Fahrbericht Edo Enzo XX Evolution

Edo Enzo XX Evolution Edo Enzo XX Evolution

Fahrbericht Edo Enzo XX Evolution

— 17.02.2010

Ferrari Enzo XXL

Ein FXX für die Straße? Den gibt es nicht, mangels Zulassung. Edo Competition missfällt das – und so unterzieht der Tuner den zivileren Enzo einer tiefgreifenden Technik-OP.

Zuerst scheint es, als würden sie heute keine Freunde mehr werden – 335er-Hinterreifen und die klamme Straßendecke. 840 PS überfordern sie zunächst wie ein Hinterhalt, das Heck des getunten Ferrari Enzo wackelt widerspenstig. Doch dann finden Fahrbahn und Pneus zueinander, das wertvolle Einzelstück tobt unter gellendem Zwölfzylinder-Kreischen einschüchternd furios davon. 9.600 Touren, Schaltpaddel zupfen. In 60 Millisekunden peitschen die Gängen rein – fast doppelt so schnell wie im Ausgangsprodukt Enzo (110 Millisekunden). Exotentuner Edo Karabegovic hat ein Ziel: dem Vorzeigesportler aus Maranello die fahrdynamische Brillanz des noch extremeren, nicht straßenzugelassenen Rennablegers FXX einzuhauchen. Dazu ist ihm jedes technische Mittel recht.

Übersicht: News und Tests zum Ferrari Enzo

Wollen gebändigt werden: Zwölfzylinder, 870 PS und gut 800 Newtonemeter Drehmoment.

Der Hubraum des V12 wächst von 6,0 auf 6,3 Liter, die Zylinderköpfe werden überarbeitet, optimierte Pleuelstangen verbaut. Dazu erlauben neu entwickelte Tassenstößel eine Anhebung der Höchstdrehzahl auf 9.600 Umdrehungen. Weitere Umbauten am Antriebsstrang steigern nicht nur die Leistung, sondern drücken zudem das Gewicht. Hohlgebohrte Nockenwellen sparen zwei Kilo, der Titanventiltrieb etwa 1,5. Vier Kilo weniger wiegen die neuen Antriebswellen, acht die verbesserte Ansaugung inklusive Luftfilter. Besonders diätfördernd: Dreischeiben-Sportkupplung (-15 Kilo) und Fächerkrümmer samt Endschalldämpfer (-35 Kilo). Zwei Zentner nimmt der Ahlener Tuner dem Enzo insgesamt ab und fördert 180 zusätzliche PS aus dem Triebwerk.

Über 390 km/h Höchstgeschwindigkeit

Hier ein Blick in die Pilotenkanzel des vierrädrigen Fluggerätes.

Hechtet der Serien-Enzo bereits in 3,65 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, verspricht Edo gerade mal 3,2. Nach glatten neun Sekunden sollen 200 Sachen anliegen, zehn Sekunden danach bereits 300. Dunlop arbeitet an einem maßgeschneiderten Reifensatz für einen Vmax-Test später im Jahr. Doch auch bei geringerem Tempo beeindruckt der durch ein einstellbares KW-Fahrwerk aufgerüstete Italiener mit skalpellähnlicher Kurvensezierung und synapsenkitzelnder Lenkung. Bleibendsten Eindruck hinterlässt aber der herrlich freimütige, fensterglasgefährdende Auspuffklang.

Technische Daten: V12, Mitte hinten längs • 4 Ventile pro Zylinder • Hubraum 6262 cm³ • Leistung 618 kW (840 PS) bei 8500/min • Literleistung 134 PS/ Liter • max. Drehmoment 780 Nm bei 5800/ min • Hinterradantrieb • sequenzielles 6-Gang-Getriebe • innenbel., gel. Scheibenbremsen v./h. • Reifen 265/35 R 19 / 335/30 R 20 v./h. • Länge/Breite/Höhe 4732/2035/1147 mm • Radstand 2650 mm • Leergewicht 1265 kg • Leistungsgewicht 1,5 kg/PS • Zuladung 355 kg • Tankvolumen 110 l • Verbrauch ca. 25 l Super Plus • Beschleunigung 0–100 km/h in 3,2 s, 0–200 km/h in 9,0 s • Höchstgeschwindigkeit über 390 km/h • Preis 1.500.000 Euro

Autoren: , Frank Wiesmann

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