Dodge Challenger SRT8

Dodge Challenger SRT 8 Dodge Challenger SRT 8

Fahrbericht Dodge Challenger SRT8

— 15.07.2008

Feuerteufel

Wer beim neuen Viertelmeilen-Brandstifter Challenger SRT8 nach dem Normverbrauch fragt, hat das Auto grundlegend falsch verstanden. Im Challenger SRT 8 soll der Spurt auf die Viertelmeile nur 13,3 Sekunden dauern.

Es war der Niedergang einer Ära. Anfang der 70er beschloss die US-Regierung strengere Abgasvorschriften und erhöhte die Steuern für großvolumige Motoren drastisch – das Todesurteil für den mächtigsten Motor der Muscle-Car-Geschichte war damit gefällt. Noch im gleichen Jahr verschwand der Hemi aus der Angebotspalette des Dodge Challenger. 37 Jahre später kommt nun wieder zusammen, was zusammengehört. Die Neuauflage des Challenger hat als SRT8 wieder einen Hemi unter der Haube. Mit einer Leistung von 426 PS liegt er dabei auf gleichem Niveau wie sein geschichtsträchtiger Vorgänger.

Ein Juwel des amerikanischen Motorenbaus

Hier regiert noch brachiale Hubraum-Power aus acht Töpfen.

Doch die Motorleistung ist nicht das Einzige, was jung und alt verbindet. Designelemente wie der schwarze Heckspoiler, das durchgehende Heckleuchtenband mit mittigem Rückfahrscheinwerfer oder die weit unten installierten Nebelscheinwerfer erinnern stark an den Challenger T/A. Im Innenraum herrscht dunkle Plastik-Tristesse. Einzig die Sportledersitze fallen hier positiv aus dem Rahmen. Solche Nachlässigkeiten verzeiht man dem Challenger jedoch gern. Haust unter der mit zwei Lüftungsverstandenschlitzen versehenen Motorhaube doch ein kleines Juwel des amerikanischen Motorenbaus. Bei gemächlicher Fahrweise zeigt der V8 seine guten Manieren. Laufruhe und Durchzug überzeugen. Einzig der stets präsente Motorsound gibt einen Hinweis auf den wahren Charakter der Maschine. Um diesen zu erleben, bedarf es eines beherzten Tritts auf das rechte Pedal. Dann brüllt der Hemi zornig auf und schiebt mit unnachgiebiger Vehemenz nach vorn. Unterbrochen wird der Vorwärtsdrang einzig von kurzen Schaltpausen der Fünfstufenautomatik. Beim Herunterschalten gönnt sich der Wandler eine kleine Pause, was dem sportlichen Fahrerlebnis wenig zuträglich ist.

Ab Herbst 2008 ist alternativ ein manuelles Sechsganggetriebe lieferbar. Ansonsten kann der Challenger in Sachen Längsdynamik – wie erwartet – voll überzeugen. Erstaunlich ist allerdings, dass der Neue auch im Kapitel Kurvenperformance eine richtig gute Figur macht. Biegungen aller Art lassen sich zügig und weitgehend neutral durchfahren. Vorausgesetzt man kommt mit der wenig Rückmeldung bietenden Lenkung und dem allzeit vorhandenen Bumms des Motors klar.
Technische Daten* Dodge Challenger SRT8
Motor V8
Einbaulage vorn längs
Ventile/Nockenwellen 2 pro Zylinder/2
Hubraum 6059 cm³
kW (PS) bei 1/min 313 (426)/6200
Literleistung 70 PS/Liter
Nm bei 1/min 569/4800
Antriebsart Hinterrad
Getriebe 5-Stufen-Automatik
Bremsen vorn 360 mm/innenbelüftet
Bremsen hinten 350 mm/innenbelüftet
Radgröße vorn / hinten 9 x 20 Zoll
Reifen vorn / hinten 245/45 R 20 / 255/45 R 20
Reifentyp Goodyear Eagle F1
Länge/Breite/Höhe 5023/1923/1448 mm
Radstand 2946 mm
Leergewicht/Zuladung 1878 kg/ k. A.
Leistungsgewicht 4,4 kg/PS
Tankvolumen 72 l
US-Normverbrauch Ø auf 100 km ca 15,2 l Super Plus
Beschleunigung von 0–100 km/h ca 5,0 s
Höchstgeschwindigkeit 274 km/h
Serienfahrzeug ohne Extras ca. 65.000 Euro ¹)
* Herstellerangaben; 1) Preis des Importeurs

Autor: Manuel Iglisch

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