohn". Für uns heißt der Neue Sirion. Auf den Straßen des antiken Rom muß er sich beweisen.

So haben wir Daihatsu noch nie gesehen

Es ist schon eine sonderbare Situation. Da parkt ein japanischer Kleinwagen in der Ewigen Stadt Rom. Direkt am Kolosseum. Eine Szene, die irgendwie an unseren Bundeskanzler erinnert: Erst "Ich will hier rein!" rufen, am Zaun rütteln, später tatsächlich ins Kanzleramt einziehen. Man kann die Situation so deuten: Der kleine Gladiator (Sirion) kämpft gegen die Italiener (Fiat Panda und Punto), später allein gegen den Rest der Welt (wie Smart, Volkswagen Lupo).

Eine Asterix-und-Obelix-Geschichte für die Auto-Branche. Das wäre doch mal was! Man kann es auch sachlich formulieren: Daihatsu baut einen Kleinwagen, der nächstes Jahr bei uns 5000mal verkauft werden soll. Der Optimismus kommt nicht von ungefähr. Der Neue ist charmant, attraktiv und gutgebaut. So, wie wir Daihatsu (Ausnahme Roadster Copen) noch nie gesehen haben.

Zuverlässigkeit ist nicht mehr alles für die Japaner, in Zukunft wollen sie auch noch Emotionen in ihre Autos bauen. Serienmäßig. Wie zum Beispiel das silberne Plastik-Radio mit CD-Spieler, das in der Mittelkonsole steckt. Ein Kollege meint: "Sieht aus wie ein Ghetto-Blaster." Mit den großen, runden Knöpfen würde es in jedes Kinderzimmer passen. Ausgezeichnet mit dem Prädikat: pädagogisch wertvoll.

Patente Lösungen zum kleinen Preis

Erwachsener wirkt dagegen der Innenraum. Zwar ist der Sirion mit einer Länge von 3,60 Metern kaum größer als ein VW Lupo (3,53), fühlt sich aber an wie ein Polo (3,90) und kostet mit dem 1,3-Liter Benziner (87 PS) ab 11.790 Euro weniger als beide mit vergleichbaren Motoren. Der Raum-Trick: Eine platzsparende Verbundlenkerachse und weit auseinandergerückte Räder (2,43 m) schaffen Luft vor allem für die Passagiere im Fond. Trotz neuer Schminke zählen auch weiterhin innere Werte.

Für den Kofferraum fanden die Ingenieure eine patente Lösung: Die Sitzflächen lassen sich an einer Schlaufe nach vorn ziehen, die zweistufig verstellbaren Lehnen fallen flach nach vorn. Was noch hakt, ist das Getriebe: Die Fünfgangschaltung geht lange Wege, leider auch nur mit Nachdruck. Besonders der Rückwärtsgang läßt sich schwer einlegen.

Dafür lenkt der Sirion lässig durch schmale Gassen und zieht kleine (Wende-)Kreise (9,4 Meter). Nützlich macht sich der Kleinwagen, wo es geht. Selbst wenn er parkt. Im Cockpit bietet er Ablagen für Flaschen und jede Menge Kleinkram. So zieht er bestens gerüstet als Gladiator in den Großstadtkampf.

Technische Daten Reihen-Vierzylinder • vier Ventile pro Zylinder • zwei obenliegende Nockenwellen • Hubraum 1298 cm³ • Leistung 64 kW (87 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 120 Nm bei 3200/min • Frontantrieb • Fünfgang • Einzelradaufhängung v., Verbundlenkerachse hinten • Kofferraumvolumen 225 Liter • Tankinhalt 40 l • Länge/Breite/Höhe 3600/1665/1550 mm • Reifen 175/ 65 R 14 • Leergewicht 940 kg • Spitze170 km/h • 0–100 km/h in 11,3 s • Preis: 11.790 Euro

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